VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Deutscher Germanistentag 2013 - Germanistik für das 21. Jahrhundert. Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelDeutscher Germanistentag 2013 - Germanistik für das 21. Jahrhundert. Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft
BeschreibungCall for papers

Deutscher Germanistentag 2013

Germanistik für das 21. Jahrhundert
Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
22.-25. September 2013



Germanistik und Deutschunterricht haben seit 1970 zahlreiche inhaltliche und strukturelle Wandlungen durchlebt. Seit der Wende zum 21. Jahrhundert erfahren sie erneut tiefgreifende Veränderungen, die sich auf die Forschung und auf das Studium, auf die Schule und auf die Gesellschaft auswirken. Der Deutsche Germanistentag 2013 erklärt diese Veränderungen zum Gegenstand der Arbeit in den Sektionen mit dem Ziel, Positionierungen des Faches zu erarbeiten und kritisch zu diskutieren. Konsequent sollen diese Veränderungen aus den Perspektiven der Hochschule und der Schule reflektiert werden.

In der Forschung führen neue Technologien, Ansätze und Methoden – schlagwortartig seien die „eHumanities“ bzw. „Digital Humanities“ genannt – zu neuen Perspektiven auf die Frage nach dem Verhältnis zwischen im engeren Sinn philologischen und hermeneutischen, bisweilen kulturwissenschaftlichen Ansätzen und Methoden und eher empirischen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen und Methoden. Diese Frage ist nicht identisch mit der schon traditionellen Frage nach dem Verhältnis zwischen Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft, wenngleich es durchaus Berührungspunkte gibt. Die digitale Möglichkeit der sichtbaren Vernetzung von Forschungsinteressen am selben germanistischen Gegenstand – der deutschen Sprache und Literatur in ihren kulturellen, institutionellen und sozialen Kontexten in Geschichte und Gegenwart – mag zu neuen Positionierungen innerhalb der germanistischen Teildisziplinen wie auch zu neuen Positionierungen in ihrem Verhältnis zueinander führen. Zugleich gilt es, Positionierungen der Germanistik als Fach innerhalb einer neuen Forschungs- und Förderungslandschaft sowie innerhalb der Wissenschaftspolitik zu erarbeiten, die die Bedeutsamkeit der weiteren Erforschung traditioneller Forschungsgegenstände, auch mit bewährten Forschungsansätzen und -methoden, aufzeigen.

Im Studium haben bildungspolitische Entscheidungen im Gefolge von „Bologna“ zu bedeutenden Änderungen zumindest struktureller Art geführt. Die Umsetzung des Bologna-Beschlusses hat die Entwicklung germanistischer Bachelor- und Master-Studiengänge erforderlich gemacht, die national und international vergleichbare Inhalte und Kompetenzen des germanistischen Wissens und Könnens ausweisen sollen. Nationale KMK-Standards für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung, Entwürfe für Kerncurricula für germanistische BA-Studiengänge sowie konzeptionell und inhaltlich grundlegend veränderte Studienbücher und Einführungswerke konstruieren entsprechend diesen Veränderungen der Studienstruktur ein neues Bild der Germanistik, ihrer Forschungsgegenstände und Forschungsmethoden.

In der Schule hat der Deutschunterricht gravierende Veränderungen erfahren, die ausgehend von der PISA-Debatte zu mehr Vorgaben geführt haben: Es gibt nationale Bildungsstandards für die Jahrgangsstufen 4, 9 und 10 sowie bald auch für die Allgemeine Hochschulreife. Darüber hinaus bestimmen zentrale Vergleichsarbeiten und Prüfungsaufgaben den Schulalltag. Trotz dieser Vorgaben bleibt in vielerlei Hinsicht unklar, worin die Kernbestände des Deutschunterrichts bestehen, insbesondere bezogen auf den Stellenwert sprachlicher und literarischer Bildung. Mit der Frage, was eine Deutschlehrerin, ein Deutschlehrer heute wissen und können muss, ist das Spannungsfeld von Hochschulgermanistik und Deutschunterricht berührt.

In der Gesellschaft schließlich werden oft wissenschaftliche Setzungen und Trennschärfen erwartet, wo es phänomenologisch keine zu geben scheint. Es werden konkrete Antworten des Faches auf Fragen erwartet, die den sprechenden und schreibenden, hörenden und lesenden Menschen in seinem alltäglichen Sprachleben und seinen literarischen Interessen berühren und bewegen. Solche Fragen haben nicht selten eine lange Tradition, und sie bestellen grundsätzlich weite Felder der deutschen Sprache und Literatur.
Die Erkenntnisinteressen, Perspektiven und Ergebnisse der Beschäftigung mit deutscher Sprache und Literatur in den Bereichen Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft sollen auf dem Deutschen Germanistentag 2013 zusammengeführt werden, um in besonderem Maße den Blick auf den – vorhandenen oder auch fehlenden – Austausch zwischen diesen Bereichen zu schärfen, wie zum Beispiel den Austausch zwischen Hochschulgermanistik und Deutschunterricht; zwischen gesellschaftlichen Interessen und germanistischer Forschung; zwischen Wissenschaftspolitik und Forschungsparadigmen; zwischen Studiengängen und Berufsfeldern.

