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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Vom Wettstreit der Künste zum Kampf der Medien - Medialitätsdiskurse im Wandel der Zeiten"
RessourcentypCall for Papers
TitelVom Wettstreit der Künste zum Kampf der Medien - Medialitätsdiskurse im Wandel der Zeiten
BeschreibungCALL FOR PAPERS: 2. Gießener Studierendenkolloquium vom 27. bis zum 29. Oktober 2006
Vom Wettstreit der Künste zum Kampf der Medien - Medialitätsdiskurse im
Wandel der Zeiten.

Organisatoren
Ignis - Initiative Giessener Studierender zum Erwerb interdisziplinärer
Schlüsselqualifikationen alias Mario Baumann, Daniela Matzner, Sebastian
Matzner, Yvonne Nowak, Nassrin Sadeghi

Organisation und methodische Zielsetzung:

Das Studierendenkolloquium richtet sich vornehmlich an Studierende mittleren
und höheren Semesters aller geisteswissenschaftlichen Fachbereiche sowie an
Doktoranten, die sich in der Anfangsphase ihrer Promotion befinden. Es wird
vom 27. bis zum 29. Oktober 2006 im Tagungsraum des Alexander-von-Humboldt
Gästehauses der Justus-Liebig-Universität Gießen stattfinden. Durch
Simulation dieser Arbeitsform des Wissenschaftsbetriebes soll
fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, die
Kolloquiumssituation einzuüben. Die Veranstaltung setzt sich in
alternierender Reihenfolge aus 20-minütigen Vorträgen und anschließenden
Diskussionen von 15 Minuten zusammen. Um einen weiteren zentralen Bereich
wissenschaftlichen Arbeitens einzuüben, ist eine Veröffentlichung der
Kolloquiumsergebnisse in Form eines Sammelbandes intendiert. Dazu wurde
Kontakt mit dem Tectum-Verlag Marburg aufgenommen, von dem ein Angebot mit
Kostenvorschlag vorliegt.

Unsere Initiative hat am 15. und 16. Juli 2005 bereits ein
Studierendenkolloquium zu dem Thema "Wo die Liebe hinfällt... - AMORalische
Liebeskonzeptionen in der europäischen Geistesgeschichte" mit großem Erfolg
organisiert. Dieses Kolloquium verstand sich nicht als Forschungskolloquium,
sondern als Forum für konkreten interdisziplinären Austausch auf
Studierendenebene, der aufgrund der Disziplingebundenheit einerseits und der
zunehmenden Verschulung des wissenschaftlichen Lehrbetriebes andererseits im
regulären Studium in dieser Form nicht gegeben ist. Die 10 Teilnehmer kamen
von unterschiedlichen Universitäten (Gießen, Marburg, Heidelberg) und
gehörten verschiedenen Fachdisziplinen an, namentlich der Gräzistik,
Latinistik, Romanistik, Germanistik, Anglistik, Medizin und den
Theaterwissenschaften. Durch die Zusammenführung verschiedener Medien,
Epochen und Literaturen ergaben sich lebhafte Diskussionen, in denen
übergreifende strukturelle Muster im Umgang mit marginalisierten Formen der
Liebe zu Tage traten, sowie gewinnbringende Einblicke in die Methoden der
einzelnen Fächer. Dazu trug auch der Gastvortrag von Professor Niklas
Holzberg aus München bei. Die Tagungsergebnisse werden dank der großzügigen
Förderung durch die Giessener Hochschulgesellschaft und die Maria und Dr.
Ernst Rink-Stiftung im Frühjahr 2006 ebenfalls im Tectum-Verlag Marburg
publiziert.

Angeregt durch die erfolgreiche Durchführung und die positive Resonanz der
Zuhörer und Vortragenden, hat sich Ignis vorgenommen, ein zweites Kolloquium
nach diesem Muster zu organisieren. Erneut möchten wir auch einen externen
Gastredner gewinnen, der sich auf dem Felde des Tagungsthemas verdient
gemacht hat. Wie auch bei der ersten Tagung ist es methodische Zielsetzung
dieses Studierendenkolloquiums, in Organisation, Durchführung und Teilnahme
interdisziplinäre Schlüsselqualifikationen zu erwerben.

