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Ergebnisanzeige "Gewissen zwischen Gefühl und Vernunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf das 18. Jahrhundert"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelGewissen zwischen Gefühl und Vernunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf das 18. Jahrhundert
BeschreibungInternationale Tagung: Gewissen zwischen Gefühl und Vernunft. Interdisziplinäre Perspektiven auf das 18. Jahrhundert

02.-06.10.2012
Universität Paderborn
Raum E5.333
Warburger Str. 100
33098 Paderborn

Veranstalter: Emmy Noether-Gruppe 'Aufrichtigkeit in der Goethezeit'

Im Rahmen der Tagung soll das Gewissen im Zeitraum von der Frühaufklärung bis zur Romantik als ein Phänomen zwischen Gefühl und Vernunft rekonstruiert werden: als jene moralische Instanz, die im Spannungsfeld von theologischer Tradition, neuen moralphilosophischen Definitionen und literarischen Inszenierungen zentrale Bedeutung erlangt. Der Ausgangspunkt für die Rekonstruktion wird durch den neuzeitlichen Individualisierungsprozess bestimmt. Im Zuge der daraus resultierenden Umbrüche im Selbst- und Weltverständnis des modernen Menschen erfährt die Instanz des Gewissens eine radikale Neukonzipierung. Dieser Prozess markiert die Etablierung rationalistischer und empiristischer Ansätze, die zu einer Umstrukturierung des Legitimationsrahmens führen, welcher die moralische Qualität von Handlungen bestimmt. Diese Entwicklung wirkt auf die Auffassung des Gewissens ein und rückt es im langen 18. Jahrhundert zunehmend in einem komplexen Zusammenhang z.T. heterogener Funktionszuschreibungen ein: Vom ‚Gewissen‘ zu sprechen, heißt nun auch, konkurrierende Besitzansprüche und Grenzziehungen zu verhandeln. Dabei geht es nicht nur um die Ablösung der theologischen durch die moralphilosophische Codierung, sondern auch um die Auseinandersetzung der Moralphilosophie mit den Folgen der sich neu etablierten philosophischen Ästhetik, um die Rolle literarischer Imaginationen des Gewissens und um die Disziplinierungsversuche, die dem Gewissen durch Medizin, Recht und Politik auferlegt wurden.

Tagungsprogramm

Dienstag, 02.10.2012

bis 14:30 Anreise
14:30-15:00 Begrüßung

Sektion 1: Übergänge und Verschiebungen: Das Gewissen an der Schwelle zum 18. Jahrhundert

15:00-15:45 Peter Verbaan: Conscience - the Topology of an chameleonlike Notion
15:45-16:30 Ariane Schneck: Moralisches Gewissen und philosophisches Bewusstsein am Übergang zum 18. Jhd.
16:30-17:00 Kaffeepause
17:00-17:45 Katerina Mihaylova: Gewissen und Vollkommenheit in der deutschen Schulphilosophie
17:45-18:30 Franz Fromholzer: Reservatio mentalis. Anmerkungen zu kasuistischen Vorbehalten gegenüber dem Gewissensgerichtshof


Mittwoch, 03.10.2012

Sektion 2: Das Gewissen zwischen Moralphilosophie und Ästhetik

9:15-10:00 Fabienne Brugère: Die Erfahrung der Schönheit. Die Herrschaft der gewöhn-lichen Harmonie: Shaftesbury, Hutcheson, Hume über Gewissen
10:00-10:45 Olga Katharina Schwarz: Die Konzeption des Gewissens: ein Wechselspiel zwischen Moral und Ästhetik?
10:45-11:15 Kaffeepause
11:15-12:00 Thomas Höwing: Das Verhältnis von Urteil und Gefühl in Kants Lehre vom Gewissen
12:00-13:30 Mittagspause

Sektion 3: Szenen des Gewissens

13:30-14:15 Sebastian Treyz: „Wissen sie nichts Vernünftiges mehr zu erwidern, Schieben sie’s Einem geschwind in das Gewissen hinein“. Gewissenspoetik: Komödientheorie und
Theaterpraxis im 18. Jahrhundert
14:15-15:00 Stephan Kraft: In der Gewissensfalle. Zum Verhältnis von Gewissen und Handlung in August von Kotzebues 'Menschenhaß und Reue'
15:00-15:30 Kaffeepause
15:30-16:15 Norbert Otto Eke: „So macht Gewissen Feige aus uns allen“. Legalität und Moralität des politischen Handelns im Drama des 18. Jahrhunderts
16:15-17:00 Rainer Godel: Gewissen und Gewissheit in Friedrich Schillers Dramatik
17:00-17:30 Kaffeepause
17:30-18:15 Christoph Gschwind: „Der Mensch ist ein Franz Moor“ – Gewissen und Poetische Gerechtigkeit in Schillers Dramen 'Die Räuber' und 'Maria Stuart'

Donnerstag, 04.10.2012

Sektion 4: Gewissen und Selbst zwischen Kommunikation und Introspektion

9:00-9:45 Fritz Breithaupt: Die Stimme im Ohr. Zur Genese des Gewissens von Goethe bis E.T.A. Hoffmann
9:45-10:30 Susan-Judith Hoffmann: Imagination, Desire and the Development of Conscience in Rousseau
10:30-11:00 Kaffeepause
11:00-11:45 Marie Wokalek: Die dialogische Praktik des Gewissens bei Rousseau und Wieland
11:45-12:30 Birgit Nübel: Weibliche Figurationen des inszenierten Gewissens: Julie, Justine und Juliette
12:30-14:00 Mittagspause

