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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Der Krieg und die Frauen – Geschlecht und populäre Literatur im Ersten Weltkrieg"
RessourcentypCall for Papers
TitelDer Krieg und die Frauen – Geschlecht und populäre Literatur im Ersten Weltkrieg
BeschreibungCall for Papers
Der Krieg und die Frauen – Geschlecht und populäre Literatur im Ersten Weltkrieg

Veranstalter: Deutsches Volksliedarchiv
Datum, Ort: 25.07.-27.07.2013, Freiburg i.Br.
Deadline: 09.09.2012

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges markierte für die Gesellschafts- und Kulturgeschichte Europas eine Schnittstelle, an der Traditionsbestände und Innovationsbewegungen auf verhängnisvolle Weise ineinandergreifen, sich widersprechen oder sich überlagern. In besonderem Maße gilt dies für die weibliche Bevölkerung, deren gesellschaftliche Stellung durch ihren Einsatz an der sogenannten ‚Heimatfront‘ eine Aufwertung erfuhr, die zugleich aber dem tradierten Weiblichkeitsideal der Vorkriegszeit gerecht werden sollte. In zahlreichen publizistischen Erscheinungen wurde die paradoxe Rolle der Frau im Weltkrieg literarisch verhandelt. Nicht nur etablierte Schriftstellerinnen bezogen literarisch Stellung zum Krieg, sondern vor allem die großbürgerlichen ‚Dilettantinnen‘ beteiligten sich zwischen 1914 und 1918 in beispielloser und von der Forschung bisher kaum beachteter Weise an der literarischen Kriegspropaganda in allen kriegsführenden Ländern. Zahllose Gedichte, Kampfschriften, Dramen und Romane richteten sich explizit an Frauen als Rezipientinnen und/oder wurden von patriotisch bzw. pazifistisch gesinnten Autorinnen verfasst.

Die Tagung „Geschlecht und populäre Literatur im Ersten Weltkrieg“ soll dieses Verhältnis von traditionellen Positionen einerseits und innovativen Neukonzeptionen der gesellschaftlichen Stellung der Frau andererseits in der Kriegsliteratur von Frauen und über Frauen nachgehen.
Erklärtes Ziel der Tagung ist es, die Rolle der Frau als aktiv agierendes Subjekt der vorwiegend militärisch-männlich konnotierten Kriegsgesellschaft neu zu beleuchten: Der Aktionismus vieler Autorinnen, aber auch die Verhandlung der weiblichen Kriegsbeteiligung in der literarischen Öffentlichkeit im multimedialen ‚Krieg der Worte‘ trug dazu bei, kriegsspezifische Weiblichkeitsrepräsentationen und -entwürfe zu konstruieren. Dazu gehören auch allegorische, typisierende bzw. metaphorische Darstellungen von Weiblichkeit wie etwa ‚Germania‘ oder ‚die dicke Berta‘.

Da die gedruckte und artikulierte Lyrik als eine der Leitgattungen des Ersten Weltkriegs gelten darf, soll der Tagungsschwerpunkt auf der Versform liegen. Dementsprechend wird eine explizit interdisziplinär geöffnete Herangehensweise angestrebt, die neben den herkömmlichen ‚literarischen‘ Gattungen auch die weit verbreitete Anknüpfung der Kriegsliteratur an traditionelle Volks- und Soldatenlieder, Kommersbücher und nationalreligiöses Gedankengut und deren Aufgreifen in Lied, Operette, Werbung, Karikatur oder Postkarten etc. berücksichtigt.

Besonders begrüßt werden vor allem komparatistische Studien sowie Beiträge, die intermediale Zusammenspiele und Wechselwirkungen des Populären herausarbeiten. Zudem sollten sich die Beiträge einer der drei Tagungssektionen zuordnen lassen:

1. Weibliche Selbstrepräsentation und Autorenschaft
• Weibliche Verfasserschaft
• Selbstinszenierung schreibender Frauen
• Literarische weibliche Kriegswahrnehmung
• Literarische Kommunikation zwischen Front und ‚Heimatfront‘

2. Repräsentation von Frauen und literarische Verhaltensanweisungen
• Genderspezifische Verhaltenskodierungen
• Entwicklung nationaler, patriotischer, religiöser etc. Verhaltensideale
• Problematisierung von Geschlechterverhältnissen
• Literarischer Widerhall von zeitgenössischen Kulturpraktiken (z.B. Gold-gab-ich-für-Eisen oder die White Feathers Campaign)

3. ‚Gendering‘ und literarische Kriegswahrnehmung
• Gendering und Sexualisierung des Krieges
• Geschlechterstereotype und Allegorisierung (z.B. dicke Berta oder Germania)
• Gendering von Selbst- und Feindbild

Bitte senden Sie Ihr Abstract (inklusive geplantem Vortragstitel und Kurzlebenslauf) bis zum 09.09.2012 per E-Mail an Marlene Gerdes (recherche@dva.uni-freiburg.de). Die Vorträge sollten eine Länge von 25 Minuten nicht überschreiten. Ein Antrag auf Übernahme der Reise- und Unterkunftskosten für die ReferentInnen ist in Bearbeitung. Eine Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist noch für das Jubiläumsjahr 2014 vorgesehen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Deutsches Volksliedarchiv
Dr. Michael Fischer / Marlene Gerdes
Rosastraße 17-19
79098 Freiburg
recherche@dva.uni-freiburg.de

Das Deutsche Volksliedarchiv ist eine Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg zu populärer Kultur und Musik.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.dva.uni-freiburg.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFreiburg im Breisgau
Bewerbungsschluss09.09.2012
Beginn25.07.2013
Ende27.07.2013
PersonName: Marlene Gerdes 
Funktion: Mitarbeiterin, Doktorandin 
E-Mail: recherche@dva.uni-freiburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Volksliedarchiv 
Strasse/Postfach: Rosastraße 17-19 
Postleitzahl: 79098 
Stadt: Freiburg 
E-Mail: recherche@dva.uni-freiburg.de 
Internetadresse: www.dva.uni-freiburg.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeSprache in den Medien / Medienwissenschaft (Sprache in Massenmedien, Internet und Hypertext, Medienentwicklung); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Literaturwissenschaft; Genderforschung; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturpsychologie
Ediert von  H-Germanistik
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