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Ergebnisanzeige "[dia'lÄktik] – Deutschschweizer Literatur zwischen Mundart und Hochsprache"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel[dia'lÄktik] – Deutschschweizer Literatur zwischen Mundart und Hochsprache
Beschreibung[dia'lÄktik] – Deutschschweizer Literatur zwischen Mundart und Hochsprache

Organisation: Dr. Simon Aeberhard, Deutsches Seminar der Universität Basel; Dr. Stefanie Leuenberger, Professur für Literatur- und Kulturwissenschaft der ETH Zürich; Dr. Caspar Battegay, Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel

19.-20.10.2012, Deutsches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 4, 4051 Basel

Welche Stellung der Dialekt gegenüber dem Hochdeutschen einnimmt oder einnehmen sollte, ist in der Deutschschweiz immer wieder Gegenstand heftiger Kontroversen. Anders als etwa in Deutschland erfährt er hier eine starke Bedeutungsaufladung: Er erscheint als Residuum des ,Eigenen’, einer ursprünglichen ‚Natürlichkeit’ beim Umgang ,Ähnlicher’ miteinander und einer entsprechend verteidigten ,Authentizität’ und wird gegen das Hochdeutsche ausgespielt, das als ,Aufoktroyiertes’, als ‚Formelles’, als hierarchisierendes Instrument der Institutionen, der Macht und der ,Unterdrückung’ bezeichnet wird. Die ,Essenz’ des Deutschschweizerischen wird im Dialekt verortet, wogegen die Hochsprache das ,Fremde’ darstellt. Auf der anderen Seite gibt es den Versuch, der Tendenz zum Ethnochauvinismus entgegenzuarbeiten und den Dialekt als Sprachelement zu verstehen, das sich der Instrumentalisierbarkeit entzieht und sich auf keine Bedeutung festlegen lässt. Dies ist der diskursive Kampfplatz, auf dem sich zeigt, dass der Dialekt nicht nur eine sprachliche, sondern eine immer wieder aktualisierte politische Angelegenheit ist, der nationale Bedeutung beigemessen wird.
Forschungsarbeiten haben diese Situation oft in der Aussage zusammengefasst, die Deutschschweizer Literatur entstehe im „Spannungsfeld“ zwischen Dialekt und Hochsprache. Nur selten aber wurden bisher die Implikationen dieser „Spannung“ an konkreten literarischen Beispielen untersucht. Es existieren erst wenige Studien zur poetischen Funktion des Dialekts in der Literatur, die umfassende Textlektüren bieten. In den Fokus der geplanten Tagung sollen Texte gerückt werden, die den Dialekt als genuin poetisches Mittel – und als solches dialektisch – nutzen: Studiert werden soll die ästhetische Funktion und Bedeutung der dialektalen Elemente in hochdeutschen Texten sowie der Mundart in Dialekttexten. Dabei können unterschiedliche methodische Ansätze leitend sein.


TAGUNGSPROGRAMM:

Freitag, 19.10.2012
Deutsches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 4, 4051 Basel, Raum 5

13.00 Uhr
Stefanie Leuenberger (Zürich): Begrüssung und Einführung

13.15 Uhr
Martin Stingelin (Dortmund): Dialektale bzw. dialektische Mehrsprachigkeit im „Cambridge-Notizheft. Tagebuch 1968“ von Mani Matter

Felix Christen (Zürich): „Unreinheit der Sprache“. Bemerkungen zu Pedro Lenz’ Poetik

Kommentar: Reto Sorg (Bern)

(Pause 14.50–15.20h)

15.20 Uhr
Martina Wernli (Würzburg): „Ich fange ahn mit Affen: Ab’r i weis miih tühri Seel nit me wie das ahfaht.“ Anfänge, Übergänge und Dialekt(e) bei Adolf Wölfli

Christa Baumberger (Bern): „In fremde Häute schlüfen“ - Die Dialektik von Ein- und Ausschluss in Glausers Psychiatrieroman „Matto regiert“ und Emmy Hennings’ „Gefängnis“-Romanen

(Pause 16.15-16.35)

16.35 Uhr
Peter Stocker (Bern): Provinzialwörter als Stilmittel bei Robert Walser

Kommentar: Hubert Thüring (Basel)


Abendprogramm im Literaturhaus Basel, Barfüssergasse 3, 4051 Basel

18.00 Uhr Apéro

19.00 Uhr
Lesung und Podiumsdiskussion mit Raphael Urweider, Händl Klaus und Pedro Lenz
„es Härz so schwär“/ „mein Herz so triefend schwer“
Mundartliteratur zwischen Totenmügerli-Effekt und Weltliteratur
Moderation: Reto Sorg (Robert Walser-Zentrum, Bern)
Eintritt: CHF 17.-/ ermässigt CHF 12.-, für Tagungsteilnehmer kostenlos

Samstag, 20.10.2012
Deutsches Seminar der Universität Basel, Nadelberg 4, 4051 Basel, Raum 3

9.30 Uhr
Philipp Theisohn (Zürich): Gotthelf. Über Mundart als narrative Strategie

Jörg Marquardt (Zürich): Der unsichtbare Dialekt in Johanna Spyris „Heidi“-Romanen

(Pause: 10.25–10.45h)

10.45 Uhr
Dominik Müller (Genf): Ein Autor - zwei Werke. Das Nebeneinander von „Hauptsprache“ und Mundart bei C. A. Loosli

Kommentar: Peter Utz (Lausanne)

12.00 Uhr Mittagessen


13.45 Uhr
Caspar Battegay (Basel): In Schizogorsk. Die zwiespältige Landschaft der Deutschschweizer Literatur

Simon Aeberhard (Basel): Die Künstliche Muttersprache. Hermann Burgers dialektische Etymogeleien

(Pause: 14.40-15.00 Uhr)

15.00 Uhr
Sandro Zanetti (Zürich): „Coffertori!“ Arno Camenisch und die Kunst des Dialekt-Zitats

Kommentar: Irmgard Wirtz (Bern)

16.00 Uhr Schlussdiskussion


Die Veranstalter danken der Stiftung Mercator Schweiz, der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel und der Universität Basel für ihre grosszügige Unterstützung.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDeutsches Seminar, Universität Basel
Beginn19.10.2012
Ende20.10.2012
PersonName: Leuenberger, Stefanie [Dr.]  
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Literatur- und Kulturwissenschaft, ETH Zürich 
E-Mail: stefanie.leuenberger@gess.ethz.ch 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Stefanie Leuenberger, Professur für Literatur- und Kulturwissenschaft ETH Zürich 
Strasse/Postfach: Rämistr. 101 
Postleitzahl: 8092 
Stadt: Zürich 
Telefon: +41 44 632 26 78 
E-Mail: stefanie.leuenberger@gess.ethz.ch 
Internetadresse: http://www.lit.ethz.ch/people/sleuenbe 
LandSchweiz
SchlüsselbegriffeSprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945
Zusätzliches SuchwortDeutschschweizer Literatur, Dialekt, Diglossie, Kulturpolitik, Übersetzung
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 15.00.00 19. Jahrhundert; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.12.00 Realismus; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.07.00 Schweiz; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.12.00 Schweiz
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