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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Themenpanel "Rilke und die Armut" bei der Jahrestagung der Internationalen Rilke-Gesellschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelThemenpanel "Rilke und die Armut" bei der Jahrestagung der Internationalen Rilke-Gesellschaft
BeschreibungCall for Papers: Jahrestagung der Internationalen Rilke-Gesellschaft
Themenpanel „Rilke und die Armut“

Die Internationale Rilke-Gesellschaft lädt Nachwuchswissenschaftler zur Einreichung von Vortragsexposés zu einem Themenpanel für ihre kommende Jahrestagung vom 19. bis zum 23. September 2012 in Bern ein.

Rilke und die Armut

Ein wesentlicher Teil des Rezeptionsbildes Rilkes, welches noch zu Lebzeiten einsetzt und nachdrücklich weiterwirkt, bewegt sich zwischen zwei Extremen. So kann der Dichter einerseits als Verehrer der Begüterten und Adligen stilisiert werden. Diese fungieren als wohlhabende Mäzene und erlauben dem von ihnen hochgeschätzten Dichter einen Lebensstandard zu führen, der ihn in entsprechenden repräsentativen Residenzen (z.B. Duino; Friedelhausen) logieren und an bedeutsamen Orten leben (z.B. Venedig) lässt und ihm ausgedehnte Reisen (z.B. Ägypten) ermöglicht. Andererseits zeigt das stereotype Rilke-Bild ebenso den Dichter als einen Verzichtenden, der sich allem materiellen Luxus entsagt und das einfache Leben bewusst aufsucht. In diesen Kontext lassen sich etwa seine Russlandreisen einordnen. Zusätzlich belegen vielfältige Briefaussagen seinen zwar sehr gewählten, aber einfachen Lebensstil und Lebensstandard, dessen Ziel einzig und allein dem bedingungslosen Willen zum Gelingen seiner künstlerischen Produktion unterworfen scheint.

Wenn die Armut Rilkes in diesem Panel im Mittelpunkt steht, dann soll gerade nicht diese biographische oder imagologische Armut der Dichterperson im Vordergrund stehen. Vielmehr gilt es, ein von der Forschung eher marginalisiertes Feld zu erschließen, das nach der Armut in Rilkes Werk fragt. Damit entsteht ein spannendes und vielseitiges Arbeitsfeld, das sich mit den folgenden Fragen aufspannen lässt:

Worin besteht in den Texten die Armut? Wie lässt sich diese spezifisch bestimmen? Wie bewerten die Texte „Armut“? Es ist gerade bei einem solch sprachbewussten Dichter wie Rilke (für den das Wörterbuch der Brüder Grimm sogar als Lesebuch dienen konnte) davon auszugehen, dass Armut sicherlich nicht nur eine spezifische semantische Bestimmung erhält, sondern diese auch eine äußerst eigenständige Bewertung erfährt. Hier sei exemplarisch als Konkretisierung nur auf die hochkomplexe Bestimmung des lyrischen Ich im „Stunden-Buch“ verwiesen, dessen Armut gleichsam Verzicht und Gewinn enthält.
Zu fragen ist ebenfalls, ob diese Armut in den Texten konzeptionellen Charakter hat und wenn ja, inwiefern hier eine Genese angesetzt werden kann.
Dieser Fragenkatalog ist nicht erschöpfend, sondern als Ausgangspunkt für die thematische Ausrichtung der Vorträge zu verstehen: Die Fragestellungen können dabei sowohl (diachron) einen Vergleich der einzelnen Werkphasen Rilkes als auch (synchron) die Armut innerhalb einer Werkphase eruieren. Schließlich vermag der einlässliche Blick auf einen Einzeltext höchst interessante Ergebnisse liefern.
Die Beiträge sollen somit die literarischen Texte Rilkes zur Grundlage machen. Einschränkungen hinsichtlich einer bestimmten Werkphase bestehen nicht.


Formalia:
Das Themenpanel umfasst vier Kurzvorträge. Es richtet sich an Graduierte, Doktoranden und promovierte Nachwuchswissenschaftler. Die Kurzvorträge können auf Deutsch, Englisch oder Französisch gehalten werden. Sie dürfen eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten. Interessenten werden gebeten, ihr Exposé (auf Deutsch, maximal 4.500 Zeichen) zusammen mit einem tabellarischen Lebenslauf in elektronischer Fassung (pdf) an Raoul Walisch zu schicken:

walisch@rilke.eu
Einreichungsfrist: 24. Juni 2012

Das Exposé soll möglichst weit reichende Auskunft geben über die Fragestellung, den Forschungsstand und die Textauswahl sowie die zentralen Befunde des Vortrags.
Die Vortragenden erhalten ein Honorar von CHF 400,- und werden von der Tagungsgebühr enthoben. Reise- und Unterkunftskosten können nicht übernommen werden.


Veranstalter:
Internationale Rilke-Gesellschaft (CH)
Postfach 385
CH-3960 Sierre
Schweiz


Kontaktadresse:
Raoul Walisch
walisch@rilke.eu
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.rilke.ch/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBern
Bewerbungsschluss24.06.2012
Beginn19.09.2012
Ende23.09.2012
PersonName: Walisch, Raoul 
E-Mail: walisch@rilke.eu 
LandSchweiz
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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