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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Narrated Communities - Narrated Realities: Erzählen als Erkenntnisprozess und kulturelle Praxis"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelNarrated Communities - Narrated Realities: Erzählen als Erkenntnisprozess und kulturelle Praxis
BeschreibungNARRATED COMMUNITIES – NARRATED REALITIES
Erzählen als Erkenntnisprozess und kulturelle Praxis
Internationale Jahrestagung des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
9.–11. Oktober 2012, Wien.

Erzählen, als Grundform kognitiver Verarbeitung, zählt zu den elementaren Kulturtechniken: Nicht ‚Realität‘ an sich, erst erzählte Wirklichkeit ordnet Ereignisse, Akteure und Handlungen zeitlich, d.h. vom Ende her, auf einen den menschlichen Bedürfnissen entsprechenden, sinnhaften Ausgang hin.

Über bestimmte Narrative von Wirklichkeiten bilden sich Erinnerungsgemeinschaften. Kollektive Identität beruht damit nicht nur auf einer „imagined community“ (B. Anderson), sondern auch auf einer „narrated community“. Damit gewinnt die Frage der Erzählhoheit über die Wirklichkeit auch eine eminent machtpolitische Dimension.

Konstruiert Erzählung ‚geschichtliche‘ Wirklichkeit, so entwirft sie auch neue mögliche Welten – nicht nur in der Literatur: Auch in den (‚exakten‘) Naturwissenschaften vermag Erzählung als imaginative Simulation möglicher Prozesse mangelnde empirische Daten zu ersetzen und so erst eine konsistente Theoriebildung zu ermöglichen.

Wirkungserweiterung erfährt Erzählung durch Übersetzungen in unterschiedliche Medien und Symbolsysteme. Dabei führen transmediale Umformungen von Narration in der Musik, bildenden Kunst und im Film zugleich in Grenzfelder der kulturellen Translation.

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Narration, as a basic form of cognitive processing, is a fundamental cultural technique. Not “reality” itself, but rather the narration of reality arranges events, actors and actions over time. In using the ending as its starting point, narration points toward an outcome that fulfills the human need to create meaning.

Communities of memory can form around certain narratives of reality. Collective identity is thus based not only on an “imagined community” (B. Anderson), but also on a “narrated community”. And whoever can dominate narration has the power to create a special version of reality, thereby engendering narration with a political dimension.

Narration not only constructs “historical” reality, but also creates new worlds, not only in literature. Even in the (supposedly exact) sciences, narration, as an imaginative simulation of possible processes, can replace a lack of empirical data, thus allowing for consistent theories to evolve.

The impact of narration is increased by its translation into various media and symbol systems. Transmedial transformations of narration by music, the visual arts and film thereby lead into the border zones of cultural translation.

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PROGRAMM

Dienstag, 9.10.2012

I. Eröffnung

18:00
MICHAEL RÖSSNER (Wien): Begrüßung

Einleitungsreferate (Moderation: Michael Rössner)

18:20
CHRISTINE IVANOVIC (Wien): Narration statt Narrativ? Erzählen als Medium der historischen Gesellschaftsanalyse bei Hannah Arendt

19:00
MICHAEL BÖHLER (Zürich): „… die Abstraktion, vor der wir uns fürchten, unschädlich machen“: Goethe der Wissenschaftler, der Wissenschaftserzähler und -übersetzer


Mittwoch, 10.10.2012

II. Wissen und Erzählung (Moderation: Peter Stachel)

09:00
JOCHEN GLÄSER (Berlin): Mörtel, Steine, Bauwerk: Drei Typen von Erzählungen in der Wissenschaft

10:00
ARIANNA BORRELLI (Wuppertal): Zwischen Logos und Mythos: Narrative von ‚naturalness‘ und die Suche nach der ‚neuen Physik‘ in der Hochenergieforschung

10:40
Kaffeepause

11:00
KLAUS MECKE (Erlangen-Nürnberg): Grüne Quarks und weißer Quark: Quantitative Metapher und FORMEL ∈ Tropen?

