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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Skandalautoren"
RessourcentypCall for Papers
TitelSkandalautoren
BeschreibungSkandalautoren. Zu repräsentativen Mustern literarischer Provokation und Aufsehen erregender Autorinszenierungen.
– Call for Papers / Beiträge zu einem Sammelband –

Immer wieder hört oder liest man davon: Skandale sind „allgegenwärtig“, auch in der Literatur. Wer das Feuilleton verfolgt, bekommt leicht den Eindruck, dass ständig mehr oder weniger große Literaturskandale ablaufen. Die ihnen zugrunde liegenden Vorgänge sind vertraute, vielleicht sogar schon länger „chronische“ Riten unseres Kulturbetriebs. Angesichts dieser Regelmäßigkeit und der Beachtung, die der Literatur als Skandal gerade in den vergangenen Jahrzehnten zukam, verwundert ein gewisser Mangel an literaturwissenschaftlicher Skanda1forschung. Zwar wurden bereits Sammelbände mit Überlegungen zur Theorie des literarischen Skandals oder Betrachtungen exemplarischer Fälle der deutschsprachigen Literaturgeschichte veröffentlicht, eine umfassendere wissenschaftliche Erschließung ist aber bisher Desiderat geblieben. Der Forschungsbereich „Literaturskandal“ ist noch zu großen Teilen unbearbeitet. Der geplante Sammelband soll jedoch keinen neuerlichen Versuch darstellen, diesen Bereich insgesamt zu vermessen, sondern möchte zu dessen wissenschaftlicher Erschließung beitragen, indem er sich einem Teilaspekt des Phänomens Literaturskandal widmet: der Rolle der Autoren.
Eine Beschäftigung mit diesem Thema wirkt ebenso spannend wie aufschlussreich: Literaturskandale generell geben verstärkt Auskünfte über Bedingungen innerhalb des literarischen Feldes, auch Einsichten in die Beziehungen von Literatur und anderen gesellschaftlichen Bereichen sind durch ihre Analyse zu gewinnen. So geht es im Zuge von Literaturskandalen häufig um die Position des Autors in der Literatur bzw. in der Gesellschaft. Entsprechend lohnenswert erscheinen Blicke auf „Skandalautoren“ und Untersuchungen ihrer spezifischen „Skandalösität“. Hier können einfache Beobachtungen zu interessanten Ausgangsfragen anregen: Während Skandale in der Politik den Skandalisierten oft die Karriere kosten, kommen Kunstskandale den Künstlern meist gar nicht ungelegen. In vielen Fällen werden sie nicht vermieden, sondern bewusst in Kauf genommen oder sogar eigens provoziert. Auch in der Literatur scheint dem so zu sein: In der Provokation von Aufregung, der öffentlichen Infragestellung gesellschaftlicher Ordnungsmuster, dem Überraschen mit neuen ästhetischen Ansätzen und der Anregung von Diskursen können wesentliche Ansprüche moderner Literaten gesehen werden. Zudem sorgen Skandale meist für erhöhte Aufmerksamkeit und damit für mehr Publikum und Auflage. Nicht wenige Autoren sind vor allem als Skandalautoren bekannt. Doch worauf gründet eine solche Wahrnehmung in den einzelnen Fällen? Welche Autoren wurden als Skandalisierte nur missverstanden? Welche Strategien der (Selbst-) Skandalisierung lassen sich bei anderen erkennen? Ist die Skandalösität als eine besonders ungeschickte oder geschickte Art der Autorinszenierung anzusehen? Wie hat sich die Beziehung von Autoren zum Skandal – und damit eben zur Öffentlichkeit bzw. zu den Medien – im Laufe der Zeit verändert? Wie gingen und gehen skandalisierte Literaten mit Skandalen um? Lassen sich bei einigen Autoren Entwicklungslinien im Verhältnis zum Skandal erkennen?
Diesen und weiteren Fragen soll die geplante Publikation in Einzelbeiträgen nachgehen. Willkommen sind sowohl Aufsätze, die sich auf einer allgemeineren Ebene mit skandalorientierten Konzepten von Autorschaft beschäftigen, als auch Aufsätze, die ganz konkret einen einzelnen „Skandalautor“ in den Blick nehmen. Hier soll es nicht darum gehen, historische Fälle biographisch zu schildern; eine zusätzliche Personalisierung der ohnehin stets personenbezogenen Skandalfälle soll vermieden werden. Vielmehr geht es uns um die Fragen: Welche charakteristischen Muster der jeweiligen Werke, der historischen Situation, Autorschaftskonzeption, Selbstinszenierung, Fremdwahrnehmung etc. sind zu erkennen, die diesen Autor zum Skandalautor prädestinieren? Gerne sind Antworten darauf im interdisziplinären Verweis auf die Skandalforschung anderer Wissenschaften (Politik- und Medienwissenschaft, Kunstgeschichte, Soziologie etc.) möglich. Auch wollen wir die zeitliche wie kulturelle Perspektive nicht einengen: Untersuchung zu Skandalautoren der Gegenwart wie der Vergangenheit, der deutsch- wie fremdsprachigen Literatur sind gleichermaßen willkommen.

Wir freuen uns auf Ihre Beitragsvorschläge. Bitte richten Sie dazu ein Kurz-Exposé (ca. 250 Wörter) sowie einige Angaben zu Ihrer Person bis zum 31.12.2012 per Mail an uns (andrea.bartl@uni-bamberg.de und martin-georg-kraus@web.de). Die Auswahl der Beiträge erfolgt bis Mitte Februar 2013, der Sammelband erscheint noch 2013 im Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg.

Herausgeber des Sammelbandes / Kontaktadresse:
Prof. Dr. Andrea Bartl und Martin Kraus
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
An der Universität 5
96047 Bamberg
andrea.bartl@uni-bamberg.de
martin-georg-kraus@web.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-bamberg.de/germ-lit2/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.12.2012
Anmeldeschluss31.12.2012
PersonName: Andrea Bartl 
Funktion: Professorin an der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft 
E-Mail: andrea.bartl@uni-bamberg.de 
KontaktdatenName/Institution: Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: An der Universität 5 
Postleitzahl: 96047 
Stadt: Bamberg 
E-Mail: andrea.bartl@uni-bamberg.de; martin-georg-kraus@web.de 
Internetadresse: http://www.uni-bamberg.de/germ-lit2/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Zusätzliches SuchwortSkandal
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