Sektion 5: Rechtlich-politische und psychopathologische Aspekte des Gewissens

14:00-14:45 Jens Timmermann: Kant und das ‚vermeinte Recht‘, aus Menschenliebe zu lügen
14:45-15:30 Daniela Ringkamp: Zur Emanzipation der Gewissensfreiheit: Anmerkungen zu John Locke und Thomas Paine
15:30-16:00 Kaffeepause
16:00-16:45 Sarah Seidel: Vom Vorsatz bis zur Verurteilung. Gewissen als ‚das Andere‘ in der Kriminalliteratur des ausgehenden 18. Jahrhunderts
16:45-17:30 Stefanie Retzlaff: Gewissensangst und Selbstbefragung: Zur Genealogie psychopathologischer Fallgeschichten


Freitag, 05.10.2012

Sektion 6: Das Gewissen zwischen Liebe und Familie

9:00-9:45 Burkhard Meyer-Sickendiek: Verbotene Liebe und zärtliche Sanktion: Die Didaktik des Beschämens von Cibber bis Lessing
9:45-10:30 Simon Bunke: Gewissen und Empfindsamkeit
10:30-11:00 Kaffeepause
11:00-11:45 Olivetta Gentilin: Das Gewissen „aus der Eltern Hause“: Lenzens Auseinandersetzung mit der väterlichen Figur
11:45-12:30 Michael Heidgen: Verantwortung und Verantwortungsflucht in den Werken Heinrich von Kleists
12:30-14:00 Mittagspause

Sektion 7: Auswirkungen und Reflexionen im Übergang zum 19. Jahrhundert

14:00-14:45 Michael Weiß: Fichte über Wissen und die Grammatik von Gewissen: Zum Verhältnis von später Wissenschaftslehre und Ethik
14:45-15:30 Tatjana Sheplyakova: Vom inneren Richter zum Recht auf Authentizität. Über die Verschiebung im Gewissensverständnis von Kant über Jacobi zu Hegel
15:30-16:00 Kaffeepause


Samstag, 06.10.2012

Sektion 7 (Fortsetzung)

9:00-9:45 Franz Knappik: Moralphilosophie und Handlungstheorie in Hegels Kritik des Gewissens
9:45-10:30 Giovanna Pinna: Person und Gewissen. Philosophisch-literarische Überle¬gun-gen am Beispiel von Kleists Werken
10:30-11:00 Kaffeepause

Abschlussvortrag

11:00-11:45 Karen Feldman: “The moral law within me”: Kant and the legacy of enlightened conscience

11:45-12:30 Abschlussdiskussion

Die Tagung wird freundlich unterstützt von der DFG, der Universitätsgesellschfat und dem Präsidium der Universität Paderborn.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.aufrichtigkeit-goethezeit.de

Kontakt:
Antonio Roselli, M.A.
Emmy Noether-Gruppe 'Aufrichtigkeit in der Goethezeit'
Universität Paderborn
Warburger Str. 100/TP 21, 8218b
Mail: roselli@mail.upb.de
Tel.: 05251-60-2192

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.aufrichtigkeit-goethezeit.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPaderborn
Beginn02.10.2012
Ende06.10.2012
PersonName: Roselli, Antonio [M.A.] 
E-Mail: roselli@mail.upb.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Paderborn 
Strasse/Postfach: Warburger Str. 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
E-Mail: http://www.uni-paderborn.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Dramentheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Rhetorik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.03 Epik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.05 Weitere Formen; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen; 12.00.00 18. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.01.00 Forschung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.09.00 Empfindsamkeit; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.10.00 Sturm und Drang; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.11.00 Gattungen und Formen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.11.00 Gattungen und Formen > 12.11.02 Drama. Theater; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.11.00 Gattungen und Formen > 12.11.03 Epik; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.11.00 Gattungen und Formen > 12.11.05 Weitere Formen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.13.00 Zu einzelnen Autoren; 13.00.00 Goethezeit; 13.00.00 Goethezeit > 13.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 13.00.00 Goethezeit > 13.08.00 Spätaufklärung; 13.00.00 Goethezeit > 13.10.00 Klassik; 13.00.00 Goethezeit > 13.11.00 Idealismus; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen > 13.12.02 Drama. Theater; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen > 13.12.03 Epik; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen > 13.12.05 Weitere Formen; 13.00.00 Goethezeit > 13.13.00 Stoffe. Motive. Themen; 14.00.00 Romantik; 14.00.00 Romantik > 14.06.00 Frühromantik; 14.00.00 Romantik > 14.10.00 Gattungen und Formen; 14.00.00 Romantik > 14.10.00 Gattungen und Formen > 14.10.02 Drama. Theater; 14.00.00 Romantik > 14.10.00 Gattungen und Formen > 14.10.03 Epik; 14.00.00 Romantik > 14.10.00 Gattungen und Formen > 14.10.05 Weitere Formen; 14.00.00 Romantik > 14.11.00 Stoffe. Motive. Themen
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