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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Dinge des Exils. Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung"
RessourcentypCall for Papers
TitelDinge des Exils. Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung
BeschreibungDinge des Exils
Jahrestagung der Gesellschaft für Exilforschung

22.-24. März 2013
Hamburg

Organisation: Prof. Dr. Doerte Bischoff (Hamburg), Prof. Dr. Joachim Schlör
(Southampton)


In den letzten Jahren sind, neben den traditionellen Bereichen der politischen und ökonomischen Geschichte des Exils und der Erforschung von Exilliteratur, neue kulturwissenschaftliche Fragestellungen in den Blickpunkt der Exil- und Migrationsforschung gerückt. Das Interesse an alltags- und lebensweltlichen Erfahrungen von Vertreibung, Flucht, Passage, Neubeginn und transkultureller Orientierung bringt die Exilforschung in einen fruchtbaren Kontakt mit anderen Disziplinen und deren theoretischen und methodologischen Ansätzen – der Volkskunde und Empirischen Kulturwissenschaft, der Erforschung von „consumer culture“, der Diaspora Studies, der Museologie und Archivkunde beispielsweise. In diesen Bereichen hat die Erforschung von „Sachkultur“ und „Dingbedeutsamkeit“ eine lange Tradition. Anknüpfend an diese Traditionen und im Bezug auf neuere theoretische Impulse zeichnet sich seit einigen Jahren in den Sozial- und Kulturwissenschaften ein ‚material turn‘ ab, indem die Perspektive auf die Materialität kultureller Erfahrung und Wissensproduktion über die Disziplinengrenzen hinaus ins Zentrum wissenschaftlicher Aufmerksamkeit und Forschung getreten ist. Kulturtheoretische Entwürfe, wie sie etwa die Bestimmung der Dinge als ‚Semiophoren‘ (Pomian) oder die ‚Akteur-Netzwerk-Theorie‘ (Latour u.a.) implizieren, wie sie aber auch in Erkundungen einer Psychologie der ‚geliebten Objekte‘ (T.Habermas), in Analysen von Fetischdiskursen (Kohl, H. Böhme) oder in neueren Studien zu Warenästhetik oder Dingpoetik formuliert werden, sind geeignet, auch und gerade für die Exilforschung neue Perspektiven zu eröffnen. Exil und Entortung stellen, so die These, das vertraute „System der Dinge“ (Baudrillard) in Frage und schärfen den Blick für seine Funktionsweisen und Kontingenzen.

Mit dem Thema „Dinge des Exils“ soll die Aufmerksamkeit z.B. auf persönliche Gegenstände gerichtet werden, die Migranten mitnehmen konnten oder zurücklassen mussten, Gegenstände, in denen sich Erinnerungen an die verlorenen Heimaten, an das Herausgerissensein und Unterwegssein, aber auch an das Ankommen und an die Erfahrung heteronomer Bedeutungszuschreibungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten symbolisch verdichten. Orte dieser Gegenstände sind heute etwa Museen und Ausstellungen – im Rahmen einer zunehmenden „Musealisierung der Migration“ (J. Baur) bzw. einer „Archivierung des Exils“ (L. Winckler) werden sie dort als Metaphern der Exilerfahrung und als Repräsentationen der mit dem Exil verbundenen kulturellen Prozesse und Praktiken lesbar. Koffer und Pässe sind dafür nur die prominentesten Beispiele. Vielfältige literarische Verhandlungen von Mensch-Ding-Verhältnissen angesichts instabil werdender symbolischer Bezugssysteme fordern zu Konfrontationen mit einem Fremd-Werden etablierter Identitäts- und Alteritätsvorstellungen heraus. „Dinge des Exils“ können dabei immer wieder auch Anlass sein, nach Formen transnationaler Kommunikation und Erfahrungen von kulturellem Transfer zu fragen.


Vorschläge für Vorträge (Arbeitstitel und Abstract) werden bis zum 31.8.2012
erbeten an: buero.exil@uni-hamburg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHamburg
Bewerbungsschluss31.08.2012
Beginn22.03.2012
Ende24.03.2013
PersonName: Löhrer, Andreas 
Funktion: Sekretariat 
E-Mail: buero.exil@uni-hamburg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.15.00 Exilliteratur
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