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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Ingeborg Bachmann und Paul Celan: Historisch-poetische Korrelationen"
RessourcentypCall for Papers
TitelIngeborg Bachmann und Paul Celan: Historisch-poetische Korrelationen
BeschreibungIngeborg Bachmann und Paul Celan: Historisch-poetische Korrelationen

Das bruchstückhafte Bild zur Beziehung dieser beiden Lyriker der Nachkriegszeit, die mit einem kurzen Wien-Aufenthalt Celans, der sich auf der Durchreise nach Paris befand, seinen Anfang nahm, vervollständigte sich erst im Jahr 2008, als nach langem innerem Ringen der um Diskretion bemühten Erben die Briefe der Öffentlichkeit zugänglich wurden. Hierin zeichnen sich zum einen die Konturen einer geistigen Lebensgemeinschaft ab, die über Jahrzehnte fortdauern sollte, zum anderen eröffnet sich mit der umfangreichen Korrespondenz der beiden – obwohl ästhetische Fragen nicht dezidiert im Vordergrund stehen – ein neuer Blick auf das Oeuvre.
Es war dies das Jahr 1948, als die junge Philosophiestudentin zum ersten Mal auf den geheimnisvollen Mann traf, der sie ein Leben lang beschäftigen sollte. Im Haus des surrealistischen Malers Edgar Jené, der später ein enger Freund Celans wurde, lernte Bachmann den jungen Flüchtling kennen, der die Bukowina und seine Erfahrungen als Lagerinsasse hinter sich lassen wollte. So flüchtig diese erste Begegnung war, so prägend war diese für beide, wie der bald einsetzende Briefwechsel unverhüllt belegt.
Die nationalsozialistische Anhängerschaft des Vaters Ingeborg Bachmanns, der Mitglied der NSDAP war, einerseits und das tragische Schicksal der Eltern Paul Celans, die in deutschen Vernichtungslagern ums Leben kamen, andererseits wirkten als biografische Hintergründe von Beginn an auf deren Verhältnis zueinander belastend ein. So verwundert es nicht, dass diese lebensgeschichtlichen Hypotheken sich auch im lyrischen Schaffen niederschlugen, als Opfer- und Täter-Perspektivierungen, mit zuweilen unverdeckten ideologischen Quellverweisen.

Ziel des Kolloquiums ist es, ausgehend von dieser neuen biografischen Quellenlage, erhellende Perspektiven auf das Werk zu erschließen. In Round-Table-Gesprächen, die am 7. Dezember 2012 im Lesesaal des Forum Culturel Autrichien in Paris stattfinden, sollen die jeweiligen Beiträge in der Diskussion erörtert werden.

Als Beitragsthemen bieten sich unter anderen an:
- „In Aegypten“ als Liebeslyrik
- Bachmann und die Kollektivschuld
- Celans Position zum Judentum
- die Gruppe 47 als Gegenstand der Briefkonversation
- Celan und Frisch als unterschiedliche Dichtertypen


Bei Interesse wird die Zusendung eines Beitragsvorschlages bis zum 31. August im Umfang von 300 bis 400 Wörtern an Gernot Wimmer (ger_wimmer@gmx.at) erbeten.

Der Teilnahmebetrag pro Referenten beträgt 40 EUR. Eine Veröffentlichung der Beiträge ist vorgesehen.


Die Veranstalter:
Marie-Fleur Marchand (Sorbonne Nouvelle)
Gernot Wimmer (Universität Sofia)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortParis, Forum Culturel Autrichien
Bewerbungsschluss31.08.2012
Beginn07.12.2012
Ediert von  H-Germanistik
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