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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literaturwissenschaftliches Kolloquium Duisburg-Essen"
TitelLiteraturwissenschaftliches Kolloquium Duisburg-Essen
BeschreibungLiteraturwissenschaftliches Kolloquiun an der Universität Duisburg-Essen

Veranstaltet von Prof. Dr. Ursula Renner-Henke, Prof. Dr. Rolf Parr,
PD Dr. Johannes F. Lehmann, Prof. Dr. Clemens Kammler



Das Literaturwissenschaftliche Kolloquium ist eine langjährige etablierte Vortragsreihe, in der eine Vielzahl von renommierten Mitgliedern der scientific community und jüngere Nachwuchswissenschaftlerinnen ihre Forschungen zur Diskussion stellen.

Die Termine sind jeweils mittwochs
von 18-20 Uhr in Raum R12 S03 H20, Campus Essen.

Programm des Wintersemesters 2012/13

24.10.2012
PD Dr. Johannes Lehmann (Duisburg-Essen):
Den Anfang erzählen: Zum Verhältnis von Fallgeschichte und Vorgeschichte

Der Vortrag zeigt, dass Fallgeschichten, wie sie in verschiedenen Wissensdisziplinen seit Ende des 18. Jahrhunderts Konjunktur haben, ein kausal-genetisches Erzählschema etablieren, das die Frage nach dem Anfang aufwirft und daher in die Unterscheidung von Geschichte/Fallgeschichte und Vorgeschichte einmündet. Das Verhältnis von Fallgeschichte und Vorgeschichte wird an Hand der Erzählung „Zerbin“ von J.M.R. Lenz exemplarisch untersucht und, vor dem Hintergrund der um 1800 entstehenden historischen Disziplin der Vorgeschichte, als narratives Muster in Literatur und Wissen des 19. Jahrhunderts theoretisch in den Blick genommen.

7.11.2012
Dr. Lorenz Jäger (FAZ, Frankfurt a.M.):
Das Schicksal lesen: Kafkas Legende und Horváths Bäume

„Signaturen des Schicksals“ hat Lorenz Jäger sein neues Buch genannt. Damit wird ein Begriff in die Literaturwissenschaft eingeführt, der lange aus der öffentlichen Sprache überhaupt verschwunden war. Und mehr: Jägers These, dass Texten, ob sie nun literarischer oder philosophischer Natur sind, eine antizipierende Kraft innewohnt – der Autor weiß mehr, als er zur Zeit der Abfassung ahnt – dreht die biographische Lesart um. Nicht das Leben erklärt das Werk, sondern das Werk deutet künftige Ereignisse an. Durchgeführt wird die Schicksalsanalyse an Schriften von Freud und Rosenzweig, Kafka, Ernst Nolte und Ödon von Horvàth.

21.11.2012
Prof. Dr. Andrea Polaschegg (HU Berlin):
"daß nicht alles gleich ganz da ist". Überlegungen zur Literatur als Verlaufskunst

Der Vortrag stellt die nur vermeintlich banale Beobachtung ins Zentrum, dass literarische Texte – gleich welcher Gattung – lesend durchlaufen werden müssen, um überhaupt zum Gegenstand, Ort und Medium ästhetischer Erfahrung oder literarischer Kommunikation werden zu können. Diskutiert werden sollen zum einen die gattungsspezifischen Strategien der Literatur, mit ihrer eigenen unhintergehbaren Verläuflichkeit zu arbeiten und durch sie (hindurch) aisthetische, poetische und epistemologische Effekte zu erzielen. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, warum die Literaturwissenschaft den Verlaufscharakter ihres Gegenstandes bis heute mit weitgehender Nichtbeachtung straft und ihm zuweilen sogar so große Ressentiments entgegenbringt, dass auf der inoffiziellen Liste der „bösen Wörter“ des Fachs die ‚Linearität’ ganz oben rangiert.

5.12.2012
PD Dr. Sabine Nessel (FU Berlin):
Wenn die Tiere antworten würden. Zur Medialität der Tiere in Zoo und Kino

In der abendländischen Denktradition wird das Tier vielfach dem Bereich des Nicht-Sprachlichen zugeordnet. Gleichzeitig sind kulturhistorisch stets auch sprechende Tiere zu verzeichnen. Sei es im Alten Testament, in Goethes Reineke Fuchs oder in Kafkas Ein Bericht für eine Akademie, in welchem Rotpeter aus seinem äffischen Vorleben berichtet. Und womöglich handelt es sich bei den sprechenden Tieren und den nicht-sprechenden Tieren um zwei Seiten einer Medaille: der Idee vom Tier als dem Anderen. Im Rahmen des Vortrags soll die Aufmerksamkeit auf die Stimmen der Tiere gelenkt werden. Im Mittelpunkt stehen Interferenzen zwischen Tierbildern und Menschenstimmen in Zoo und Kino. Denn beide – Zoo und Kino gleichermaßen – zeigen ‚lebende’ Tiere und machen ihre Stimmen vernehmbar.

9.1.2013
Prof. Dr. Martina Wagner-Egelhaaf (Universität Münster):
Autorschaft als Skandal

Dem Vortrag liegt die These zugrunde, dass Literatur in der Öffentlichkeit in erster Linie über den Autor bzw. die Autorin wahrgenommen wird. Der Autor ist der Akteur im literarischen Feld, der nicht selten auch im politischen Bereich der öffentlichen Meinung seinen Auftritt hat. Dies gilt zumal, wenn Autoren und Autorinnen zum Gegenstand von Skandalen werden. Vor dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Skandaltheorien, die literaturwissenschaftlich weiterentwickelt werden, analysiert der Vortrag einige Autorschaftsskandale der jüngeren Vergangenheit, wie z.B. den Skandal um Martin Walsers Paulskirchenrede, den Skandal um Günter Grass‘ Mitgliedschaft in der Waffen-SS sowie sein umstrittenes Israel-Gedicht und den Skandal um Peter Handkes Jugoslawien-Texte.

30.1.2013
PD Dr. Christof Hamann (Universität Köln):
Schweben. Zu einer Erzählfigur im Werk Uwe Timms

Mit "Ich schwebe" beginnt der Roman "Rot" von Uwe Timm. 'Schweben' besitzt auch in anderen Texten Uwe Timms eine auffällige Rekurrenz. Die räumliche und zeitliche Ordnung dieses prekären Verweilens 'zwischen Himmel und Erde', dem stets der Absturz und der Tod droht, untersuche ich im ersten Teil meines Vortrags. Im zweiten erörtere ich Interferenzen zwischen Schweben und Erzählen resp. Schreiben vor allem anhand der Romane "Morenga" und "Halbschatten": Ballonfahrt bzw. Fliegerei symbolisieren eine 'Kunst des schönen Überflusses',des 'freien Spiels', das ständig der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt ist.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-due.de/literaturwissenschaft/veranstaltungen_kolloquium...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortEssen
Beginn24.10.2012
Ende30.01.2013
PersonName: Dr. Patrick Eiden-Offe 
Funktion: Wissenschaftlicher Mitarbeiter 
E-Mail: Patrick.Eiden-Offe@uni-due.de 
KontaktdatenName/Institution: Patrick Eiden-Offe 
Strasse/Postfach: Universitätsstraße 12 
Postleitzahl: 45117 
Stadt: Essen 
Telefon: 0201-183 6188 
E-Mail: Patrick.Eiden-Offe@uni-due.de 
Internetadresse: http://www.uni-due.de/literaturwissenschaft/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Klassiker; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Ediert von  H-Germanistik
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