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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Buchprojekt: „Nach der Utopie der Liebe? Literarische Liebesentwürfe und Beziehungsmodelle nach der romantischen Liebe“"
RessourcentypCall for Papers
TitelBuchprojekt: „Nach der Utopie der Liebe? Literarische Liebesentwürfe und Beziehungsmodelle nach der romantischen Liebe“
BeschreibungCFP: Buchprojekt: „Nach der Utopie der Liebe? Literarische Liebesentwürfe und Beziehungsmodelle nach der romantischen Liebe“ (Arbeitstitel)
Hrsg. von Henriette Herwig und Miriam Seidler
Deadline Abstracts: 15. Mai 2012

„Die romantische Liebe […] liegt hinter uns!“ resümiert Günter Dux 1994 am Ende seiner Untersuchung „Geschlecht und Gesellschaft: warum wir lieben“. Von der phänomenologischen Warte aus hat sich mit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Ausgangslage für Liebesentwürfe bereits verändert und auch die Entwicklung der Psychoanalyse als wichtiges kulturelles Deutungsmuster verweist in eine ähnliche Richtung. Mit der Neubewertung von Liebe, Begehren und Sexualität durch Sigmund Freud ist die religiöse Verklärung der Liebe unmöglich geworden und die Liebe auf innerweltliche Erklärungsansätze zurückgeworfen, die die Entwicklung des Menschen als Bedingung für seine Liebesfähigkeit beschreiben. Trotz dieser Entwicklungen stehen Liebeskonzepte im 20. Jahrhundert hoch im Kurs. Einerseits weil sich die romantische Liebe als Beziehungsnorm erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts für alle gesellschaftlichen Schichten etabliert hatte (Lenz 1998: S. 70), andererseits weil kaum ein Konzept im 20. Jahrhundert als kollektive Utopie (Illouz, 2003, S. 26) so wirkmächtig war wie das der romantischen Liebe. Diskursstrategien in Literatur, Film und Gesellschaft wurden von der Codierung der Liebe, wie Niklas Luhmann sie aus systemtheoretischer Warte beschreibt, geprägt.

Der Sammelband möchte in Überblicksaufsätzen und Einzelinterpretationen der Frage nachgehen, welche Liebeskonzepte und Beziehungsnormen in Literatur, Film und Oper des 20. Jahrhundert verfolgt werden. Beiträge sind zu folgenden Themenkomplexen denkbar:

- Welche Liebeskonzepte (z.B. Eros, Minne, Kussgedichte des Barock) werden in der Literatur des 20. Jahrhunderts aufgegriffen? Welche neuen Liebeskonzepte werden ihnen gegenüber gestellt?
- Mit der Beschreibung der Liebe als Passion hat Niklas Luhmann die Liebe als Kommunikationsmedium zwischen Liebessemantik und Systemtheorie verortet. Wie können theoretische und methodische Ansätze im Anschluss oder in Opposition zu Stefan Neuhaus diesen Ansatz für die literaturwissenschaftliche Diskussion fruchtbar machen?
- Eva Illouz nähert sich in ihren soziologischen Studien der Liebe mit einem ökonomischen Blick (vgl. auch Faulstich 2002: 33f.). Welche Verbindung von Liebe und Konsum, Liebe und Kulturindustrie lassen sich in der Literatur aufzeigen?
- Die romantische Liebe ist ein Augenblick-Phänomen, d.h. ob zwei Menschen zueinander passen, entscheidet sich auf den ersten Blick. Als Augenblick-Phänomen steht Liebe im Widerspruch zur Institutionalisierung der Liebe in der Ehe. Damit stehen sich zwei Liebeskonzepte gegenüber, die kaum vereinbar scheinen. Bietet die Literatur Lösungen für dieses Problem an? Wie wird die Ehe in der Literatur dargestellt?
- Die zweite Frauenbewegung hat mit der Diskussion von Sexualität als Mittel der Machtausübung eine Neubewertung der Sexualität und ihrer Präsenz im Alltag bewirkt. Geht mit der Diskussion von Sexualität und Begehren eine neue Liebeskonzeption einher?
- Mit der Beschreibung der Liebe ist immer auch die Darstellung von Geschlechter-verhältnissen verbunden. Von Feministinnen wurde wiederholt kritisiert, dass das Konzept der romantischen Liebe zur Unterdrückung der Frau eingesetzt wurde (Mitchell 1985, Illouz 2011). Inwiefern verändern sich Geschlechterkonzepte in Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts und wird mit der Fokussierung auf die Kritik an weiblichen Rollenmodellen in Liebeskonzepten die Festschreibung von Männlichkeitskonzepten vernachlässigt (Erhart 1997)?

Bitte schicken Sie ein Abstract von max. 4000 Zeichen und biobibliographische Angaben bis zum 15. Mai 2012 an die beiden Herausgeberinnen. Die Beiträge sollen bis spätestens 15. September 2012 eingereicht werden und sollen ca. 30.000–45.000 Zeichen umfassen. Die Publikation des Bandes ist für Anfang 2013 geplant.

Univ.-Prof. Dr. Henriette Herwig (herwig@phil.hhu.de)
Dr. Miriam Seidler (seidler@phil.hhu.de)

Postanschrift
Heinrich-Heine Universität
Institut für Germanistik II: LS Herwig
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/germ2/herwig/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.05.2012
PersonName: Prof. Dr. Henriette Herwig  
Funktion: Herausgeberin  
E-Mail: herwig@phil.hhu.de 
Name: Dr. Miriam Seidler  
Funktion: Herausgeberin  
E-Mail: seidler@phil.hhu.de 
KontaktdatenName/Institution: Miriam Seidler, Institut für Germanistik II: LS Herwig 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 1 
Postleitzahl: 40225 
Stadt: Düsseldorf  
Telefon: 0211-8115465 
E-Mail: seidler@hhu.de 
Internetadresse: www.miriamseidler.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Motiv- u. Stoffgeschichte
Zusätzliches SuchwortLiebe
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.17.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.09.00 Stoffe. Motive. Themen
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