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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige ""Szenenwechsel": Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im deutschsprachigen Spielfilm"
RessourcentypCall for Papers
Titel"Szenenwechsel": Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im deutschsprachigen Spielfilm
BeschreibungWorkshop "Szenenwechsel":
Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im deutschsprachigen Spielfilm

Gesellschaftliche Transformationsprozesse können in der beobachtenden Kommentierung als Fortschritt, Modernisierung und Aufstieg, aber auch als Niedergang, Degeneration und Desaster gedeutet werden. Im Hinblick auf die Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts stehen Modelle des kontinuierlichen Wandels und der erneuernden Veränderung neben solchen der Eskalation und der Krise. In diesem Sinne etwa hat Giorgio Agamben den Ausnahmezustand als topologischen Prozess definiert, in dem »nicht nur Ausnahme und Regel, sondern auch Naturzustand und Recht, das Draußen und das Drinnen ineinander übergehen«. Die Abweichung von dem zu einem bestimmten Zeitpunkt als normal und vernünftig Empfundenen stellt die Konstruktion eingeführter Gewohnheiten und vertrauter Ordnungen in Frage, Veränderungen entwickeln ein gleichermaßen innovatives wie destruktives Potenzial. So verstanden sind Ausnahmezustände - die Dekonstruktion von anerkannter Normalität - Momente großer gesellschaftlicher Intensität, die der kollektiven Kommentierung und der erinnerungskulturellen Einordnung bedürfen.

Das Medium Spielfilm - das man mit einigem Recht als das Leitmedium des 20. Jahrhunderts begreifen kann - hat sich über die letzten rund 100 Jahre hinweg immer wieder als Seismograph, Katalysator und Reflexionsmedium von als krisenhaft erlebten Ausnahmezuständen und Zuspitzungen erwiesen. Als Massenmedium nimmt es dabei eine Mittlerfunktion zwischen gesellschaftlichen Ereignissen einerseits und ihren symbolischen Ausdeutungen anderseits war, so dass seine Analyse im Sinne Michel Foucaults auch als Sichtbarmachung der »Positivität des Diskurses« verstanden werden kann.
Das interdisziplinäre Symposium Szenenwechsel will sich vor diesem Hintergrund in exemplarischer Weise auf Ausnahmezustände und Zuspitzungen der deutschen Geschichte fokussieren. Von Interesse sind Referate verschiedener kulturwissenschaftlicher Disziplinen zur zeitnahen wie retrospektiven filmischen Konstruktion von Normalität und Abweichung, wobei es sowohl um kollektive wie um individuelle Reaktionen auf die Abweichung von dem als 'normal' Empfundenen gehen soll. Im Einzelnen sind Vorträge zu folgenden Themenfeldern vorstellbar:

1. Theoretische Hintergründe:
a.) Analysen zur Funktion des Spielfilms mit Blick auf die Interpretationsgeschichte gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.
b.) Darstellung der spezifischen Gestaltungsmöglichkeiten des Films, die sich zur Inszenierung von als krisenhaft empfundenen Ereignissen besonders anbieten.
c.)Charakterisierungen von bestimmten Topologien und rhetorischen Figuren der Abweichung und des Normalen

2. Historische Perspektiven:
- Weimarer Kino
- Drittes Reich
- Nachkriegsfilm
- Neuer deutscher Film
- Postmoderner Film
- Film heute

3. Einzelfallstudien
a.) zu einzelnen Themenfeldern (z.B. Nationalsozialismus, Wiederaufbau und Wirtschaftwunder, Heimat, Migration, Terrorismus, Heimat)
b.) zu einzelnen Regisseuren (z.B. Fritz Lang, G.W. Pabst, Friedrich Wilhelm Murnau, Rainer Werner Fassbinder, Edgar Reitz, Werner Herzog, Volker Schlöndorff, Wolfgang Petersen etc.)
c.) zu einzelnen Genres
- Kriminalfilm, Melodram, Kriegsfilm, Horror, Politfilm, Komödie etc.

Das Symposium Szenenwechsel findet vom 24.-26. Mai 2008 an der Rijksuniversiteit Groningen statt. Vorgesehen sind Präsentationen von 25-30 Minuten Länge. Ein Tagungsband ist geplant.

Vortragsskizzen von circa einer Seite sind bis zum 01. Dezember zu schicken an die beiden Organisatoren: Dr. Lars Koch: dr.lars.koch@web.de und Prof. Dr. Waltraud >Wara< Wende: wara.wende@uni-wh.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGroningen
Bewerbungsschluss01.12.2007
Beginn24.05.2008
Ende26.05.2008
PersonName: Koch, Lars [Dr.] 
Funktion: Organisation 
E-Mail: dr.lars.koch@web.de 
LandNiederlande
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
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