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Ergebnisanzeige "Verbindliches Denken. Moralphilosophische, juridisch-politische und ästhetisch-literarische Modellierungen von Verbindlichkeit im späten 18. Jahrhundert"
RessourcentypCall for Papers
TitelVerbindliches Denken. Moralphilosophische, juridisch-politische und ästhetisch-literarische Modellierungen von Verbindlichkeit im späten 18. Jahrhundert
BeschreibungVerbindliches Denken. Moralphilosophische, juridisch-politische und ästhetisch-literarische Modellierungen von Verbindlichkeit im späten 18. Jahrhundert
(Universität Paderborn, 14.-15.3.2013)

An der Universität Paderborn wird vom 14.-15. März 2013 eine interdisziplinäre Tagung zum Thema „Verbindlichkeit im späten 18. Jahrhundert“ stattfinden. Die Tagung wird von Dr. Simon Bunke und Katerina Mihaylova, M.A. (Emmy Noether-Gruppe Aufrichtigkeit in der Goethezeit) zusammen mit Daniela Ringkamp, M.A. (Institut für Philosophie) veranstaltet. Ziel ist es, mit der Verbindlichkeit eine grundlegende handlungsnormierende Kategorie im interdisziplinären Verbund für die Zeit des späten 18. Jahrhundert zu rekonstruieren. Zu den beteiligten Disziplinen gehören u.a. die Philosophie, Literaturwissenschaft, Linguistik, Rechtsgeschichte, Geschichte, Kultur- und Politikwissenschaft.
Der Begriff der Verbindlichkeit reicht in seiner langen Geschichte bis in die Antike zurück, in der er zunächst Ausdruck der juristischen Verpflichtungen war, die sich aus Verträgen oder Delikten ableiten lassen. Nachdem die christliche Theologie des Mittelalters diese juridische Kategorie auf das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen übertragen hatte, gewinnt sie in der Neuzeit eine besondere Aktualität: In dem Maße, in dem tradierte Gewissheiten in Frage gestellt werden und die Komplexität von Welterfahrung und sozialer Interaktion steigt, wird die Verlässlichkeit menschlichen Handelns zu einem grundlegenden gesellschaftlichen Problem. Je mehr sich das Subjekt über seine Exklusionsindividualität definiert, desto wichtiger wird Verbindlichkeit, um interindividuellen Zusammenhalt zu stiften. Mit dieser Bedeutungsaufwertung geht jedoch auch die Frage einher, wie Verbindlichkeit angesichts der zunehmenden Irrelevanz tradierter Ordnungen und Erklärungsmuster in den Wissenschaftsdiskursen des ausgehenden 18. Jahrhunderts begründet werden kann. In der Philosophie etwa verdeutlicht sich diese Problematik im Rahmen naturrechtlicher Argumentationsmuster, die sich hauptsächlich auf einen empirisch-anthropologischen Pflichtbegriff gründen. Dagegen ersetzt Kant die traditionellen naturrechtlichen Begründungsstrategien durch das rationale Prinzip der Autonomie des Willens und eröffnet dadurch die Möglichkeit, Verbindlichkeit allein durch einen formalen Pflichtbegriff zu definieren. In Reaktion auf Kant und über Kant hinaus haben sich jedoch auch verschiedene Diskurse politischer, juridischer, ästhetisch-literarischer und theologischer Art entwickelt, die die Stiftung von Verbindlichkeit thematisieren.
Hier möchte die Tagung ansetzen, indem sie die grundlegende kulturelle Bedeutung von Verbindlichkeit untersucht, wie sie sich einerseits in den philosophischen Diskursen des späten 18. Jahrhunderts – und hier besonders bei Kant - darstellt, wie aber auch andererseits konkurrierende Ansätze und Inszenierungen von Verbindlichkeit in Literatur, Ästhetik, zwischenmenschlichen Umgangsformen oder dem politischen System aufgeboten werden.

Denkbar wären beispielsweise Vorträge zu folgenden Themenbereichen:

- Auf welchen historischen Grundlagen basiert die Diskussion über Verbindlichkeit in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts? Welche Traditionslinien lassen sich erkennen?
- Welche Rolle spielen die konfessionell bedingten Spannungen im 17. Jahrhundert für die Frage nach einer allgemeingültigen Grundlage der Verbindlichkeit gesellschaftlicher Normen?
- Wie wird Verbindlichkeit im Naturrecht und der Moralphilosophie des 18. Jahrhundert begründet?
- Wie wird Verbindlichkeit als literarisches Thema inszeniert?
- Welche Rolle spielt Verbindlichkeit für die ästhetischen Reflexionen des späten 18. Jahrhunderts? Gibt es bestimmte Gattungen oder Epochen, für die Verbindlichkeit besonders virulent ist?
- Welche Bedeutung hat Verbindlichkeit für die zwischenmenschliche Interaktion bzw. ritualisierte Kommunikationsformen?

Reisekosten und Unterkunft werden, verfügbare Mittel vorausgesetzt, für die Referentinnen und Referentinnen übernommen. Eine Publikation der Beiträge ist geplant.

Abstracts für Vorträge (max. 1 Seite) werden bis zum 11. Juli 2012 als Word- oder PDF-Dokument erbeten an: Katerina Mihaylova M.A., katiam@mail.upb.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPaderborn
Bewerbungsschluss11.07.2012
Beginn14.03.2013
Ende15.03.2013
PersonName: Katerina Mihaylova 
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Emmy-Noether-Gruppe "Aufrichtigkeit in der Goethezeit" 
E-Mail: katiam@mail.upb.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Paderborn 
Strasse/Postfach: Warburger Str. 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
Telefon: 05251-602192 
E-Mail: katiam@mail.upb.de 
Internetadresse: http://kw.uni-paderborn.de/forschung/emmy-noether-aufrichtigkeit/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffePragmatik (Sprechakttheorie, Implikatur, Handlungstheorien, Historiopragmatik); Semiotik (Text und Bild); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Dramentheorie; Erzähltheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte; Rhetorik; Stilistik; Theater (Aufführungspraxis)
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.08.00 Stilistik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.01 Allgemeines; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.03 Epik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.04 Lyrik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.05 Weitere Formen; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.06 Frauenliteratur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.08 Unterhaltungsliteratur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.10.00 Literarische Volkskunde > 05.10.04 Märchen; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.10.00 Literarische Volkskunde > 05.10.07 Sprichwort. Redensart; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.06.00 Literarisches Leben; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.07.00 Zeitschriften; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.09.00 Empfindsamkeit; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.10.00 Sturm und Drang; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.11.00 Gattungen und Formen; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen; 13.00.00 Goethezeit; 13.00.00 Goethezeit > 13.08.00 Spätaufklärung; 13.00.00 Goethezeit > 13.10.00 Klassik; 13.00.00 Goethezeit > 13.11.00 Idealismus; 13.00.00 Goethezeit > 13.12.00 Gattungen und Formen; 13.00.00 Goethezeit > 13.13.00 Stoffe. Motive. Themen; 14.00.00 Romantik
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