Der Deutsche Germanistentag 2013 setzt sich zum Ziel, in unterschiedlichen Sektionen aus den Teildisziplinen der Germanistik Grundlagen und Grundfragen zu erörtern und Positionierungen der Germanistik als Disziplin an der Hochschule sowie als Unterrichtsfach Deutsch an der Schule zu einem gemeinsamen Gegenstand – die deutsche Sprache und Literatur – zu formulieren. Als eine Richtschnur für die Arbeit in den Sektionen soll gelten, was in §1, Abs. 2 der Satzung des Deutschen Germanistenverbandes formuliert ist: „Aufgabe des Gesamtverbandes ist es, die Verbindung zwischen Schule und Universität zu wahren und zu vertiefen“ (Eckpunkte, zwischen denen diese Richtschnur aufgespannt werden kann, werden in Heft 3/2012 der „Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes“ entwickelt und zur Diskussion gestellt). Die Leitungen der Sektionen werden deshalb aus Tandems je einer Vertreterin/eines Vertreters der Hochschule und der Schule gebildet; die Arbeit in den Sektionen wird darüber hinaus nach Möglichkeit durch Vertreterinnen und Vertreter aus dem weiten Kommunikations- und Praxisbereich „Gesellschaft“ unterstützt.

Die Arbeit in den Sektionen soll vielfältig sein. Sie soll aus wissenschaftlicher Perspektive fachliche und didaktische Beiträge zum Thema der Sektion zusammenführen mit unterrichtspraktischen Fragestellungen aus der Perspektive des Schulfachs und nach Möglichkeit Beiträgen zur gesellschaftlichen Dimension des Themas. Aus diesem Grund sind unterschiedliche Arbeitsformen möglich und erwünscht (zum Beispiel Kombinationen aus Vorträgen, Workshops und Diskussionen oder Gestaltung der jeweils 90-minütigen Arbeitseinheiten durch Arbeitsgruppen aus Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft).

Themenvorschläge und Exposés (max. eine Seite mit 2820 Zeichen inklusive Leerzeichen) werden in elektronischer Form erbeten an die E-Mail-Adressen, die den jeweiligen Sektionsankündigungen beigefügt sind. Einsendeschluss ist der 30. April 2012. Die Bekanntgabe der akzeptierten Beiträge wird bis zum 15. Juli 2012 per E-Mail durch die jeweiligen Sektionsleitungen erfolgen. Das Tagungsprogramm wird auf der Homepage des DGV sowie in den „Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes“, Heft 1/2013, publiziert werden.

Die Gesellschaft für Hochschulgermanistik im Deutschen Germanistenverband ruft nachdrücklich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zur Teilnahme am Germanistentag auf und fördert 20 Vortragende aus dieser Teilnehmergruppe mit Stipendien in Höhe von je 500 Euro. Voraussetzung für die Gewährung eines Stipendiums sind neben der Präsentation eines wissenschaftlichen Vortrags auf dem Germanistentag die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Hochschulgermanistik des DGV (nur für Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland; Beitrittsformulare sind unter http://www.hochschulgermanistik.de zu finden). Zur Bewerbung um ein Stipendium fügen Sie bitte Ihrem Exposé an die jeweilige Sektionsleitung ein formloses Bewerbungsschreiben und einen knappen tabellarischen Lebenslauf bei. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt auf der Basis der bis zum 30. April 2012 eingegangenen Bewerbungen, ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Für Rückfragen steht Ihnen auch die Geschäftsstelle des Deutschen Germanistenverbandes gern zur Verfügung:

Deutscher Germanistenverband – Geschäftsstelle
Gloria Grigoleit, M.A./Raja Reble, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Germanistisches Seminar, Leibnizstraße 8, 24118 Kiel, dgv@germsem.uni-kiel.de, 0431/880-3271





Sektion 1: Erzählforschung
Leitung: Martin Huber (Universität Bayreuth), Beate Kennedy (RBZ-Wirtschaft Kiel)

