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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "„Die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson "
RessourcentypCall for Papers
Titel„Die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson
Beschreibung„the time that’s passed remains time suffered.“ Studies on Hans Keilson

We seek contributors to write remaining articles for a critical introduction to the works of Hans Keilson, which is under contract with Königshausen & Neumann and due for publication in 2013.

The term „century“ is central to any analysis and understanding of the German Jewish writer Hans Keilson (1909 – 2011). Not only did he live longer than 100 years, but Keilson’s life as well as his work as a writer and psychoanalyst were decisively shaped by the disasters of what Eric Hobsbawn labeled the “short twentieth century”. Keilson’s first novel Das Leben geht weiter (Life goes on) was the last book by a Jewish author to be published by S. Fischer in 1933. Soon after, it was banned and all copies destroyed. Keilson went into exile in the Netherlands where he joined the Dutch resistance. After the war he became a psychoanalyst, a profession in which he remained for the rest of his life. Through the years he wrote and published prose and poetry at irregular intervals; he also edited a number of Dutch anthologies. Keilson’s literary works can be read as answers to personal experiences, yet they are mostly fictional: Das Leben geht weiter depicts life in a small German town during the financial crisis of the 1920s. Komödie in Moll (Comedy in a Minor Key), published by Querido in 1947, is a tale of survival under the German occupation, whereas the novel Der Tod des Widersachers (The Death of the Adversary, 1959) is a journey into the mind of a Jew persecuted by Nazis. In 2011 Keilson finally published his memoir Dort steht mein Haus (This Is My House).
Keilson’s medical publications on traumatized juvenile survivors of the Holocaust were widely appreciated by colleagues and scholars. As a writer, however, he remained outside the limelight for most of his life. Not unlike Edgar Hilsenrath or W.G. Sebald, Keilson’s late rediscovery in Germany was preceded by his success in the USA and in Great Britain. In a review of two new translations in 2010, the New York Times concluded in 2010: „The Death of the Adversary and Comedy in a Minor Key are masterpieces, and Hans Keilson is a genius.“ Since then it seems justified to speak of a recent renaissance.

The critical appreciation and academic study of Keilson’s works has only just begun. The planned volume of essays seeks to give an impulse for the discussion of this eminent writer by charting his works on the map of 20th century literary history and theory. At the same time, it is designed as an introduction which should cover a broad range of aspects of Keilson’s writing.
Articles should be 20.000 – 30.000 characters in length, written in German or English, and might cover topics such as the following:

- Hans Keilson and German Exilliteratur
- Autobiography and life writing
- Trauma and memory
- Holocaust literature
- Keilson’s poetry
- Comedy and tragedy as narrative patterns in Keilson’s prose
- Music and musicality as motives and structural devices
- Keilson’s essays and essayistic modes of writing
- History of reception

A preliminary list of assigned subjects will be sent to interested scholars. Suggestions for topics not included on that list are also welcome.

Articles will be due January 31, 2013

If you are interested in contributing, please contact the editors for further information:

Ulrike Weymann (weymann@uni-mainz.de), Andreas Martin Widmann (martinwidmann@gmx.de) or Simone Schröder (enomission@web.de)


Deutsche Fassung:

„Die vergangene Zeit bleibt die erlittene Zeit.“ Untersuchungen zum Werk von Hans Keilson

Für einen Sammelband zur kritischen Einführung in das literarische Werk von Hans Keilson, der im Sommer 2013 bei Königshausen & Neumann erscheint, suchen wir noch weitere Beiträge.

Der Begriff des Jahrhunderts ist für das Werk und die Wirkung des deutschjüdischen Schriftstellers Hans Keilson (1909 – 2011) in mehrfacher Hinsicht kennzeichnend – und das nicht nur, weil der Autor über 100 Jahre alt wurde. Es ist auch das von Eric Hobsbawm so genannte ‚kurze zwanzigste Jahrhundert‘ mit seinen Katastrophen, das die Biographie Keilsons und seine damit eng verbundene literarische und psychoanalytische Arbeit entscheidend geprägt hat: Keilsons erster Roman Das Leben geht weiter erschien 1933 als letztes Debüt eines deutschjüdischen Autors im S. Fischer Verlag, unmittelbar darauf wurde das Buch verboten. Keilson ging nach Holland ins Exil, war dort im Widerstand und praktizierte nach dem Krieg bis ins hohe Alter als Psychoanalytiker in Bussum bei Amsterdam. Während dieser Zeit publizierte Keilson in großen, unregelmäßigen Abständen literarische Prosa und Lyrik, zudem war er gelegentlich als Herausgeber literarischer Anthologien tätig. Keilsons längere Werke antworten auf eigene Erfahrungen, sind dabei jedoch meistens stark fiktional überformt: Das Leben geht weiter erzählt von einer deutschen Kleinstadt während der Weltwirtschaftskrise; die 1947 im Exilverlag Querido erschienene Novelle Komödie in Moll handelt vom Leben im Untergrund während der deutschen Besatzung und der Roman Der Tod des Widersachers (1959) entwirft das Psychogramm eines verfolgten Juden. Mit Dort steht mein Haus veröffentlichte Keilson 2011 schließlich ein autobiographisches Erinnerungsbuch.
Keilsons medizinische Arbeiten über Traumabehandlung erfuhren in der Fachwelt Anerkennung, als Autor stand er indessen sehr lange jenseits der feuilletonistischen Wahrnehmung und des sog. Literaturbetriebs. Ähnlich wie etwa bei Edgar Hilsenrath oder W.G. Sebald ging der Rezeption und späten Wiederentdeckung Keilsons in Deutschland dessen Erfolg im englischsprachigen Raum voraus. 2010 schrieb die New York Times anlässlich der Neuauflage zweier seiner Bücher: „The Death of the Adversary and Comedy in a Minor Key are masterpieces, and Hans Keilson is a genius.“ Seitdem kann von einer Art Renaissance gesprochen werden.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Keilsons Werk hat erst begonnen. Der entstehende Sammelband möchte hierzu einen Anstoß geben, indem er eine literaturhistorische und –theoretische Verortung Keilsons in der Literatur des 20. Jahrhunderts versucht. Damit versteht sich das Buch auch als Einführung, die möglichst verschiedene, zentrale Facetten von Keilsons Schreiben in den Blick nehmen soll. Anknüpfungspunkte für Beiträge bieten u.a.

- Hans Keilson im Kontext der deutschsprachigen Exilliteratur
- Autobiographisches Schreiben und Autofiktion
- Trauma und Erinnerung
- Holocaustliteratur
- Keilson als Lyriker
- Komödie und Tragödie als poetologische Muster in Keilsons Prosa
- Musik und Musikalität als Motive und strukturbildende Erzählmuster
- Essay und essayistische Schreibweisen in fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten Keilsons
- Rezeptionsgeschichte

Der Band richtet sich vor allem an ein Fachpublikum im deutsch- und englischsprachigen Raum. Er ist zweisprachig konzipiert und soll Aufsätze in deutscher und englischer Sprache versammeln.

Die Herausgeber erbitten Themenvorschläge in Form von Abstracts (ca. 400 Wörter) an Ulrike Weymann (weymann@uni-mainz.de), Andreas Martin Widmann (martinwidmann@gmx.de) oder Simone Schröder (enomission@web.de).

Eine vorläufige Liste mit Autoren und Themen senden wir auf Anfrage gerne zu.

Abgabefrist für fertige Beiträge (ca. 20.000 bis 30.000 Zeichen) ist der 31.1.2013.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss31.01.2013
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literaturpsychologie; Lyriktheorie
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