VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Peter Handke: Lebensgeschichten / Werkgeschichten - Symposium"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelPeter Handke: Lebensgeschichten / Werkgeschichten - Symposium
BeschreibungPeter Handke: Lebensgeschichten / Werkgeschichten
Symposium und Literaturfest

Konzept: Thomas Eder, Klaus Kastberger

20. bis 23. september 2012
kunsthaus muerz
Wiener Straße 35 / 8680 Mürzzuschlag / Österreich

Veranstalter: kunsthaus muerz und Gesellschaft zur Erforschung von Grundlagen der Literatur
In Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek und dem Projekt «Forschungsplattform Peter Handke» (FWF P23144-G20)

Peter Handke, der im Dezember 2012 seinen 70. Geburtstag feiert, ist ein österreichischer Schriftsteller von europäischem Rang. Vor allem aber ist er als Dichter autonom und in seinem Schreiben stets risikobereit geblieben. Sein legendärer Auftritt vor der Gruppe 47 machte Handke Mitte der 1960er Jahre über Nacht zum Jungstar der deutschsprachigen Literatur. Ein Beatnik, der den Rhythmus der Zeit auf seiner Seite hatte und der Literatur und dem Theater neue Ausdrucksformen gab.

Auf seinen frühen Erfolgen ruhte sich Handke nicht aus. Stattdessen formulierte er seinen Anspruch auf poetische Wahrhaftigkeit immer wieder neu. Dabei legte er Werke vor, die sich planvoll gegen äußere Vorgaben zur Wehr setzen. Gerade dort, wo der Autor den radikal subjektiven Zugang sucht, berührt er gesellschaftliche und politische Fragen nicht nur, sondern löst bei professionellen Meinungsmachern oft die heftigsten Reaktionen aus.

Immer wieder (und so auch im Fall seiner Auseinandersetzung mit dem Zerfall Jugoslawiens) ist es die eigene Lebensgeschichte, aus der sich Handkes Schreiben nährt. Nichts ist erfunden in dieser Literatur. Alles ist vorgefunden, und sehr viel in Quellen belegt, über die der Autor auch bereitwillig Auskunft gibt. Geleitet von literarischen Einflüssen, die von antiker Geschichtsschreibung bis zu Goethe, von Homer bis Heidegger und von Parzival bis Kafka reichen, gewinnt eigenes Leben hier ästhetische Autonomie - vermittelt in dem breiten Spektrum literarischer Formen, das Handke entwickelt hat und das er bis heute beständig erweitert.

Nach der Person Handkes richtet sich mittlerweile auch ein ganz direktes biographisches Interesse. Das gegenständliche Symposium reflektiert die Relation von Leben und Schreiben in einem größeren Rahmen, indem es (erstens) der Frage nach der Rolle des Erzählens für die Ausbildung von Selbst-Konzepten nachgeht und (zweitens) die Lebensgeschichte des Autors ganz bewusst neben die Entstehungsgeschichte seiner Werke stellt. Die materiellen Spuren des Schreibens, die in Handkes Poetologie immer ein Thema sind, werden heute in Vorlassbeständen in österreichischen und deutschen Archiven unmittelbar sichtbar. Gerade auch anhand jener Werkmaterialien zeigt sich, von welchen Kräften Handkes Schreiben getragen ist und wie einzigartig sein Werk inmitten der deutschsprachigen Literatur steht.

donnerstag / 20. september / kunsthaus muerz / clix
20.00 uhr
Hans Höller: Familienkonstellationen bei Peter Handke. Eine Einführung
Libgart Schwarz: Lesung aus «Wunschloses Unglück»

freitag / 21. september / kunsthaus muerz / clix
Materialität des Schreibens

9.30 uhr
Almuth Grésillon: Literarische Handschriften aus der Perspektive der «critique génétique»
Sandro Zanetti: Notizen, Tagebucheinträge, Werke.
Perspektiven der Schreibprozessforschung auf Handkes Schriften

11.30 uhr
Ulrich von Bülow: The Philosopher’s Stone?
Peter Handkes Spinoza-Lektüren
Klaus Kastberger: Inventing Peace: Peter Handke und die Geschichte

15.30 uhr
Karl Wagner: Krieg und Widerstand in der Literatur: Peter Handkes Immer noch Sturm und Maja Haderlaps Engel des Vergessens
Juliane Vogel: Apfelgarten und Geschichtslandschaft. Fallszenarien bei Bernhard und Handke

18.00 uhr
Aus eigenen Werken lesen korrespondierende Stellen zu Peter Handke:
Reinhard Kaiser-Mühlecker
Maja Haderlap
mit anschließender Diskussion
Moderation: Thomas Eder

samstag, 22. september / kunsthaus muerz / clix
Konstruktionen Leben / Werk
9.30 uhr
Thomas Eder: «Mein Leben. 2. Teil» - Literarische Erfindung von Selbst
Nicole Rossmanith: Ich, Du und Welt er-zählend er-handeln. Cognitive Science meets Literature

11.30 uhr
Lothar Struck: Keuschnig statt Kobal - Das Wechselspiel von Sprachkritik und Erzählen im Werk Peter Handkes
Martin Sexl: Poesie als Medienkritik - Die Jugoslawien-Kriege im Werk Peter Handkes

15.30 uhr
Anja Pompe: Autorschaft ohne Vaterschaft -
Vaterschaft ohne Autorschaft. Peter Handke und Pop
Malte Herwig: Peter und die Partisanen

18.00 uhr
Aus eigenen Werken lesen korrespondierende Stellen zu Peter Handke:
Rosemarie Poiarkov
Josef Winkler
mit anschließender Diskussion
Moderation: Klaus Kastberger

sonntag, 23. september / kunsthaus muerz / clix
Handkes Orte
9.30 uhr
Eine Einführung von Katharina Pektor
anschließend Gesprächsrunde mit Kurzstatements
von Jochen Jung (Salzburg) und Alfred Kolleritsch (Graz)
Moderation: Thomas Eder

11.00 uhr
Gesprächsrunde mit Kurzstatements von Thomas Deichmann (Jugoslawien), Georg Schiffleithner (Aix), Dominik Srienc (Spanien) und Lojze Wieser (Slowenien)
Moderation: Klaus Kastberger

freier Eintritt

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMürzzuschlag
Beginn20.09.2012
Ende23.09.2012
KontaktdatenName/Institution: Thomas Eder / Universität Wien 
Strasse/Postfach: Universitätsring 1 
Postleitzahl: 1010 
Stadt: Wien 
Telefon: +43-699-10799195 
E-Mail: thomas.eder@univie.ac.at 
LandÖsterreich
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Literatur nach 1945; Literaturtheorie: Themen
Zusätzliches SuchwortPeter Handke
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.05 Literaturarchive. Museen. Forschungsinstitute. Gesellschaften. Sammlungen. Stiftungen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.14.00 Zu einzelnen Autoren; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.13.00 Zu einzelnen Autoren
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/28367

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 05.09.2012 | Impressum | Intern