Erzählen ist eine grundlegende menschliche Tätigkeit, deren Bedeutung kaum überschätzt werden kann. Wir werden über Erzählen sozialisiert, unsere Vorstellungen von individuellem Glück und sozialem Zusammenleben sowie alle transzendenten Denkmodelle sind zunächst Geschichten und werden in Geschichten tradiert. Die Erforschung des Erzählens und die Vermittlung dieses Wissens gehört mit zu den zentralen Aufgaben von Germanistik und Deutschunterricht.
Die Narratologie als theoretisch-systematische Beschäftigung mit dem Erzählen hat seit den 1990er Jahren einen enormen Aufschwung erfahren, so dass der Zeitpunkt gegeben scheint, dieses Forschungsfeld einer Bilanz zu unterziehen. Was leistet Narratologie in ihrer ‚kognitionswissenschaftlichen‘/‚anthropologischen‘ (Fludernik) oder ‚kulturgeschichtlichen‘ Ausprägung (Nünning) für eine Interpretation der Texte? Wo liegen Möglichkeiten einer intermedial nutzbaren Narratologie, insbesondere mit Blick auf neue audiovisuelle und digitale Medien? Welche Aspekte der Erzählforschung gehören zum Fachwissen, das für Schule und Gesellschaft besonders relevant ist?

Thematische Leitbegriffe: Erzählen und Ereignis, Erzählen im Alltag, Erzählschemata, Erzählen als Sinnbildung, Tempus und Erzählen, Figur, Linearität, Finalität, Kausalität des Erzählens, Erzählmuster (Narrative, Metanarrative), Fiktionalität, kulturelle Transformationen von Erzählmustern, historische und moderne Modi des Erzählens, Elemente des Erzählens (Erzähler, Stimme, Modus), Identität und Erzählen, Biographie und Autobiographie.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Prof. Dr. Martin Huber Beate Kennedy
martin.huber@uni-bayreuth.de beate.kennedy@me.com





Sektion 2: Filmsemiotik
Leitung: Ulf Abraham (Otto-Friedrich-Universität Bamberg), Christian Plien (Studienseminar Stadthagen)

Die empirische Erhebung zum filmbezogenen Wissen unter 700 Abiturientinnen und Abiturienten verschiedener Bundesländer (Kepser 2008) zeigt, dass Schülerinnen und Schüler weit weniger Wissen über Film (-analyse, -geschichte) erwerben, als sie selbst wünschen. In der Schule werden Filme eher selten und dann ohne intensive Vor- oder Nachbereitung gezeigt. Der Deutschunterricht liegt durchaus in diesem Trend, obwohl der „Umgang mit Medien“ als eine zentrale Kompetenz in den Bildungsstandards ausgewiesen ist.
Einer der Gründe für diese unbefriedigende Berücksichtigung eines Mediums, das immerhin ein narratives Leitmedium des 20. Jahrhunderts ist, liegt sicherlich in der mangelhaften Ausbildung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer im Bereich der Filmsemiotik. Die Begriffe und Konzepte der Literaturwissenschaft taugen zur Beschreibung und Interpretation von AV-Texten nicht wirklich bzw. bedürfen einer medienbezogenen Reflexion. So wenig strittig es ist, dass der filmische Code der semiotischen Analyse und Interpretation zugänglich ist, so schwierig ist es, für die Unterrichtspraxis brauchbare und dabei der Komplexität des Mediums gerecht werdende Verfahren des Umgangs mit Film(ausschnitten) zu entwickeln.

Zentrale Aspekte sind:
- kulturelle Bedeutung des Films und seiner Formen und Genres in der Sozialisation Heranwachsender
- von der Filmwissenschaft eingesetzte Begriffe und Analyseverfahren sowie deren didaktische Auswahl und Reflexion
- Ausbildung von „Filmkompetenz“ an Hand geeigneter Ausschnitte
- Umgang mit filmischen Adaptionen literarischer Texte im Unterricht
- Stellenwert von Filmen ohne literarische Vorlage im Deutschunterricht
- Potenzial des Mediums für Literatur- und Sprachunterricht.
Erwünscht sind a) eher film- bzw. medien-/kulturwissenschaftliche Beiträge, b) deutschdidaktische Beiträge und c) Themen/Leiterinnen und Leiter von Workshops für Deutschlehrkräfte.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Prof. Dr. Ulf Abraham Christian Plien
ulf.abraham@uni-bamberg.de plien@gmx.de





Sektion 3: Literaturkritik
Leitung: Christina Gansel (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald), Heinrich Kaulen (Philipps-Universität Marburg), Angela Potowski (Lessing-Gymnasium Hoyerswerda), Michael Hametner (Mitteldeutscher Rundfunk)

