VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Dichtung für die Ohren. Zur Poetik und Ästhetik des Tonalen in der Literatur der Moderne "
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDichtung für die Ohren. Zur Poetik und Ästhetik des Tonalen in der Literatur der Moderne
BeschreibungDichtung für die Ohren. Zur Poetik und Ästhetik des Tonalen in der Literatur der Moderne (Literaturhaus München, 29.06.-01.07.2012)


Obwohl die tonale Dimension von Literatur die moderne Poetikgeschichte signifikant beeinflusst hat und obwohl derzeit ein wachsendes akroamatisches Bedürfnis die Literaturrezeption und -produktion prägt, beginnt die Literaturwissenschaft nur langsam, sich damit überhaupt auseinanderzusetzen sowie über theoretische und ästhetische Fragestellungen nachzudenken. Andere Disziplinen sind in diesen Fragestellungen weiter, jedoch nicht auf die Literatur fokussiert. Die Tagung versucht nun beides zusammenzubringen und daraus Konturen einer künftigen 'Ohrenphilologie' zu entwickeln.

Sie zielt dabei in zwei Richtungen: Erstens gilt es Aspekte lautstilistischer Textgestaltung zu analysieren sowie deren Rückkoppelung mit den Sprechkünsten, der Kulturtechnik des Lesens, der wandelbaren Geschichte von Hörmustern und Rezeptionssituationen, mit Intermedialität und medienästhetischer Spezifik zu erforschen. Verwoben sind diese Aspekte mit bislang ungestellten bzw. unbeantworteten Fragen nach ästhetischen Neuausrichtungen und Wirkungsintentionen, nach der literaturtheoretischen Positionierung von Autor, Sprecher, Text und Rezipient, nach dem Verhältnis von auralem Gedächtnis, Kanonisierungsprozessen und Literaturgeschichte.

Zweitens ist der Diskurs um das Tonale jeweils Teil kultureller Verhandlungen. Verbunden mit den historisch unterschiedlichen Akzentuierungen der Tonalen innerhalb des literarischen Diskurses sind stets programmatische produktionsästhetische, wirkungstheoretische und (vor-)lesepraktische Zielsetzungen, die gegen konkurrierende poetologische Programme ins Feld geführt werden, aber auch gegen konkurrierende Leitkünste (visuelle Künste, Musik). Dabei wird der akroamatische Aspekt von Literatur nicht zuletzt vor dem Hintergrund kultureller Bedürfnisse und Werte verhandelt. Die Tagung will zur Erhellung dieser bislang wenig beachteten kulturgeschichtlichen und kunsttheoretischen Dynamiken einen interdisziplinären Beitrag leisten: durch Beiträge von Vertreter und Vertreterinnen der germanistischen und komparatistischen Literaturwissenschaft, der Didaktik, der Linguistik, der Sprechwissenschaft, der Kulturwissenschaft, der Medienwissenschaft, der Musikwissenschaft und der Theaterwissenschaft.

Programm:

Freitag, 29.06.2012

I. POETIK, REZITATION UND REZEPTION EINER "OHREN-DICHTUNG"

13.00-13.30: Britta Herrmann (Münster): Begrüßung und Einführung

13.30-14.30: Katja Mellmann (Göttingen): Das innere Ohr. Zur Rezeption von Leselyrik

14.30-15.30: Hans Lösener (Heidelberg): Was hören wir beim Lesen? Zu einer Aporie der kognitionspsychologischen Lesemodelle

15.30-16.00: Kaffeepause

16.00-17.00: Lothar Müller (Berlin): Osvalds Wahn. Der Schriftsteller Herman Bang als Rezitator

17.00-18.00: Harun Maye (Weimar): Lautlesen als Programm. Über das Hersagen von Gedichten im George-Kreis

18.00-20.00: Abendessen

20.00: Timo Brunke (Stuttgart): Lauteratur – oder: Der Kongress lauscht. Ein Sprachkunstsolo


Sonnabend, 30.06.2012

09.00- 10.00: Monika Schmitz-Emans (Bochum) Visionen akustischer Literatur. Die Idee der Tonalität von Dichtung als Stimulus visueller und buchgestalterischer Produktivität

10.00-11.00: Patrizia Noel (Bamberg): Pause vs. Stille: Zur Wahrnehmung, Semantisierung und Verschriftlichung von "Schallöchern"

11.00-11.30: Kaffeepause

11.30-12.30: Till Dembeck (Luxemburg): No paserán – Appropriationen 'fremder' Lautlichkeit in der Lyrik

12.30-13.30: Mittagspause


II. LITERARISCHE UND MUSIKALISCHE LAUTLICHKEIT

13.30-14.30: Barbara Naumann (Zürich): Noten zum Gespräch. Goethes Bemerkung zum Streichquartett

14.30-15.30: John Neubauer (Amsterdam): Musikalische Modalitäten von Liebe, Todesangst und Verbannung der Juden in den "Hebrew Melodies"

15.30-16.00: Kaffeepause

16.00-17.00: Helga Finter (Gießen/Straßburg): Ut musica poesis? Laut, Klang, Ton (im experimentellen Text)

17.00-18.00: Elena Ungeheuer (Würzburg): Ästhetische Handlungen beim Sprechen und beim Singen

18.00-18.30: Pause

18.30 -19.30: Heinrich Detering (Göttingen): Der Stimmenbeschwörer. Bemerkungen zu Dylans späten Songs

Anschl. Abendessen


Sonntag, 01.07.2012

III. RADIOPHONE 'VERLAUTBARUNGEN'

9.00-10.00: Natalie Binczek (Bochum): Akustische Texte lesen: Elfriede Jelineks Moosbrugger will nichts von sich wissen

10.00-11.30: Ines Bose (Halle): Radiostimmen (Radio-Ästhetiken – Radio-Identitäten I)

Hans-Ulrich Wagner (Hamburg): Hörspielstimmen (Radio-Ästhetiken – Radio-Identitäten II)

11.30.-12.00: Kaffeepause

12.00-13.00: Michael Grote (Bergen): Horoskop des Hörspiels 2012

13.00-13.30: Abschluss


Organisation:
Prof. Britta Herrmann
Westfälische Wilhelms Universität Münster
Germanistisches Institut
Abt. Neuere deutsche Literatur
Hindenburgplatz 34
D-48143 Münster

Ort:
Literaturhaus München, Bibliothek

Anmeldung:
Christina Segeler
Mail: christina.segeler@uni-muenster.de
Tel.: 0251-8325428

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn29.06.2012
Ende01.07.2012
PersonName: Prof. Britta Herrmann 
KontaktdatenName/Institution: Westfälische Wilhelms Universität, Germanist. Institut 
Strasse/Postfach: Hindenburgplatz 34 
Postleitzahl: 48143 
Stadt: Münster 
Telefon: 0251-8325428 
E-Mail: christina.segeler@uni-muenster.de 
Internetadresse: http://www.uni-muenster.de/Germanistik/Lehrende/herrmann_b/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Leserforschung; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen; Lyriktheorie; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie; Rhetorik; Stilistik; Theater (Aufführungspraxis)
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/27122

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 04.06.2012 | Impressum | Intern