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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit"
RessourcentypCall for Papers
TitelDer Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit
BeschreibungDer Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit

Tagung, Oberkirch und Renchen 2013 (20.–22.06.2013)

Die Grimmelshausen-Gesellschaft veranstaltet vom 20. bis zum 22. Juni 2013 in Oberkirch und Renchen eine Tagung zum Thema „Der Teutsche Michel. Kulturpatriotismus und Sprachverhalten im Werk Grimmelshausens und in der oberrheinischen Literatur der Frühen Neuzeit". Im Zentrum soll der simplicianische Erzähler mit seinem Traktat "Deß Weltberuffenen Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel" (1673) stehen, in dem er sich satirisch mit Fragen der Sprachkritik, Kulturkritik und Sozialkritik in der Literatur seiner Zeit auseinandersetzt. Die Tagung zielt darauf, Grimmelshausens Position in der zeitgenössischen kulturpatriotischen Diskussion um Sprachreinheit genauer zu bestimmen, als dies bisher in der Forschung geschah.

In der sprachpolitischen Debatte des 17. Jahrhunderts ging die Berufung auf 'alte teutsche Tugenden' wie Redlichkeit und Aufrichtigkeit, Treue und 'Einfalt' einher mit der Anprangerung 'welscher' Untugenden wie 'Falschheit' und Heuchelei, Verstellung und List. Die Überfremdung des Deutschen durch die 'A-la-mode'-Kultur wurde zu einem zentralen Gegenstand gesellschaftskritischer Diskussionen. Nicht selten opponierten die 'A-la-mode'-Kritiker gegen die Orientierung der absolutistischen deutschen Fürstenhöfe an der französischen und italienischen Hofkultur. Die Schaffung eines deutschen Sprachbewußtseins wurde zur unabdingbaren Grundlage für die Entwicklung eines weitgehend fehlenden Nationalbewußtseins erklärt. Dabei sollten kulturelle Einheit und Identität jenseits ständischer und territorialer Limitierungen generiert werden. Es galt, die bedrohte 'alte teutsche Freiheit' selbstbewußt zu bewahren und eine volkssprachige Kultur zu etablieren, die von den Reichständen im Zusammenwirken mit dem Kaiser getragen und auf einfachen moralischen Werten wie 'Treue' und 'Glauben' gegründet sein sollte.

Die Tagung soll sich nicht nur Grimmelshausen widmen, sondern darüber hinaus weitere, vor allem auch frühere Autoren der oberrheinischen Literatur in den Blick nehmen, die substantiell zur Sprach- und Kulturkritik beigetragen haben. Im näheren regionalen Umfeld ist die Straßburger „Aufrichtige Gesellschaft von der Tannen" hervorzuheben, die – wie andere zeitgenössische Sprachgesellschaften – kulturpatriotische mit sprachpolitischen Ambitionen verband und sich gegen die Überfremdung und Verachtung der deutschen Sprache und Literatur engagierte. Der modischen Sprachmengerei setzte man das 'treu-deutsche' Wort der Väter entgegen. Der Kreis um Jesaias Rompler von Löwenhalt, Johann Freinsheim, Andreas Hecht, Peter Samuel Thiederich und Johannes Matthias Schneuber suchte die sprachlich-literarische Reform in umfassendere sozialethische Kontexte zu integrieren. Auch Johann Heinrich Schill, Christoph Schorer, Johann Michael Moscherosch und Quirinus Moscherosch nahmen an diesen sprachreformerischen Anstrengungen teil, die stets von einem moralisch-patriotischen Kulturbewußtsein getragen sind.

Damit sind wichtige Themenfelder und sich daraus ergebende Fragstellungen skizziert, die im Rahmen der Tagung zu erörtern sein werden. Vergleichende Studien und Ausblicke auf weitere oberrheinische Literaten des 16. und 17. Jahrhunderts, etwa Jörg Wickram, Johann Fischart, Wolfhart Spangenberg und Jacob Balde, sind erwünscht.

Die Tagungskapazitäten sind begrenzt. Die Auswahl der Vorträge übernimmt eine vom Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft eingesetzte Kommission. Vortragsangebote bitte mit kurzem Exposé (maximal eine Seite) bis zum 31.05.2012 an:

Prof. Dr. Peter Heßelmann
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Germanistisches Institut
Abteilung Neuere deutsche Literatur
Hindenburgplatz 34
48143 Münster
E-Mail: info.grimmelshausen@org
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortOberkirch und Renchen
Bewerbungsschluss31.05.2012
Anmeldeschluss31.05.2012
Beginn20.06.2013
Ende22.06.2013
PersonName: Prof. Dr. Peter Heßelmann 
Funktion: Präsident der Grimmelshausen-Gesellschaft 
E-Mail: info.grimmelshausen@org 
KontaktdatenName/Institution: Grimmelshausen-Gesellschaft 
Strasse/Postfach: Hindenburgplatz 34 
Postleitzahl: 48143 
Stadt: Münster 
E-Mail: info@grimmelshausen@org 
Internetadresse: www.grimmelshausen.org 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Zusätzliches SuchwortKulturpatriotismus
Klassifikation11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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