Die Literaturkritik ist eine der wichtigsten Instanzen der Literaturvermittlung. Sie prägt die öffentliche Vorstellung davon, was Literatur ist, was sie sein kann oder sein sollte und wie einzelne Texte einzuschätzen sind. In ihrer didaktisch-vermittelnden Funktion stellt sie dem Publikum notwendige Informationen, Kriterien und Kompetenzen zur Rezeption ausgewählter Texte zur Verfügung und besitzt damit Relevanz auch für die Institutionen der Bildung und Erziehung. In ihrer didaktisch-sanktionierenden Funktion für Literaturproduzenten (z.B. Autoren und Verlage) erhebt Literaturkritik den Anspruch, durch Bewertungs- und Selektionsakte die Qualität von Literatur zu sichern und auf diese Weise die Grenzen des Systems zu markieren. In ihrer reflexions- und kommunikationsstimulierenden Funktion fördert sie zugleich die öffentliche Verständigung über Literatur.
Welche Funktionen Literaturkritik spätestens seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert im Literatursystem erfüllt, hängt vom vertretenen Literaturbegriff ab wie auch von den gesellschaftlichen und historischen Kontexten. In der Literaturwissenschaft nimmt die Literaturkritik dennoch bis heute nur eine Randstellung ein. Erst in den letzten Jahren hat sie sich im Zuge einer stärkeren Praxisausrichtung an den germanistischen Fachbereichen in Lehre und Forschung ansatzweise etabliert.

Thematische Leitbegriffe: Verhältnis von Literaturwissenschaft und Literaturkritik, Funktionswandel der Kritik seit dem 18. und 19. Jahrhundert, Rolle von Kritik in ‚offenen’ und geschlossenen Gesellschaften im 20. Jahrhundert, Konzepte von Literatur und Literaturkritik, Wechselbeziehungen zwischen Literaturkritik und Mediensystemen (Zeitungsjournalismus, Fernsehen, Internet u.a.), Literatursystem und ökonomischem System, Auswirkung von Medien und Publikationsorten auf Funktion und Sprache von Literaturkritik, Rolle von Rankings und Bestsellerlisten, Ausdifferenzierung von literaturkritischen Textsorten, Verhältnis von Reflexions-, Informations-, Wertungs- und Unterhaltungsfunktion der Kritik, Sprache als Medium der Gestaltung von Literaturkritiken, Verhältnis von professioneller Kritik und Laienkritik (systematisch, historisch, didaktisch, aktuell).

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Prof. Dr. Christina Gansel Prof. Dr. Heinrich Kaulen
gansel@uni-greifswald.de kaulen@staff.uni-marburg.de





Sektion 4: Literarizität in Theoriebildung, interpretatorischer Praxis und Vermittlung
Leitung: Jörn Brüggemann (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Elmshorn), Mark-Georg Dehrmann (Leibniz-Universität Hannover), Jan Standke (Universität Osnabrück)

Der Begriff der ‚Literarizität‘ insistiert darauf, dass Literatur sich durch besondere Qualitäten und Erkenntnismöglichkeiten auszeichne. Diese unterschieden sie von anderen Kunstformen, Texten oder Sprechhandlungen und forderten deshalb spezifische Praktiken des Verstehens ein. Ohne die Annahme einer solchen Besonderheit ließen sich weder die öffentliche Wertschätzung der Literatur erklären noch die disziplinäre Existenzberechtigung von Literaturwissenschaft und Literaturunterricht begründen.
Aus bildungs- und wissenschaftshistorischer Perspektive zeigt sich allerdings, wie wenig selbstverständlich die Annahme einer besonderen Qualität literarischer Texte und Leseweisen ist. In den literaturtheoretischen Debatten der letzten Jahrzehnte bleibt umstritten, ob Literatur tatsächlich – etwa über poetische, ästhetische, reflexive, kognitive oder emotive Leistungen – gegenüber anderen Texten abgegrenzt werden kann. Die Geschichte des Deutschunterrichts zeigt, dass Literatur (misslicherweise) oft gerade nicht im Hinblick auf ‚literarische‘ Werte gelesen wird. Auch die aktuelle, politisch vorangetriebene Standardisierung schulischer Bildung wirft die Frage auf, ob Leseprozesse im Literaturunterricht künftig noch an Literarizitätsvorstellungen zu orientieren sind.
Ziel der Sektion ist es, über die Frage der Literarizität der Literatur wissenschaftliche, didaktische und schulische Perspektiven miteinander zu konfrontieren und aufeinander zu beziehen; sie soll zur Überbrückung einer unproduktiven Kluft zwischen den Institutionen beitragen und die Debatte vertiefen

Thematische Leitbegriffe: Literarizität; Poetizität; Literatur und andere Textsorten; Literatur und andere Künste; Verstehensanforderungen von Literatur; theoretische Modelle und empirische Testverfahren: deren Geschichte und aktuelle bildungspolitische Funktionen; Literarizität in Bildungsprozessen; OECD-Studien; Verhältnis von allgemeiner Lesekompetenz und literarischer Verstehenskompetenz.
Willkommen sind auch wissenschafts- und bildungshistorische Beiträge: Wie und wozu wurde in der Vergangenheit versucht, spezifische Qualitäten von Literatur in Poetiken und theoretischen Konzepten (Literatur-, Kultur-, Kunsttheorie, Philologie, Pädagogik, Didaktik) auszuzeichnen und ihnen mit bestimmten Praktiken (Interpretieren, Lehren, Lernen) Rechnung zu tragen?

