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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit - Basel 08/08"
RessourcentypCall for Papers
TitelMensch und Natur in der Frühen Neuzeit - Basel 08/08
BeschreibungCall for Papers

"Die Natur ist überall bey uns" - Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit

Deadline: 15.12.2007


"Die Natur ist überall bey uns. Sie empfängt uns bey unserm Eintritte in die Welt, und sie begleitet uns bis zum Ausgange aus derselben. Sollten wir uns wohl der Betretung dieses großen Schauplatzes der prächtigsten Werke und Begebenheiten der Natur nur einen Augenblick für würdig schätzen können, wenn wir nicht einmal zu wissen verlangen, wo wir sind und was wir empfinden? (...) Durch nichts werden die Augen der Sterblichen so sehr geöffnet, als durch die Betrachtung der Natur."

So schreibt Christlob Mylius 1747 in seiner Zeitschrift "Der Naturforscher", in der er seinem Leserkreis die "Wunder der Schöpfung" näherbringen und erläutern will. Mit der Vorstellung der Allgegenwart der Natur beschreibt er einen Naturbegriff, der auf ein Lebensgefühl verweist, das den Menschen inmitten dieser, das menschliche Erdenleben bestimmenden, Schöpfung ansiedelt.

Naturerlebnis, Naturwahrnehmung, Vorstellungen von der Natur und ihren Elementen sowie der Umgang mit der Natur sind in weiten Teilen kulturell geprägt und variieren von Epoche zu Epoche. Wie der Mensch sich der Natur nähert, sie sich aneignet, sie erfährt, nutzt oder auch Naturtheorien entwirft, ist von Traditionen, kollektiven Vorstellungsgehalten, also kulturellen Prädispositionen, geprägt. In diesem Sinne lässt sich das Naturerleben oder der Umgang mit der Natur nicht zuletzt auch als Spiegel der jeweiligen Kultur beschreiben.

Unter dem Tagungsthema "Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit" sollen Naturvorstellungen und -wahrnehmungen sowie Verhaltensweisen frühneuzeitlicher Menschen gegenüber der sie alltäglich umgebenden Natur in den Blick genommen werden.

Der Mensch der Frühen Neuzeit sah in der Natur - in Tieren, Pflanzen, Wind und Wetter – vielfach ein handelndes Gegenüber, das in allen seinen Gaben und Widrigkeiten immer auch verbunden war mit dem göttlichen Gegenüber, mit dem in der Natur waltenden, ewigen, guten, aber auch strafenden Schöpfergott.
Mit der Objektivierung der Natur, der beginnenden Naturbeobachtung und Naturerforschung setzt jedoch gerade in der Frühen Neuzeit ein Wandlungsprozess ein, der die Moderne und ihren Umgang mit der Natur massgeblich bestimmt hat.

So können Fremdheit, Brüche und Kontinuitäten in den Bildern von der Natur und im Umgang mit ihr ebenso behandelt werden, wie grössere Linien des Wandels. Der Wandel des Bildes von der Natur geht dabei auch Hand in Hand mit dem Wandel des Bildes vom Menschen und seiner Situierung in der Natur. Die Modifikationen und Ablösungen des theologisch-anthropozentrischen Weltbildes durch moderne naturwissenschaftliche Sichtweisen erfassen die gesamte Vorstellung der Ordnung von Mensch, Tier und dem Lebensraum Erde. Dabei sind in dieser Epoche über lange Strecken sehr verschiedene Sichtweisen und Strömungen nebeneinander anzutreffen. Alte Ordnungsvorstellungen konkurrieren mit neuen; Fragen nach der Beziehung des Menschen zur Natur tauchen auf und werden auf die verschiedensten Weisen beantwortet.

Inwiefern sich die Positionierungen des Menschen gegenüber der Natur – und deren Wandel - in den historischen Quellen antreffen lassen, wie sie sich im konkreten, alltäglichen Umgang des Menschen mit Tieren, Rohstoffen, Elementen darstellen, soll untersucht werden. Kollektive Mentalitäten können hier ebenso aufschlussreich sein wie etwa individuelle Zugangsweisen. Inwieweit dabei die gängige These der Emotionalisierung des Zugangs zur Natur im 18. Jahrhundert tragfähig bleibt, ist offen.

Forschende, die sich in ihren Projekten mit dem Bild, dem alltäglichen Naturerleben und dem Umgang mit der Natur in der Frühen Neuzeit befassen, sind herzlich eingeladen, zu dieser zwischen Mentalitäts-, Umwelt-, Wissenschafts- und Emotionengeschichte angesiedelten Tagung beizutragen.

Weitere Auskünfte erteilen die Veranstalterinnen unter:

aline.steinbrecher@access.unizh.ch
sophie.ruppel@unibas.ch


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Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLandgut Castelen
Bewerbungsschluss15.12.2007
Beginn28.08.2008
Ende30.08.2008
PersonName: Aline Steinbrecher, Sophie Ruppel 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: aline.steinbrecher@access.unizh.ch, sophie.ruppel@unibas.ch 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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