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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mikro Makro Medium"
RessourcentypCall for Papers
TitelMikro Makro Medium
BeschreibungMikro Makro Medium
Maßverhältnisse des Medialen

Eine Tagung der NachwuchsforscherInnengruppe des
SFB / FK 615 Medienumbrüche der Universität Siegen
vom 14.-16. Februar 2008

Call for Papers
Deadline: 31. August 2007

Please scroll down for English version

Das Forschungskolleg Medienumbrüche untersucht die Voraussetzungen, Strukturen und Folgen medientechnisch bedingter Zäsuren in der Kulturgeschichte. Im Zentrum stehen zwei besonders tief greifende Umbrüche: die massenmediale Etablierung autographischer Aufschreibesysteme um 1900 (Photo-, Phono- und Kinematographie) und die gesellschaftliche Durchsetzung der digitalen Unterhaltungs- und Gebrauchsmedialität um 2000 (Computer, World Wide Web, Global Positioning System). In zahlreichen Teilprojekten werden die geistes-, sozial- und ingenieurswissenschaftlichen Aspekte des Themas untersucht. Zusätzlich haben sich Arbeitsgruppen gebildet, in denen die Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher des Kollegs das Ausgangsthema projekt- und disziplinenübergreifend bearbeiten. In dieser Perspektive rücken insbesondere die historischen Bedingungen medial kontrollier- und verfügbarer Räume, Ereignisse und Zeitintervalle in den Fokus.

Die Tagung Mikro Makro Medium möchte ein Forum für Beiträge bieten, die den historischen Wandel solch medialer Raumzeitkonfiguration in medien-, literatur-, kunst-, technik- und wissenschaftshistorischer Hinsicht thematisieren: Wie kann der Wandel seit dem 18. Jahrhundert beschrieben werden?

Vier Problemfelder medialer Maßverhältnisse sind dabei auszumachen:

1. Medien helfen, in die allgemeinen, maßlosen Anschauungsformen Raum und Zeit Relationen einzutragen, sie ermöglichen eine raumzeitliche Orientierung jenseits mikrosozialer Dimensionen. Indem Medien Daten aufzeichnen, speichern und verarbeiten, erschließen und bestimmen sie durch standardisierte Maßeinheiten Räume und Zeiten. In der Geschichte dieser medialen Skalierung lässt sich ein Differenzierungs- und Ausweitungstrend beobachten: Sowohl im Kleinsten als auch im Größten werden immer spezifischere Räume und Zeitintervalle verfügbar. Welche mikro- und makrologischen Ordnungsschemata sind auszumachen? Wie steuern etwa Zeitmessung, Kartierung, Mikro- und Teleskopie, Funkmeßtechnik, Data Mining oder Archivordnungen gesellschaftliche Praktiken der Verortung und Vergegenwärtigung?

2. Zugleich etablieren mediale Dispositive eine eigene Räumlichkeit und Zeitlichkeit der Herstellung, Verteilung und Wahrnehmung von Kommunikaten. Die Ausbildung medialer Produktionszentren sowie deren Dezentralisierung, der unterschiedliche Zeitbedarf medialer Herstellungs- und Verteilungsprozesse und die sektorielle Umstellung medienvermittelter Kommunikation auf Echtzeit wirken ihrerseits auf die jeweilige Gesellschaft zurück. Wie überlagern und überformen Medientechnologien die Lokalitäten und Kausalitäten der Dinge und Ereignisse? Bis zu welchem Punkt werden diese überhaupt erst durch Medien generiert? Wie konstituiert die Verteilung von Theatern, Verlagen, Lichtspielhäusern und Rundfunkanstalten kulturelle Zentren und Peripherien? Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Zentren und Peripherien unter dem Eindruck des Digital Divide? Wie gestaltet sich unter diesen Bedingungen eine politische Öffentlichkeit?

3. Im Feld zwischen medialer Skalierung von Raum und Zeit und der medialen Konstitution von Orten und Ereignissen bestehen Differenzen und Spannungen. Hier kann Reflexion einsetzen, die wiederum medial ausagiert wird. In Künsten, Wissenschaften und ihren Diskursen lässt sich eine mediale Raumzeitdiagnostik beobachten, die den historischen Wandel medialer Raumzeitkonfigurationen affirmiert, kritisch begleitet oder sogar vorwegnimmt. Von besonderem Interesse sind in diesem Bereich vor allem solche Vorgriffe, also technologische, ästhetische und begriffliche Prototypen, die in ihrem jeweiligen Feld einen mehr oder weniger radikalen Bruch verwirklichen: Wie könnten die Bewegungsdarstellungen vor und neben dem Bewegungsbild beschreiben werden? Wie wird die apparative Einbeziehung des Rezipienten in die mediale Darstellung vor und neben den Technologien der Virtuellen Realität verwirklicht?

4. Die mediale Entwicklung vollzieht sich ungleichzeitig und partikular. Wie könnte eine Raumzeitdiagnostik den Gegensatz zwischen mikrologischen und makrologischen Perspektiven dementsprechend problematisieren? Nicht in allen gesellschaftlichen Bereichen werden mediale Innovationen zeitgleich verwirklicht, nicht alle Weltgegenden sind gleichermaßen in die hier beschriebene Modernisierungsdynamik des Westens eingebunden. Die traditionellen sozialwissenschaftlichen Unterscheidungen zwischen makrotheoretischem System und mikrotheoretischer Organisation wäre auf ihre medienhistorischen Bedingungen zu befragen: Lässt sich die Mikro-Makro-Differenz heute noch allgemein voraussetzen? Welche politischen Machtverhältnisse werden durch Mikro-Makro-Differenzen festgeschrieben? Inwiefern tragen Theorien und Praktiken des Netzwerkes, wie sie in den Science and Technology Studies formuliert werden, dazu bei, diese Konflikte aufzulösen?