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an die folgende Adresse:
Dr. Mark-Georg Dehrmann
mark.dehrmann@germanistik.uni-hannover.de





Sektion 5: Sprachgeschichte des Deutschen
Leitung: Volker Harm (Deutsches Wörterbuch Göttingen), Holger Runow (Ludwig-Maximilians-Universität München), Leevke Schiwek (Alstergymnasium Henstedt-Ulzburg/Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Die Sprachgeschichte ist in mancher Hinsicht ein Stiefkind unter den germanistischen Disziplinen. Als philologische Grundlagenwissenschaft hat sie nach wie vor in der Forschung ihren festen Stand, in der universitären Lehre aber hat sie – wo überhaupt noch – ihren Ort oft eher in der Mediävistik, wo Grundlagen zum Verstehen älterer Texte vermittelt werden müssen, als in der Linguistik; vom Deutschunterricht an der Schule ganz zu schweigen. Andererseits haben populärwissenschaftliche sprachgeschichtliche Fragestellungen bereits seit Längerem Konjunktur. So gibt es nicht nur etliche Buchpublikationen, die unserer Sprache ‚auf den Grund gehen‘ (Gerhard Wagner; Christoph Gutknecht; Waltraud Legros etc.), sondern auch in Quizshows und sog. Wissenssendungen (von „Wer wird Millionär“ bis „Galileo“) finden sich oft entsprechende Beiträge. Dabei spielen genuin wissenschaftliche Erkenntnisinteressen im Sinne einer historischen Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik der deutschen Sprache in ihrer Kontinuität vom Alt- und Mittelhochdeutschen über das Frühneuhochdeutsche bis in die heutige gesprochene und geschriebene Sprache aber eine eher geringe Rolle.
Die Sektion will hier ansetzen und einerseits nach dem aktuellen Stand sprachgeschichtlicher Forschungen (z.B. in historischer Grammatik und Lexikographie) fragen, sodann aber auch in diachroner und interdisziplinärer Perspektivierung den Möglichkeiten und Chancen, aber auch den Grenzen der Vermittlung und Vermittelbarkeit von Sprachgeschichte in Schule, Universität und Öffentlichkeit nachgehen.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an die folgende Adresse:

Dr. Holger Runow
holger.runow@lmu.de





Sektion 6: Grammatikmodelle und grammatische Terminologie in Wissenschaft, Unterricht, Gesellschaft
Leitung: Christina Noack (Universität Osnabrück), Klaus-Michael Köpcke (Westfälische Wilhelms-Universität Münster), Christian Hinze (Otto-Hahn-Gymnasium, Gifhorn), Rudolf Wedekind (Max Brauer Stadtteilschule in Hamburg)

Während grammatische Themen zu den wichtigsten Forschungsgebieten der Sprachwissenschaft zählen und von Lehrerinnen und Lehrern als notwendig erachtet werden, erfolgt ihre Umsetzung im Deutschunterricht eher zögerlich. In der Gesellschaft werden Grammatik und grammatische Terminologie darüber hinaus zumeist als normative Instanzen betrachtet und am ehesten mit der Orthographie in Zusammenhang gebracht.
Sprachwandel und eine damit vermeintlich einhergehende „Verlotterung“ der Sprache, neue Medien und demographische Veränderungen hinterlassen aber Spuren auch in der Grammatik und zeigen, dass das grammatische System einer Sprache – wie z.B. das System des Deutschen – kein starres Gebilde, sondern ein lebendiger Organismus ist. Vor diesem Hintergrund stehen der Grammatikunterricht und seine curriculare Implementierung in den Deutschunterricht der verschiedenen Jahrgangsstufen immer wieder auf dem Prüfstand.

Leitfragen:
- Welchen Stellenwert nimmt die Grammatik des Deutschen gegenwärtig in Wissenschaft, Schule und Gesellschaft ein?
- Lassen sich grammatische Fähigkeiten über den schulischen Nutzen hinaus als Bildungsgut bezeichnen?
- Welche Methoden und Verfahren gewährleisten eine kompetente Aneignung sprachlichen Strukturwissens bei Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen – in der Schule sowie in der außerschulischen Bildungsarbeit?
- Welchen Wandel erfährt die Grammatik des Deutschen vor dem Hintergrund sprachlicher Vielfalt und neuer Medien und wie wird dieser Wandel gesellschaftlich wahrgenommen?
- Welche Rolle spielt der Grammatikunterricht im Kontext von Mehrsprachigkeit und im Fachunterricht?

