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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sich selbst aufs Spiel setzen. Spiel als Technik und Medium der Subjektivierung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSich selbst aufs Spiel setzen. Spiel als Technik und Medium der Subjektivierung
BeschreibungKonferenz
Sich selbst aufs Spiel setzen. Spiel als Technik und Medium der Subjektivierung

Datum: 04. - 06.10.2012, Freie Universität Berlin
Leitung: Prof. Dr. Christian Moser (Bonn) und Dr. des. Regine Strätling (Berlin)

Veranstaltende Institute:
Internationales Graduiertenkolleg "InterArt"
Freie Universität Berlin
Grunewaldstr. 34
12165 Berlin

Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft
am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn
Am Hof 1d
53113 Bonn

Abstract (deutsche & englische Version)

Historisch und kulturell bestimmte Formen des Spiels gehören zu den bedeutendsten Techniken der Subjektivierung. Das gilt auch – jenseits entwicklungsbiologischer und -psychologischer Aspekte – für das erwachsene Subjekt, dem gesellschaftlich determinierte Spielräume die Möglichkeit der Selbsterkundung und Selbsterprobung geben. Das interdisziplinäre Symposium Sich selbst aufs Spiel setzen. Spiel als Technik und Medium von Subjektivierung soll diese These erproben, indem zum einen spielerische Formen von Selbstbezügen zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen kulturellen Kontexten analysiert werden und zum anderen untersucht wird, wie die theoretische Auseinandersetzung mit Selbstbezug und Autobiographie durch den Begriff des Spiels angeregt werden kann. Zwar hat bereits die poststrukturalistische Philosophie den Versuch unternommen, das Subjekt als Effekt eines Spiels zu denken. Sie fasste das Spiel jedoch nicht als kulturelle Praxis, sondern als eine universale, frei schwebende, jegliche diskursive Tätigkeit des Menschen von vornherein unterminierende Eigenschaft der Sprache. Im Kontrast dazu geht dieses Symposium von einem Spielbegriff aus, der das Spiel dezidiert als kulturelle Form und soziale Praxis begreift. Es greift damit die bis Schiller zurückreichende Reflexion auf den starken Formbezug des Spiels auf. Was für das Spiel gilt, gilt in ähnlicher Weise auch für den Prozess der Subjektivierung; sie erfolgt immer unter Rekurs auf Regeln, auf ethische, soziale und kulturelle Normen und Codes. Darum fragt das Symposium nach den Regeln und Formen, die zu verschiedenen Zeiten spielerische Selbstverhältnisse begründet haben; dabei sollen räumlich-zeitliche Aspekte und mediale Dimensionen der ludischen Subjektkonstitution herausgearbeitet werden. Insbesondere sind wir an der Vielzahl literarischer und künstlerischer Formen interessiert, in deren Rahmen spielerische Selbsterprobung und autoethnographische Experimente stattfinden. Inwiefern eröffnen Kunst und Literatur dem Subjekt einen imaginären Spielraum des Selbstentwerfens und Selbstexperimentierens? Welchen Stellenwert besitzt das Spiel mit fiktiven Masken des Selbst? Und wie gestaltet sich die Medialität des subjektkonstitutiven Spiels konkret je nach den verwendeten technischen und künstlerischen Medien?
* * *
Historically and culturally determined forms of play are among the most significant techniques of subjectivisation. This also applies – beyond developmental aspects – to the adult subject which is enabled to explore and test itself within socially determined spaces of play. The interdisciplinary symposium Play as Technique and Medium of Subjectivisation intends to test this idea by analysing ludic forms of self-constitution in different historical settings and in various cultural contexts. Furthermore, it aims to examine how the notion of play can stimulate the theoretical discussion of subjectivity and autobiography. Although poststructuralist philosophy conceived of the subject as an effect of play, it never looked at play as a cultural practice but as a universal, freely floating characteristic of language that undermines all discursive human activities from the start. In contrast, we propose a notion of play that defines it as a cultural form and social practice. This approach takes up the idea of a strong formality of play, an idea reaching back to Schiller. What applies to play is similarly true for the process of subjectivisation. Subjectivity is always constituted by taking recourse to rules, ethical, social and cultural norms and codes. The symposium will take a closer look at the rules and forms that have shaped ludic self-fashioning at different times. Of particular interest are spatiotemporal aspects and medial dimensions of play, as well as the wide range of literary and artistic forms that create a space for ludic self-relations and autoethnographic experiments. To what extent do art and literature provide an imaginary space for self-design and selfexperiment? How and to which purpose does one play with fictional masks of the self? And how do the technical and artistic media that are used influence the mediality of play?


