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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Fallgeschichte(n) als Narrativ zwischen Literatur und Wissen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelFallgeschichte(n) als Narrativ zwischen Literatur und Wissen
BeschreibungFallgeschichte(n) als Narrativ zwischen Literatur und Wissen

Tagung im Literaturhaus am Inn, Innsbruck, 8. - 9.11.2012

Spätestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts wird mithilfe von Fallgeschichten neues Wissen generiert, in Anthro-pologie und Psychologie genauso wie in Rechtswissenschaft und Medizin. In ihnen wird beobachtet und bedacht, was zuvor allenfalls am Rande Beachtung fand: Biographien und Motive von Kriminellen beispielsweise.
In der Forschung der letzten Jahre nimmt die Fallgeschichte eine exzeptionelle und viel thematisierte Rolle ein – wohl nicht zuletzt, so die Vermutung, weil sie auf der einen Seite neues Wissen generiert und gleichzeitig an anderer Stelle vermeintliche Gewissheiten infrage stellt: etwa die strikte Grenzziehung von fiktionalem und fak-tualem Erzählen, von Norm und Abweichung, von Finden und Erfinden einschlägiger Tatbestände. Die daraus resultierenden Konflikte und Aporien sollen auf dieser Tagung ‚fallweise’ aufgezeigt und diskutiert werden: Was macht die Fallgeschichte zur Fallgeschichte, welche Erzählverfahren und ‚Aufschreibesysteme’ zeichnen sie aus? Verbindet die Fallgeschichte ‚poetologisch‘ Literatur und Wissen, oder ist die Fallgeschichte in diachroner Hinsicht Teil einer eigenlogischen Entwicklung unterschiedlicher Darstellungsmodi in den verschiedenen Wissen-schaften und Künsten? Welche Interaktionsmodi zwischen der Darstellung des Außergewöhnlichen und dem ihm assoziierten Muster von Normalität prägen die Fallgeschichte? Und was macht Literatur mit und aus solchen bereits erzählten Geschichten? Lässt sich diesbezüglich von einer Ästhetisierung der Devianz sprechen, von einer Kunst der Abweichung, mit der sich Kunst als das Abweichende auch in Abgrenzung zu akademischen Wissensformen profiliert?

Programm:

Donnerstag, 8.11.

09:30 Begrüßung durch das Rektorat / Thomas Wegmann (Innsbruck): Einführung
10:00 Stefan Goldmann (Berlin/Potsdam): Die Fallgeschichte als Paradigma der Anthropologie

Kaffeepause

11:15 Claus-Michael Ort (Kiel): Probleme der Verbrechensdeutung und die Generierung anthropologischen Wissens in Georg Philipp Harsdörffers 'Grossem Schau-Platz jämmerlicher Mord-Geschichte' (1650-52)
12:00 Stefanie Retzlaff (Erfurt): Selbstbefragung, Krise, Wiedergeburt: Zur Poetologie einer Selbsttechnik in Fallgeschichten des 18. Jahrhunderts

Mittagspause

14:15 Thomas Weitin (Konstanz): Nickel List und seine Gesellen
15:00 Susanne Düwell (Bochum): Fallgeschichten in Zeitschriften der Spätaufklärung

Kaffeepause

16:15 Steffen Martus (Berlin): Die Organisation von Aufmerksamkeit durch Kunst und Krankheit in Büchners 'Lenz'
17:00 Martina Wernli (Zürich): „Gibt die grössten Schweizerseen richtig an.“ – Frau Be.‘s Zusammentreffen mit der institutionellen Macht. Ein Beispiel aus der ‚Irren- und Heilanstalt‘ Waldau.

Freitag, 09.11.2012

09:30 Martina King (München/Bern): Ereignis und Deskription. Ausdifferenzierung der Fallgeschichte zwischen Literatur und Medizin um 1900
10:15 Clemens Peck (Salzburg): Gefährliche Zeichen. Zur Evidenz der Abweichung in Fallgeschichten des Fin de Siècle

Kaffeepause

11:30 Michael Pilz (Innsbruck): Autobiographie als Fallgeschichte. Der "Fall Toller" zwischen Literatur, Justiz und Psychiatrie
12:15 Christian Schärf (Hildesheim): Rattengift oder Die Liebe in Zeiten der Sachlichkeit. Zu Alfred Döblins 'Die beiden Freundinnen und ihr Giftmord'
13:00 Joachim Jacob (Gießen): Massenweise Fälle? Siegfried Kracauers Fallstudie über die Angestellten


Organisation und Kontakt: Prof. Dr. Thomas Wegmann, Universität Innsbruck, Institut für Germanistik, thomas.wegmann@uibk.ac.at

Mit Unterstützung des Vizerektorats für Forschung, der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, des Instituts für Germanistik und der Guido Feger Stiftung
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortInnsbruck
Beginn08.11.2012
Ende09.11.2012
PersonName: Wegmann, Thomas [Prof. Dr.] 
Funktion: Organisation und Leitung 
E-Mail: thomas.wegmann@uibk.ac.at 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik der Universität Innsbruck 
Strasse/Postfach: Innrain 52 
Postleitzahl: 6020 
Stadt: Innsbruck 
Telefon: +43 512 507-4121 
Fax: +43 512 507-2899 
E-Mail: Germanistik@uibk.ac.at 
Internetadresse: http://www.uibk.ac.at/germanistik/ 
LandÖsterreich
Ediert von  H-Germanistik
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