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Prof. Dr. Christina Noack Prof. Dr. Klaus-Michael Köpcke
cnoack@uos.de km.koepcke@googlemail.com





Sektion 7: Deutscher Wortschatz in Wissenschaft, Unterricht, Gesellschaft
Leitung: Jörg Kilian (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Jan Eckhoff (Ratsgymnasium Peine), Christine Tauchmann (Dudenverlag)

Die Wortschatzforschung gehört zum festen Bestand der Germanistik. Ihre Ansätze und Methoden haben sich in jüngerer Zeit grundlegend gewandelt, namentlich aufgrund aktueller Tendenzen in der Psycho-, Kognitions- und Korpuslinguistik und unter Zuhilfenahme neuer Technologien in der Lexikologie und Lexikographie. – In der germanistischen Sprachdidaktik kündigt sich hingegen erst seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine „Wortschatzwende“ an, und im Deutschunterricht belegen ernüchternde Ergebnisse aktueller Sprachstandserhebungen unter Schülerinnen und Schülern, dass der „vergessene Wortschatz“ (H. Willenberg) für die Unterrichtspraxis wieder oder neu zu entdecken ist. In der Wahrnehmung der deutschen Sprachgesellschaft wiederum sind die genannten Probleme peripher, geht man doch zumeist davon aus, dass es den bzw. einen deutschen Wortschatz gebe, den der Sprachteilhaber beherrschen müsse. Als problematisch erscheinen viel mehr Fremdwörter und Anglizismen.

Thematische Leitbegriffe: Deutscher Wortschatz (als Gesamtwortschatz sowie, z.B., als varietäten-, domänen-, sprecherspezifischer Wortschatz), Grundwortschatz/Zentraler Wortschatz/Lernerwortschatz (frequenzanalytisch, thematisch, kognitionslinguistisch, didaktisch), korpuslinguistische Wortschatzstatistik, Entwicklungstendenzen des deutschen Wortschatzes, Wortschatzarbeit im Deutschunterricht (DaE/DaF/DaZ), Wortschatz im Wörterbuch/in der Lexikographie, Wortschatz und innere/äußere Mehrsprachigkeit, Wortbildung/Lexikalisierung, Wörter und Sachen, Wortfeld, Wortfamilie, Fremdwort/Lehnwort/Fachwort ( Schatz), Etymologie und Wortgeschichte, Wortschatz und Sprachstandsdiagnostik, Rolle des Wortschatzes beim Sprechen und Hören, Lesen und (Recht-) Schreiben, literarischer Wortschatz in der Linguistik und im Deutschunterricht, Wortschatz- und Bedeutungswissen, lexikalische Semantik.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Prof. Dr. Jörg Kilian Dr. Jan Eckhoff Dr. Christine Tauchmann
kilian@germsem.uni-kiel.de janeckhoff@t-online.de christine.tauchmann@bi-media.de





Sektion 8: Sprachbewusstheit und Neue Medien – Perspektiven auf Sprachgebrauch und Sprachreflexion
Leitung: Christine Domke (TU Chemnitz), Anke Schöning (Universität Bielefeld, Bielefeld School of Education)

Sprachbewusstheit bildet eine Grundlage für die häufig vernehmbare Kritik an Sprachgebrauch und Sprachwandel, steht aber selten selbst im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit. Laienlinguistische Sprachverfallsklagen entwickeln demgegenüber oftmals zu viel Eigendynamik und erscheinen medial besser verwertbar.
Die Sektion möchte daher orientiert an dem Ansatz der „Language Awareness“ den reflektierten Umgang mit Sprache fokussieren, dabei Sprachgebrauch, gegenwärtige Sprachgebrauchsnormen und ästhetische sowie ethisch-politische Sprachreflexion thematisieren. Von besonderem Interesse sind dabei Veränderungen und Tendenzen in den und durch die sogenannten Neuen Medien. Folgende Fragen erlangen dabei Bedeutung: Welchen Einfluss haben die neuen medialen Kommunikationsformen (Blogs, Chats, Foren etc.) auf die Sprachsensibilität und den Sprachgebrauch? In welchen Zusammenhängen rückt der bewusste Umgang mit Sprache in den Fokus des schulischen Lehrplanes? Gibt es „best-practice“-Beispiele für die Förderung von Sprachwahrnehmung und Sprachreflexion in (schulischen) Projekten mit Neuen Medien? Welche Möglichkeiten eröffnen sich gegenwärtig für die ästhetische Sprachreflexion? In welchen gesellschaftlichen Bereichen wird Sprachbewusstheit gefordert, was gilt gegenwärtig als bewusster Umgang mit Sprache? In welchen Bereichen steht Sprachbewusstheit im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses?