Vorläufiges Programm

Donnerstag, 4. Oktober 2012
13.00 Ankunft, gemeinsames Mittagessen
15.00 – 16.45 Begrüßung durch Erika FISCHER-LICHTE und die Veranstalter
Einführung Sektion I: Spielregeln und Spielformen

Beiträge Sektion I:

Clare BRANT, Philosophical Playthings? Balloons and the play of ideas

Nicola GESS, Vom Täuschen und Zerstören. Spiel und Kunst aus der Perspektive der Entwicklungspsychologie um 1900

16.45 – 17.15 Pause

17.15 – 18.35 Fortsetzung Beiträge Sektion I:

Dorothea VON MÜCKE, Spiel als Selbsttechnik der Entmoralisierung in Lessings Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück

Heide VOLKENING, Arbeit am Charakter. Über Kant, Schiller, aufklärerischen Fleiß und ästhetisches Spiel

18.35 – 19.00 Pause

19.00 – 20.20 Fortsetzung Beiträge Sektion I:

Martin STINGELIN, Wie Robert Walser in Fritz Kochers Aufsatzspielen sich selbst aufs Spiel setzt

Sabine MAINBERGER, Wort-Akrobatik und andere (autobiographische) Spiele: zu Vladimir Nabokov


Freitag, 5. Oktober 2012

09.00 – 10.40 Fortsetzung Beiträge Sektion I:

Knut EBELING, Spiel und Verausgabung. Surrealistische Spieltheorien bei Bataille und Caillois


Einführung Sektion II: Spielzeiten und Spielräume
Beiträge Sektion II:
Martina WAGNER-EGELHAAF, Goethe spielt Goethe

10.40 – 11.10 Pause

11.10 – 12.30 Fortsetzung Beiträge Sektion II:

Robert PFALLER, Vom Narzissmus zum Humor – und zurück. Spielerische Initiationen und desinitiierende Gesellschaften

Christian MOSER, Autoethnographische Spiele: Huizinga, Lévi-Strauss, Geertz

12.30 – 14.30 Mittagessen

14.30 – 15.50 Fortsetzung Beiträge Sektion II:

Gisela ECKER, AUSZEITen
Regine STRÄTLING, Trauerspiele

15.50 – 16.20 Pause

16.20 – 18.00 Einführung Sektion III: Medialität und Materialität des Spiels
Beiträge Sektion III:

Julia WATSON, Virtual Play, Visible Lives: The New Subjects of Online Environments (paper co-written with Sidonie SMITH)

Andrej MIRCEV, Diary as the (play)ground of identity


Samstag, 6. Oktober 2012

09.00 – 10.20 Fortsetzung Beiträge Sektion III:

Robin CURTIS, Da, wo es weh tut: das historische Subjekt und das Spiel

Felicitas ZEEDEN, Von irritierten Körpern und theatralen Selbstbekenntnissen. Potenziale der Subjektivation in interaktiven Theateraufführungen

10.20 – 10.50 Pause

10.50 – 12.10 Fortsetzung Sektion III:

Steffen SIEGEL, Mit Bildern spielen – in Bildern spielen

Josef FRÜCHTL, Interrationale Beziehungen, oder: Das Subjekt ist nur da ganz modern, wo es spielt

12.10 – 13.00 Abschlussdiskussion

13.00 Warmer Imbiss zum Ausklang
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/v/interart/veranstaltung...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn04.10.2012
Ende06.10.2012
PersonName: Prof. Dr. Christian Moser 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: komparatistik@uni-bonn.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Christian Moser, Institut für Germanistik, Abt. Komparatistik, Universität Bonn 
Strasse/Postfach: Am Hof 1 
Postleitzahl: 53111 
Stadt: Bonn 
Telefon: 0228 737767 
Fax: 0228 733988 
E-Mail: komparatistik@uni-bonn.de 
Internetadresse: komparatistik.uni-bonn.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Medien- u. Kommunikationstheorie; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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