11:40
AURA HEYDENREICH (Erlangen-Nürnberg): Closed Timelike Curves: Physikalische Zeitkonzeption als narrative Zeitkonfiguration in Richard Powers’ „Der Klang der Zeit“

12:20
Mittagspause

III. Identität und Erzählung (Moderation: Monika Mokre)

14:00
BRIGITTE BOOTHE (Zürich): Das Leben ein Traum: Personalisierung im Erzählprozess

14:40
CHRISTOPH LEITGEB (Wien): Das Unheimliche erzählen: Zur Translation von Freuds Essay in Theorien der Fiktion

15:20
Kaffeepause

15:40
DOROTHEE BIRKE (Freiburg/Br.): Doris Lessing and the Ethics of Narrated Memory

16:20
ELENA MESSNER (Wien): Literatur und (supra-)nationale Identität im postjugoslawischen Raum

18:00
MAJA HADERLAP (Klagenfurt): Lesung aus „Engel des Vergessens“

MICHAEL RÖSSNER (Wien): Begrüßung zur Lesung

HERMANN BLUME (Wien): Einführung


Donnerstag, 11.10.2012

IV. Translation und Erzählung (Moderation: Federico Italiano)

09:00
MICHAEL RÖSSNER (Wien): Übersetzungen identitätsstiftender Erzählungen: Die Figur des Cid in spanischen und lateinamerikanischen Texten vom 12. bis in das 20. Jahrhundert

10:00
BIRGIT LODES (Wien): Stimmen, Zeiten, Mythen: Narrativität in Beethovens Spätwerk?

10:40
Kaffeepause

11:00
ANTONIO BALDASSARRE (Luzern): Who Talks to Whom and What Are They Saying? Considerations on Nineteenth-Century French Orientalist Art as a Paradigm of Narration and Translation:

11:40
DENIZ GÖKTÜRK (Berkeley) : Archive in Bewegung: Migration und Orientierung im digitalen Zeitalter

12:20
Kaffeepause

Review

12:30
ANIL BHATTI (Tübingen/New Delhi): Kommentar
Schlussdiskussion


Veranstaltungsort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften: Theatersaal. 1010 Wien: Sonnenfelsgasse 19


Kontakt:
Dr. Hermann Blume
E-mail: Hermann.Blume@oeaw.ac.at
Web: http://www.oeaw.ac.at/ikt/veranstaltungen/

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.oeaw.ac.at/ikt/veranstaltungen/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWien
Beginn09.10.2012
Ende11.10.2012
PersonName: Dr. Hermann Blume 
Funktion: Konzept 
E-Mail: Hermann.Blume@oeaw.ac.at 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Hermann Blume, Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte (IKT) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 
Strasse/Postfach: Postgasse 7/4/3 
Postleitzahl: 1010 
Stadt: Wien 
Telefon: +43-1-51581-3310 
Fax: +43-1-51581-3311 
E-Mail: Hermann.Blume@oeaw.ac.at 
Internetadresse: http://www.oeaw.ac.at/ikt/ 
LandÖsterreich
SchlüsselbegriffeFachkommunikation (Fachsprache, institutionelle Kommunikation, Wirtschaftskommunikation, Sprache im Beruf, Terminologiewissenschaft, Technische Kommunikation/ Technischer Redakteur); Kognitive Linguistik (Metapherntheorie, Prototypentheorie, Konzeptualisierung); Methodologie / Wissenschaftsgeschichte; Pragmatik (Sprechakttheorie, Implikatur, Handlungstheorien, Historiopragmatik); Semiotik (Text und Bild); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Erzähltheorie; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortIdentität, Translation, Kognition, Transmedialität
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.04 Dichtung und Musik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.11.00 Übersetzung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.04.00 Weltliteratur; 13.00.00 Goethezeit > 13.01.00 Forschung; 13.00.00 Goethezeit > 13.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 13.00.00 Goethezeit > 13.14.00 Zu einzelnen Autoren; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.01.00 Forschung
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