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Dr. Christine Domke Anke Schöning
christine.domke@phil.tu-chemnitz.de anke.schoening@uni-bielefeld.de





Sektion 9: Deutsche Orthographie in Wissenschaft, Unterricht und Gesellschaft
Leitung: Gisela Beste (Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg), Jürgen Schiewe (Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald)

Die Domäne Rechtschreibung erfährt gegenwärtig eine zwiespältige Bewertung. Gesellschaft und Wirtschaft fordern ein, dass die Normen korrekt angewendet werden: Für Fehler in der öffentlichen schriftlichen Kommunikation gibt es keine Toleranz. Dem gegenüber steht eine wissenschaftlich-didaktische Haltung, die sich gegen eine Verallgemeinerung von Rechtschreibkompetenzen als zentralem Leistungsmerkmal im Fach Deutsch wendet: Fehler müssen im Lernkontext gesehen und nach pragmatischen Aspekten bewertet werden.
Wie einerseits der Anspruch auf normengerechtes Schreiben aufrechterhalten werden kann und andererseits nachhaltige Zugänge zur Beherrschung der Normen geschaffen werden können, soll eine der Fragen sein, die in dieser Sektion zu erörtern sind. Welche Angebote machen Fachwissenschaft und Fachdidaktik zum Verständnis der Struktur und der Inhalte der Domäne Rechtschreibung? Welche Bezüge zu anderen Domänen wie z.B. Grammatik, Semantik oder Sprachgeschichte sind relevant? Welches Fachwissen und Können braucht eine Deutschlehrerin oder ein Deutschlehrer, um Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler im Bereich der Rechtschreibung zu initiieren und zu begleiten? Welche Ziele und Anforderungen lassen sich für Lehramtsstudierende ableiten?

Thematische Leitbegriffe: Schreibnormen; Schreibvarianten; Sprachkritik und Sprachreflexion; Begründungszusammenhänge von Orthographie, Semantik, Syntax und Pragmatik; Rechtschreibung empirisch, Rechtschreibung didaktisch; Rechtschreibung im Schulbuch.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:
Dr. Gisela Beste Prof. Dr. Jürgen Schiewe
gisela.beste@gmx.de jschiewe@uni-greifswald.de





Sektion 10: Neue Aufgaben der Mediävistik
Leitung: Nine Miedema (Universität des Saarlandes), Ralf-Henning Steinmetz (Gymnasium Neustadt in Holstein/Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Im Rahmen dieser Sektion sollen einerseits in der germanistischen Mediävistik gegenwärtig zu beobachtende Tendenzen dargestellt, andererseits zukünftige Ziele diskutiert werden – insbesondere vor dem Hintergrund der Debatte über Sinn und Zweck kultureller Aufgaben in einer zunehmend vom Nützlichkeitsdenken geprägten Gesellschaft.
Kernbereiche der mediävistischen Forschung der letzten Jahrzehnte (z.B. historische Narratologie; historische Emotionalitätsforschung; Editionswissenschaft; historische Medienforschung; etc.) werden außerhalb der Universitäten kaum zur Kenntnis genommen. Allgemein wird in akademischen Kreisen beklagt, dass mediävistische Inhalte aus dem Unterricht an Schulen ebenso zurückgedrängt werden wie aus der akademischen Lehre. Welchen Stellenwert haben dabei gerade die aktuellen mediävistischen Forschungen noch? Gleichzeitig bleibt „das“ Mittelalter in der öffentlichen Wahrnehmung eine unverändert populäre Epoche – oft allerdings aufgrund von Quellen mit keinesfalls wissenschaftlich gesicherter Basis. Wie ist der Gefahr entgegenzutreten, dass Vertreterinnen und Vertreter der Mediävistik nicht mehr in der Lage wären, sowohl der Schule als auch der Öffentlichkeit die Bedeutung ihrer neuesten Forschungserkenntnisse zu vermitteln? Zu fragen ist somit auch, ob (und ggf. wie, das heißt etwa auch: mithilfe welcher Medien) ein kontinuierlicher Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen der Mediävistik in breitere Gruppen gesellschaftlicher Kultur- und Bildungsträger möglich ist.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an die folgende Adresse:
Prof. Dr. Nine Miedema
nine.miedema@mx.uni-saarland.de





Sektion 11: Literaturgeschichte und Kanon
Leitung: Ina Karg (Georg-August-Universität Göttingen), Barbara Jessen (Studienseminar Gießen)

