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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literatur und Theorie seit der Postmoderne"
RessourcentypCall for Papers
TitelLiteratur und Theorie seit der Postmoderne
BeschreibungFür einen konzeptionell fortgeschrittenen Sammelband zum Verhältnis von Literatur und Theorie seit der Postmoderne, der im Herbst 2012 bei einem renommierten wissenschaftlichen Verlag erscheinen wird, bitten die Herausgeber um weitere Beiträge. Ausgehend von der literaturgeschichtlichen Gegenwartsdiagnose, dass sich jüngste Entwicklungen innerhalb der Literatur nicht mehr problemlos den Deutungsansätzen einer 'Literatur der Postmoderne' fügen, versammelt der Band eine Reihe von Beiträgen zu den zahllosen Interferenzen von Literatur und Theorie seit der Postmoderne.

Bis vor wenigen Jahren bestand in der literarischen Öffentlichkeit und der Fachwelt mehr oder weniger Konsens darüber, die jeweils rezente Literaturproduktion mit den Begrifflichkeiten einer 'Literatur der Postmoderne' zu erfassen und zu analysieren. Im Nachgang der weltgeschichtlichen Ereignisse seit dem Zusammenbruch des sogenannten Ostblocks, der Wiedervereinigung Deutschlands, der Epochenzäsur des 11. September sowie des allgemeinen soziokulturellen Wandels in der 'breiten Gegenwart' (Hans Ulrich Gumbrecht) scheint das ästhetische und historische Projekt der Postmoderne jedoch an Signifikanz eingebüßt zu haben. Angesichts einer widersprüchlichen Fülle und Vielfalt literarischer Tendenzen, die vom Feuilleton mit den Schlagworten einer Rückkehr zum historischen Erzählen, einer neuen Subjektivität oder der Leitvokabel 'Pop' beschrieben werden, ist zu fragen, ob dem literarischen und literarhistorischen Konzept 'Postmoderne' in den vergangenen beiden Jahrzehnten nicht zunehmend Konkurrenz erwachsen ist, die vorläufig schlicht als Literatur der Gegenwart zu bestimmen ist. Vor dem Hintergrund der schwindenden, jedoch längst nicht erschöpften Erklärungskraft des postmodernen Paradigmas fragt der Band demgemäß nach den Möglichkeiten und Relationen von Erzählen, Theorie und Literatur der Gegenwart.

Ein erster Schwerpunkt des Bandes stellt die (Literatur-)Theorie in den Mittelpunkt. Aufzufächern ist das breite Spektrum theoretischer Angebote, die in den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten die Diskussionen um Literatur mit bestimmt haben. Entwicklungen auf dem weiten Feld des Poststrukturalismus, der Dekonstruktion, der Diskursanalyse, der Semiotik und der Postmoderne selbst werfen die Frage auf, welchen Beitrag Theorie zu einer adäquaten Analyse der Literatur der Gegenwart leisten kann. Worin liegen die Chancen, aber auch die Grenzen der 'Anwendung' von Literaturtheorie auf die Gegenwartsliteratur? Darüber hinaus ist zu überlegen, ob die Theorie selbst Auswirkungen auf die literarische Textproduktion hat, die über eine bloße Kenntnisnahme theoretischer Angebote auf inhaltlicher Ebene hinausgehen. Zu denken ist hierbei etwa an die Rolle des Intertextualitätskonzepts in den Literaturen der Gegenwart. Doch lässt sich die Blickrichtung auch umkehren: Beeinflusst das literarische Schreiben die Theorie? Verändern literarische Schreibweisen theoretische Schreibweisen, und ist am Ende Theorie vielleicht gar selbst ein literarisches Genre?

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung der Literatur als System der Rezeption und Produktion von Theorie. Zunächst stellt sich die Frage, inwiefern das etablierte Beschreibungsinventar einer literarischen Postmoderne für die Analyse von Gegenwartsliteratur tragfähig ist: Lassen sich literarische Artefakte der unmittelbaren Gegenwart adäquat im Register der Postmoderne beschreiben? Oder hat die neueste Literatur diesen Horizont bereits überschritten? Wie ist es um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung literarischer Texte bestellt, die ihrerseits literaturtheoretische Konzepte aufgreifen? Welche Elemente können allgemein für eine Poetologie des postmodernen Romans beziehungsweise des Gegenwartsromans herangezogen werden? Exemplarisch gerät dabei der Stellenwert des historischen Erzählens in der Postmoderne und nach der Postmoderne in den Blick, denn noch immer scheint die Konjunktur des historischen Erzählens nach Eco ungebrochen. Darüber hinaus können Versuche unternommen werden, weitere zentrale Themenkomplexe in der Literatur der Postmoderne und der Gegenwartsliteratur herauszuarbeiten und zu systematisieren. Die Fülle der möglichen Kategorisierungsversuche ist dabei kaum übersehbar. Eine orientierende Leitdifferenz sei jedoch genannt: 'mimetisches' vs. 'fiktionsbetonendes' Erzählen.

Der Band versteht sich als Versuch der Wiedereröffnung des diskursiven Raumes von Literatur und Theorie in Zusammenhängen der Postmoderne und ihrer Folgephänomene. Als Beiträge werden Aufsätze zur dargelegten Thematik erbeten, welche sich entweder theoretischen und literarischen Phänomenen in übergreifender Darstellung zuwenden oder aber textzentrierte Fallbeispiele in den Blick nehmen.

Beitragsvorschläge werden bis 1. Mai 2012 als Kurzexposés (300 bis 500 Wörter) mit einer beigefügten biographischen Notiz per E-Mail an die beiden Herausgeber erbeten:

Dr. Erik Schilling, Institut für Deutsche Philologie, Ludwig-Maximilians-Universität München
(erik.schilling@germanistik.uni-muenchen.de)

Klaus Birnstiel M.A., Deutsches Seminar, Universität Basel/CH
(klaus.birnstiel@unibas.ch)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss01.05.2012
PersonName: Schilling, Erik [Dr.] 
E-Mail: erik.schilling@germanistik.uni-muenchen.de 
KontaktdatenName/Institution: Erik Schilling 
Strasse/Postfach: Schellingstr. 3 
Postleitzahl: 80799 
Stadt: München 
E-Mail: erik.schilling@germanistik.uni-muenchen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literaturtheorie: Themen
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie
Ediert von  H-Germanistik
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