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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Deutsch-Französische Literaturbeziehungen (Folge IV), Jahrbuch für Internationale Germanistik"
RessourcentypCall for Papers
TitelDeutsch-Französische Literaturbeziehungen (Folge IV), Jahrbuch für Internationale Germanistik
BeschreibungDeutsch-Französische Literaturbeziehungen (Folge IV), Jahrbuch für Internationale Germanistik

Die gegenwärtig sich abzeichnende ,Europäisierung der
Literaturgeschichtsschreibung' (Silvio Vietta) lenkt den Blick auf die
vielfachen Beziehungen zwischen den nationalsprachlichen Literaturräumen.
Zunehmend rückt die "Internationalität nationaler Literaturen" (Udo Schöning)
ins Bewusstsein der Philologien und erfordert eine neue Beschäftigung mit den
Wegen, Medien und Akteuren grenzüberschreitender Dispersion und Rezeption
literarischer Formen und Inhalte. Das Rahmenthema "Deutsch-Französische
Literaturbeziehungen" will Untersuchungen ein Forum bieten, in denen die
interkulturelle Vernetzung vom Mittelalter bis in die Gegenwart auf ihre
literarische Relevanz und Dynamik hin geprüft wird. Inwiefern die
überschrittenen Grenzen jeweils sprachlicher, politischer, geschichtlicher oder
gar philologischer Natur sind, ist dabei von Fall zu Fall zu problematisieren.
Das deutsch-französische Austauschverhältnis soll sowohl in seiner synchronen
als auch in seiner diachronen Dimension behandelt werden -- und illustrieren,
dass eine transnationale Kulturgeschichte immer auch eine "histoire
discontinue" (Michel Espagne) darstellt und zugleich einen eigenen Textraum
europäischer ,Geistesgegenwart' etabliert.
Das Rahmenthema versteht sich als Forum für eine Vielzahl von
Forschungstraditionen. Die Beiträge können etwa aus den Bereichen der
Transfer-Forschung, der Imagologie, der Reiseliteratur-Forschung, der
Komparatistik und aus der Rezeptionsgeschichte stammen. Das Thema soll zu einer
Verständigung über die Frage herausfordern, inwieweit Schreiben von politischen
Grenzen bestimmt (gewesen?) ist und inwieweit vielleicht doch von einem
interkulturellen, europäischen Schreiben gesprochen werden müsste. Angestrebt
wird hier und in den weiteren Folgen des Themas eine möglichst facettenreiche
Analyse der literarisch-geistigen Sphäre kerneuropäischer Verständigung und
Konstituierung. Dabei ist zu erörtern, welche Gemeinsamkeiten bestehen müssen,
damit das Fremde überhaupt verständlich werden kann -- ohne seine Alterität zu
verlieren. Erkenntnisleitend sollen vor allem folgende Faktoren der
deutsch-französischen Literaturbeziehungen sein:

1. Motivationsfaktor: Der literarisch motivierte Zugriff auf Thesen , Motive
oder sprachliche Formen eines Autors aus dem Nachbarland geschieht aufgrund
unterschiedlichster Interessen. Welche poetologische Defizienz, welcher
Orientierungsbedarf, welche diskursiven Moden führen zur produktiven Lektüre
des Fremden?

2. Selektionsfaktor: Die literarische Wahrnehmung des ausländischen
Orientierungstexts ist zwangsläufig fragmentarisch. Inwiefern geschieht die
Selektion des Textkorpus oder dessen, was als repräsentativ gewertet wird,
bewusst, eventuell im Hinblick auf eine Instrumentalisierung im eigenen
"literarischen Feld" (Bourdieu)?

3. Integrationsfaktor: Der Schriftsteller integriert die fremde Stimme entweder
in einem markierten Modus (durch das direkte Zitat, durch die erkennbare
Imitation von Themen, Techniken, Strukturen und Stilmustern oder durch
explizite Kontrafakturen, Widerreden und Diatriben) oder in einem unmarkierten
Modus (durch latente Übernahmen, kaschierte Entlehnungen oder verborgene
Parallelen). Welche Effekte erzielt der jeweilige Modus insbesondere im
Hinblick auf die Wahrnehmung durch die Kritik und die Fortführung des fremden
Impulses unter dem Signum des Innovativen?

4. Variationsfaktor: Produktive Rezeption birgt -- insbesondere in den Künsten
-- die Möglichkeit produktiver Missverständnisse in sich. Mit anderen Worten:
Die interessierte Wahrnehmung im Empfängerland folgt zumeist anderen Kriterien
als diejenige im Herkunftsland. Sie kann oder soll daher leicht zu Verengungen
und Verfälschungen führen. Wie können inadäquate Lesarten zur Bedingung eines
erfolgreichen Rezeptionsprozesses werden?


Herausgeber des Rahmenthemas:
Dr. Marcel Krings (Universiät Heidelberg, Germanistisches Seminar)
Dr. Roman Luckscheiter (Bonn)


Bitte schicken Sie Ihre Abstracts (400 Worte) bis zum 31. August an: marcel.krings@gs.uni-heidelberg.de.
Geeignete Beiträge werden im Frühjahr 2013 im "Jahrbuch für
Internationale Germanistik" veröffentlicht. Sie können auf Deutsch, Englisch
oder Französisch abgefasst sein und sollten einen Umfang von 15-20 Seiten nicht
übersteigen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.08.2012
PersonName: Krings, Marcel [Dr.] 
Funktion: Herausgeber 
E-Mail: marcel.krings@gs.uni-heidelberg.de 
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg 
Strasse/Postfach: Hauptstr. 207-209 
Postleitzahl: 69117 
Stadt: Heidelberg 
E-Mail: marcel.krings@gs.uni-heidelberg.de 
Internetadresse: www.gs.uni-heidelberg.de./personen/krings.html#d 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 700 - 1150; Literatur 1150 - 1300; Literatur 1300 - 1500; Literatur 1500 - 1580; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Motiv- u. Stoffgeschichte
Zusätzliches SuchwortTransfer-Forschung, Imagologie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 07.00.00 Frühes Mittelalter (Von den Anfängen bis 1170); 08.00.00 Hochmittelalter; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert); 10.00.00 16. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert; 13.00.00 Goethezeit; 14.00.00 Romantik; 15.00.00 19. Jahrhundert; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
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