Literaturgeschichte liegt nicht als solche vor, sondern ist stets als Literaturgeschichtsschreibung vermittelt. Damit verbunden ist eine Auswahl von Texten von den Anfängen der Überlieferung an bis zur Gegenwart. Selbst ein annalistisches Prinzip setzt Akzente und ein rezeptionstheoretisches Modell tut dies allemal. Dies alles wiederum impliziert immer auch eine Wertung und Wertschätzung der Texte, die als „literarische“ rezipiert werden, hat offene oder versteckte Gründe und arbeitet mit bestimmten Verfahren für eine erfolgte Wertzumessung durch die Umgebung und/oder die Nachwelt.
In dieser Sektion geht es darum, solche Fragen aufzuwerfen und zu bearbeiten, die sich mit der Tatsache genuiner Geschichtlichkeit des Gegenstandes „Literatur“ und der Rezeption zu unterschiedlichen Zeiten und unter bestimmten Voraussetzungen sowie mit Kanonisierungsprozessen und -effekten befassen. Es geht um Konzepte der wissenschaftlichen, der schulischen und der gesellschaftlichen Präsenz und Präsentation des Gegenstandsfeldes „Literatur“, wobei im Einzelnen in der Sektionsarbeit dann gewisse Akzente zu setzen sind. Gefragt werden könnte nach mittelalterlicher und neuer Literatur im Zeichen der Kanon- und Wertungsfrage, nach Literaturtheorie als Anliegen auch vormoderner Autoren und als Grundsatz der Wissenschaft und der Vermittlung. Kanonfragen stellen sich angesichts des Zentralabiturs und angesichts des Medientransfers. Ferner wäre die Geschichte bestimmter Gattungen in den Blick zu nehmen oder die Bedeutung von
Literaturmuseen und Literaturhäusern für Wertvorstellungen und Weitertradierung zu befragen.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an die folgende Adresse:
Prof. Dr. Ina Karg
ikarg@gwdg.de





Sektion 12: Digitale Texte rezipieren und produzieren
Leitung: Andreas Borrmann (Gymnasium Altenholz), Henning Lobin (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Nach einer Zeit extremer antagonistischer Reaktionen – Euphorie oder Angst – scheinen digitale Hilfsmittel der Textrezeption und -produktion inzwischen selbstverständliche Handwerkszeuge in Hochschule und Schule geworden zu sein. Zwar wird noch immer gern jedem neuen Web-Dienst, jedem neuen technischen Gerät eine Revolution des Unterrichtens oder eine Verarmung unserer Textkultur zugeschrieben – bis diese Neuerung von der nächsten überholt wird. Zu fragen ist, ob und wie nachhaltig sich Texte unter diesen Bedingungen verändern oder verändert haben, wie unser Umgang mit ihnen – und inwiefern das Konsequenzen für das Unterrichten hat bzw. haben muss.

Drei Aspekte scheinen uns dabei derzeit besonders lohnend: Die Automatisierung bei der Produktion wie der Rezeption von Texten (T 9; „maschinelles Lesen“ durch Suchmaschinen), die Verbindung der Schrift mit weiteren, vor allem graphischen Medien und die Tendenz zur kollaborativen Analyse oder Herstellung von Texten. Alle diese Aspekte spiegeln die Stadien der Digitalisierung wider und werden von technologischen Neuerungen flankiert, die anscheinend in immer kürzeren Intervallen auf uns niedergehen. Die Entstehung ganz neuer Praktiken des Lesens und Schreibens sind dabei zu beobachten: Ist das Erstellen von Powerpoint-Folien noch ein Schreiben oder schon ein Gestalten oder gar Inszenieren? Wie lässt sich die Konvergenz von Lesen und Schreiben im Internet erfassen und lehren? Gehört die konventionsgerechte Gestaltung von Text mit Textverarbeitungsprogrammen heute inzwischen so selbstverständlich zur Literalität wie Orthografie und Interpunktion?

Die Sektion setzt sich zum Ziel, Veränderungen der Kulturtechniken des Lesens und Schreibens bei Rezeption und Produktion digitaler Texte zu beleuchten. Dabei soll das ganze Spektrum der Veränderungen ebenso thematisiert werden wie die damit verbundenen Herausforderungen für Linguistik und Didaktik.

Exposés bis spätestens 30.4.2012 bitte an eine der folgenden Adressen:

Andreas Borrmann Prof. Dr. Henning Lobin
aborrmann@t-online.de Henning.Lobin@germanistik.uni-giessen.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.germanistenverband.de/
VeranstaltungsortKiel
Bewerbungsschluss30.04.2012
Beginn22.09.2013
Ende25.09.2013
PersonName: Deutscher Germanistenverband – Geschäftsstelle 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: dgv@germsem.uni-kiel.de 
KontaktdatenName/Institution: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Germanistisches Seminar 
Strasse/Postfach: Leibnizstraße 8 
Postleitzahl: 24118  
Stadt: Kiel 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/25358

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 05.03.2012 | Impressum | Intern