Geplant sind maximal 30-minütige Vorträge mit anschließender Diskussion. Bitte schicken Sie ein Exposee (400-600 Wörter) bis zum 31. August 2007 in einer der beiden Konferenzsprachen Deutsch und Englisch an untenstehende Adresse. Eine Publikation ist geplant.

SFB / FK 615 Medienumbrüche
NachwuchsforscherInnengruppe
Universität Siegen
Artur-Woll-Haus
Am Eichenhang 50
D-57068 Siegen

mikromakro@fk615.uni-siegen.de
fon +49 271 740 4946 oder - 4959
fax +49 271 740-4924
http://www.fk615.uni-siegen.de



We are hosting a conference on

Micro Macro Medium
Scales of Medialisation

Siegen (Germany), Feb. 14 - 16, 2008

Graduates and junior researchers of the Research Group Media Upheavals, University of Siegen (Kulturwissenschaftliches Forschungskolleg 615 Medienumbrüche)

Call for papers
Submission deadline: August 31th, 2007

The research group Media Upheavals analyses the conditions, structures, and consequences of media-induced ruptures in cultural history. The focus is on two particularly incisive upheavals: the implementation of autographic notation systems in mass media around 1900 (photography, phonography, cinematography) and the large-scale social implementation of digital media for entertainment and practical purposes around 2000 (personal computer, World Wide Web, Global Positioning System). Several research projects from the humanities, social sciences, and engineering are currently analysing these developments, and their graduates and junior researchers are working in additional transdisciplinary networks. Our intention is to specify, in more depth, the historical conditions of media-controlled and mediated spaces, events, and time intervals.
The conference will create a forum for contributions addressing the spatio-temporal change of mediated time-space configurations: How can we conceptualise the changes from the 19th century onward? We invite contributors to approach this question from various points of view, e.g. media history, literary history, art history, history of technology and history of science.

There are four major fields of inquiry relating to scales of medialisation:

1) Media interfere in the process of defining relations within the basically measureless forms of intuiting space and time. Spatio-temporal orientation beyond microsocial dimensions is enabled by media.
Media tap and specify temporality and spatiality, recording, storing and processing data according to standardised units of measurement. The history of these scales is characterised by a tendency towards differentiation and extension: In both the smallest and the largest dimensions, ever more specific spaces and time intervals are made available. What kinds of ordering principles can be found here? How do chronometry, cartography, microscopes and telescopes, radar finding, data mining or archive systems control social practices of localization and actualization?

2) At the same time, media dispositives establish their own temporal and spatial logic of production, distribution, and perception of communication. In turn, the development of media production centres as well as their decentralisation, the different speeds of production and distribution processes, and the switching of mediated communication to real-time in some sectors rebound upon the respective societies. How do media technologies supersede and restructure the localities and causalities of things and events? To what extent are they media-generated in the first place? How does the distribution of theatres, publishing houses, cinemas, and radio stations constitute cultural centres and peripheries? How does the relation between centre and periphery change in the wake of the ‚digital divide‘? How are political public spaces structured under these conditions?

3) Tensions and differences emerge in between media-induced graduations of space and time and media-constituted sites and events, creating a platform for reflection. Reflection, conversely, is performed via media. In the arts and sciences and their discourses, a media-related diagnostics of time and space is carried on, affirming, criticizing or even anticipating historical changes in spatio-temporal configurations of media. We are particularly interested in anticipations (that is, technological, aesthetic and conceptual prototypes) effecting more or less radical upheavals: How can representations of movement other than ‚moving pictures‘ be described? How is the recipient’s involvement into media representations realised before virtual reality, and what kinds of technologies are used?

4) Media development proceeds partially and non-synchronously. How could a diagnostics of time and space address the opposition of micrological and macrological perspectives adequately? Media innovations are not implemented society-wide at the same time, and not all parts of the world are in tune with the dynamics of Western modernisation described here. Traditional distinctions from the social sciences between system (macro-theoretical) and organisation (micro-theoretical) will have to be questioned as to their conditions in media history: Is the difference of ‚micro‘ and ‚macro‘ still a foregone conclusion? What political power relations are cemented by micro-macro differences? What is the contribution of theories and practices of networks, as offered by Science and Technology Studies, to a solution of such conflicts?

We invite 30-minute papers with subsequent discussion. Selected papers will be included in a book publication.
Please send an abstract (400-600 words) to one of the addresses below. Conference languages are English and German. Deadline for abstract submissions: 31th August 2007.

SFB / FK 615 Medienumbrüche/ Media Upheavals
Graduates and Junior Researchers
University of Siegen
Artur-Woll-Haus
Am Eichenhang 50
D-57068 Siegen
Germany

mikromakro@fk615.uni-siegen.de
fon +49 271 740 4946 or - 4959
fax +49 271 740-4924
http://www.fk615.uni-siegen.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.fk615.uni-siegen.de/de/index.php
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortSiegen
Bewerbungsschluss31.08.2007
Beginn14.02.2008
Ende16.02.2008
PersonName: N.N. 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: mikromakro@fk615.uni-siegen.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Siegen, SFB / FK 615 Medienumbrüche 
Strasse/Postfach: Am Eichenhang 50 
Postleitzahl: 57068 
Stadt: Siegen 
Telefon: +49 (0)271-7404946 
Fax: +49 (0)271-7404924 
E-Mail: mikromakro@fk615.uni-siegen.de 
Internetadresse: http://www.fk615.uni-siegen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/2534

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