Thematische Zielsetzung:

Mit dem Leitthema "Vom Wettstreit der Künste zum Kampf der Medien -
Medialitätsdiskurse im Wandel der Zeiten" öffnet sich das Kolloquium für
Kontexte und Disziplinen unterschiedlichster Art und führt diese unter einem
gemeinsamen Gesichtspunkt zusammen. Die Vorträge sollen einen Einblick in
die einzelnen Disziplinen gewähren, sich auf den aktuellen Forschungsstand
beziehen und zu einer kritischen Diskussion anregen.
Thematisch richtet sich der Blick dabei auf die vielfältigen Facetten des
Medialitätsdiskurses, der sich ausgehend von der Antike bis in die Gegenwart
verfolgen lässt. Im Vordergrund steht nicht die Nachzeichnung der
chronologischen Entwicklung dieses Diskurses, sondern vielmehr die
Thematisierung signifikanter Einzelphänomene in unterschiedlichen Epochen.
Der Fokus richtet sich dabei erstens auf den Paragone, also den Wettstreit
der Künste. Den Paragonediskussionen liegt, wie Ulrich Pfisterer in seinem
Paragone-Artikel im Historischen Wörterbuch der Rhetorik festhält, die
zentrale Frage nach den Gemeinsamkeiten und Unterschieden, Möglichkeiten und
Grenzen von Sprache, Text, Musik, Architektur und den verschiedenen
visuellen Medien zu Grunde. Da man insbesondere während Antike, Renaissance
und Barock noch von einer prinzipiellen Vergleichbarkeit von Malerei und
Dichtung hinsichtlich ihrer künstlerischen Mittel und Ziele ausgeht - vgl.
etwa das Horazische Diktum ut pictura poesis - muss im Gegenzug zwangsläufig
ein Bedürfnis nach Abgrenzung und positiver Gewichtung der eigenen Disziplin
entstehen, das sich im Paragone äußert. Unser Kolloquium möchte sich jedoch
ausdrücklich nicht nur mit Fragen nach der Konkurrenz der Künste
beschäftigen, sondern auch Erscheinungen ihres Mit- und Nebeneinanders in
den Blick nehmen. Hier ist etwa an das Konzept des Gesamtkunstwerks zu
denken, das in bestimmten Epochen als Ideal postuliert wurde.

Darüber hinaus sind insbesondere seit Beginn der Neuzeit Phänomene zu
beobachten, die unter dem Stichwort "Kampf der Medien" zusammengefasst
werden können. Darunter verstehen wir die gezielte Instrumentalisierung von
Medien - etwa von Texten und Bildern, in jüngerer Zeit von Massenmedien wie
Hörfunk, Film und Fernsehen - zur Austragung von gesellschaftlichen und
politischen Konflikten sowie zur Beeinflussung des Publikums. Als Beispiele
hierfür sind die als "Medienkrieg" geführten Auseinandersetzungen in den
Religionskriegen im Frankreich des 16. Jahrhunderts oder die
propagandistischen Maßnahmen totalitärer Systeme zur Verbreitung ihrer
Ideologie im 20. Jahrhundert zu nennen.

Die so skizzierte Themenstellung bietet eine geeignete Ausgangsbasis zur
Zusammenführung unterschiedlicher Fachdisziplinen, wie es der Zielsetzung
des Kolloquiums entspricht.

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über ein kurzes Abstract, das in max. 15 Zeilen das
geplante Thema kurz skizziert und an die E-Mail-Adresse ignis@freenet.de
geschickt wird. Deadline ist der 30. Juni 2006.

Daniela Matzner, Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Romanistik

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGießen
Bewerbungsschluss30.06.2006
Beginn27.10.2006
Ende29.10.2006
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
Ediert von  H-Germanistik
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