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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Klage, Bitte, Lob: Formen religiöser Rede in der Gegenwartsliteratur"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelKlage, Bitte, Lob: Formen religiöser Rede in der Gegenwartsliteratur
BeschreibungAugst bei Basel in der Römerstiftung Dr. R. Clavel, Landgut Castelen

Klagen, Bitten und Loben sind Grundvollzüge religiöser Rede, spielen aber auch in der zwischenmenschlichen Kommunikation eine wichtige Rolle. Sie zeigen an, dass der Mensch keine selbstgenügsame Monade ist, sondern auf vielfältige Weise auf andere (und ganz Anderes) verwiesen ist. Die Redeform der Bitte zeigt die Bedürftigkeit, ja Angewiesenheit einer Person an. Die Redeform der Klage bringt das Leiden an Unrechtssituationen, das Vermissen einer Sinnperspektive etc. zum Ausdruck. Die Redeform des Dankes oder Lobes bringt die Einsicht in die Nichtselbstverständlichkeit des Daseins, die Freude über das Gelingen etc. ins Wort.

In der Gegenwartsliteratur werden die genannten Redeformen auf unterschiedliche Weise durchgespielt. Sie bringen anthropologische Grundsituationen zum Ausdruck, sind Äußerung allgemein menschlicher, aber auch spezifischer, auf Schicksale von Gruppen oder Personen bezogener Emotionen. Das Symposium widmet sich exemplarischen Texten der Gegenwartsliteratur mit der Fragestellung, wie und in welcher narrativen, performativen oder expressiven Funktion die Redeformen der Bitte, der Klage und des Lobes hier vorkommen und eingesetzt werden.

Indem das Symposium gemeinsam von Vertretern der Fachbereiche Theologie und Jüdische Studien veranstaltet wird, kommt ein Anliegen zum Ausdruck, das damit zusätzlich verfolgt wird: Zu untersuchen, ob und allenfalls inwiefern Zugehörigkeit und Bekenntnis oder soziokulturelle Prägung von Autorinnen und Autoren oder von literarischen Figuren in Texten der neuesten Literatur ausschlaggebend sind für die literarische Formung von Klage, Bitte und Lob. Diese – durchaus offene – Frage bildet, literatur- und kulturwissenschaftlich ebenso wie theologisch betrachtet, nicht notwendigerweise die unmittelbare Stoßrichtung der einzelnen Beiträge, aber doch einen Hintergrund, vor dem das Gesamtbild der Beiträge zu diskutieren sein wird.

Programm

18. Juni 2012

16.00
Jan Heiner Tück (Wien) und Alfred Bodenheimer (Basel)
Begrüßung

16.15
Jan Heiner Tück (Wien)
Klagen, bitten, loben. Erste Zugänge zum Thema über die Aphoristik Elias Canettis

17.15
Gerhard Langer (Wien)
Klage, Bitte, Lob im Werk von Soma Morgenstern (1890-1976)

19.00 Abendessen

20.15
Abendvortrag von Sibylle Lewitscharoff (Berlin)
Über die Schwierigkeit, Gott im Roman zu loben

19. Juni 2012

09.00
Andreas Mauz (Zürich)
„Etwas ist nicht geheuer“. Klagen, bitten und loben im Kriminalroman

10.00
Nicole Sütterlin (Basel)
„That high magic to low puns“. Die Suche nach dem religiösen Wort in Thomas Pynchons postmodernem Amerika

11.00 Kaffeepause

11.15
Christoph Gellner (Luzern)
SAIDs Psalmen. Eine Fortschreibung von Bibelpoesie und moderner Psalmdichtung aus muslimischem Geist

12.15 Mittagessen

14.00
Eva Lezzi (Zürich)
„Niemand kann sich den G’tt wie ein Bonbonglas kaufen“. Geistige Lyrik der Gegenwart

15.00
Andreas Bieringer (Wien)
„Das Gebet in die Sprache nehmen“. Zum Einfluss der katholischen Liturgie auf die Literatursprache der Gegenwart

16.00 Kaffeepause

16.15
Erich Garhammer (Würzburg)
„Hypnose der Stille“. Die Gebetssprache im Werk von Hanns-Josef Ortheil

19.00 Abendessen

20. Juni 2012

09.00
Caspar Battegay (Basel)
Fluchen und Trinken. Formen irreligiöser Rede in der nordamerikanisch-jüdischen Gegenwartsliteratur

10.00
Mjria Kutzer (Köln)
„So hätte es doch sein können ...“. Totenklage in Anna Mitgutsch Wenn du wiederkommst

11.00 Kaffeepause

11.15
Alfred Bodenheimer (Basel)
„A Study of the Nostalgias?“ Leon Wieseltiers Selbsterfahrungsbuch Kaddish

12.30 Schluss der Tagung


Kontakt:
Zentrum für
Jüdische Studien
der Universität Basel
Leimenstrasse 48
CH-4051 Basel
Tel.: +41 (0)61 205 16 36
Fax: +41 (0)61 205 16 40
juedischestudien-at-unibas.ch
Web: http://jewishstudies.unibas.ch

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://jewishstudies.unibas.ch
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortAugst bei Basel
Beginn18.06.2012
Ende20.06.2012
KontaktdatenName/Institution: Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel und Institut für Systematische Theologie der Universität Wien 
Strasse/Postfach: Leimenstrasse 48 
Postleitzahl: CH-4058 
Stadt: Basel 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte; Rhetorik; Stilistik
Zusätzliches SuchwortReligion und Literatur
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.03.00 Studien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.01.00 Forschung; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.08 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
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