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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Materialitäten der Literatur"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelMaterialitäten der Literatur
BeschreibungMaterialitäten der Literatur

Workshop des PhD-Net "Das Wissen der Literatur" (Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin) in Kooperation mit dem DLA Marbach

19.-21. Juli 2012
im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar, Tagungsraum 2/3

Literatur geht nicht in der Übermittlung oder Erzeugung von ›Sinn‹ auf. Vielmehr setzt Literatur Materialien voraus, deren Haptik und Optik die Produktion wie die Rezeption des Geschriebenen strukturieren und ›ästhetisieren‹. Es macht also einen Unterschied, ob bei Kerzenschein mit Feder auf Papier, auf Reisen mit Bleistift im portablen Notizbuch, mit schwerer Schreibmaschine und zu geregelten Tageszeiten am Tisch oder - zunächst papierlos, da mit Screen - auf dem Computer und fast überall geschrieben wird. Und es hat sich etwas verändert, wenn Geschriebenes nicht als Buch, d.h. wie ein - durch Buchdruck und Umschlaggestaltung hergestelltes - individuelles Ding in der Hand liegt, sondern als mobile und uniforme Datei auf einem Bildschirm erscheint und mit einem Click wieder verschwindet. Materialien fungieren im Produktionsvorgang als Instrumente, aber sie verweisen dabei nicht unbedingt oder zumindest nicht allein auf Subjekte und deren Werkintentionen. Tinte und Papier, (mechanische oder digitale) Hardware und Software sind Teil von medialen Konstellationen, die Beschränkungen und Möglichkeiten des Schreibens und des Lesens abstecken. Die Instrumentalität produziert dabei stets auch eine neue, ihr eigene Materialität: Was geschrieben wurde, existiert und steht für weitere Durcharbeitungen bereit, und dies unabhängig davon, ob der Schreiber den Entstehungszusammenhang noch im Kopf hat oder nicht. Diese ›Quasi-Objektizität‹ des Geschriebenen lässt sich nicht durch philologische Hermeneutik erfassen. Der Workshop schlägt daher vor, die Materialitäten der Literatur über die Untersuchung jener instrumentellen und habituellen Praktiken in den Blick zu nehmen, mit denen sie im Produktions- oder im Rezeptionsvorgang untrennbar verbunden sind. Die Beiträge versuchen historische Fallstudien, in denen diese spezifischen medialen und materialen Praktiken in den Fokus geraten, und fragen in einem zweiten Schritt nach Konsequenzen für die entstehenden ›Produkte‹. Im Rahmen des Workshops wird der Literaturbegriff dabei erweitert oder zumindest ergänzt, insofern es nicht allein um Praktiken von Schriftstellern gehen wird, sondern ebenso um Produktionsprozesse von Natur- und Geisteswissenschaftlern.

Vortragende:
Heike Gfrereis, Christoph Hoffmann, Stephan Kammer, Anna Kinder, Dorit Krusche, Cornelia Ortlieb, Kristin Schulz, Ellen Strittmatter, Julia Wagner, Waltraud Wiethölter.


Programm:

Donnerstag, 19. Juli 2012

15.00 Uhr Joseph Vogl, Berlin, Ulrich Raulff, Marcel Lepper, Marbach
Begrüßung

15.15 Uhr Heike Gfrereis, Marbach
Das Blatt und die Literatur

16.00 Uhr Ellen Strittmatter, Marbach
Bildfelder bei Sebald

16.45 Uhr Dorit Krusche, Marbach
Der Nachlass von Hans Blumenberg*

17.30 Uhr Anna Kinder, Marbach
Das Siegfried Unseld Archiv (Magazinführung)*

18.00 Uhr Kaffeepause

19.00 Uhr Abendvortrag: Waltraud Wiethölter, Frankfurt/Main
Eine Briefliebe oder: Die dritte Haut der Berührung − Zum Schriftverkehr
zwischen Hugo von Hofmannsthal und Ottonie Gräfin Degenfeld-Schonburg
(1909-1929)


Freitag, 20. Juli 2012

09.30 Uhr Julia Wagner, Konstanz
Social Media, 1963: „Poetik und Hermeneutik“ als Briefnetzwerk
10.30 Uhr Christoph Hoffmann, Luzern
Was (alles) kann Schreiben im Forschen heißen?

12.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Kristin Schulz, Berlin
Von der Zigarrenbauchbinde zur Inszenierungsnotiz. Zu den Spuren Heiner
Müllers in seiner Nachlassbibliothek

15.00 Uhr Cornelia Ortlieb, München
Karte, Fächer, Kalender: Widerständige Materialien bei Goethe und Mallarmé

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Stephan Kammer, München
Federproben. Vom Nullpunkt des Schreibens (Hölderlin, „Homburger Folioheft“)

17.30 Uhr Abschlussdiskussion


Samstag, 21. Juli 2012

10.30 Uhr Führung durch das Schiller-Nationalmuseums und das Literaturmuseum
der Moderne* (Sonja Lehmann)

* Die mit Sternchen gekennzeichneten Veranstaltungen müssen auf angemeldete Teilnehmer beschränkt werden und sind nicht öffentlich.



Kontakt

Dr. des. Karin Krauthausen – Koordination PhD-Net „Das Wissen der Literatur“, Humboldt Universität zu Berlin – E-Mail: karin.krauthausen@staff.hu-berlin.de

Anna Kinder – Forschungskoordination Suhrkamp, Deutsches Literaturarchiv Marbach – E-Mail: anna.kinder@dla-marbach.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMarbach am Neckar
Beginn19.07.2012
Ende21.12.2012
PersonName: Krauthausen, Karin 
Funktion: Koordinatorin des PhD-Net "Das Wissen der Literatur" 
E-Mail: karin.krauthausen@hu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II, Institut für deutsche Literatur 
Strasse/Postfach: Unter den Linden 6 
Postleitzahl: 10099 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030-2093-9701 
E-Mail: karin.krauthausen@hu-berlin.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortPraktiken
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.04.00 Wissenschaftsgeschichte; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.05.00 Editorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert; 13.00.00 Goethezeit; 15.00.00 19. Jahrhundert; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989)
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