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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "„Es sind (s)eine Ängste.“ Die Romane Thomas Glavinics in literaturwissenschaftlicher und -didaktischer Perspektive"
RessourcentypCall for Papers
Titel„Es sind (s)eine Ängste.“ Die Romane Thomas Glavinics in literaturwissenschaftlicher und -didaktischer Perspektive
BeschreibungSammelband: „Es sind (s)eine Ängste.“ Die Romane Thomas Glavinics in literaturwissenschaftlicher und -didaktischer Perspektive

Der österreichische Autor Thomas Glavinic gehört mittlerweile zu den wichtigen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seine mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichneten Romane changieren kunstvoll zwischen der Durchführung avancierter narrativer Programme und einer subtilen Bewegung hin zum Populären. Das thematische Spektrum des Werks ist weit gespannt: Von literarischen Reminiszenzen an das Schachspiel im Wien des späten 19. Jahrhunderts (Carl Haffners Liebe zum Unentschieden, 1998) und einem ‚Medienmord‘ (Der Kameramörder, 2001) über die Ausleuchtung rezenter Phänomene kultureller Selbstbildung und sozialer Degeneration (Wie man leben soll, 2004) oder die monumentale Auserzählung düsterer Szenarien der Isolation (Die Arbeit der Nacht, 2006) bis zum metaphysischen Experiment (Das Leben der Wünsche, 2009) und einem „Psychogramm des Grauens“ (Lisa, 2011) reicht das stoffliche Universum, das der Autor bislang vermessen hat. Glavinic bedient sich hierfür verschiedenster Genres, wobei seine Romane jeweils in komplexe intertextuelle Gewebe verflochten sind. Die Bezüge entspinnen sich sowohl zurück in die Literaturgeschichte als auch zwischen den Texten Glavinics selbst und der gegenwärtigen Medienkultur. Zugleich repräsentiert Glavinic einen neuen Autorentyp. Er bringt sich als Urheber seiner Texte in spezifischer Weise ins Spiel: Er bloggt im Internet, postet Privatbilder bei Facebook und nicht zuletzt stilisiert er sich selbst zum Gegenstand und Helden seiner Texte (Das bin doch ich, 2007; Unterwegs im Namen des Herren, 2011). Ihn deshalb als ‚Medienautor’ abzutun, greift zu kurz – Glavinic stellt literarische Konventionen und damit die Möglichkeiten der Literatur in der Gegenwart selbst infrage. Die Antworten, die er findet, heben sich vom Diskurs der Gegenwartsliteratur durchaus ab.
Anders als etwa im Falle Daniel Kehlmanns zeigte die Literaturwissenschaft am vorliegenden Werk Glavinics, von Die Arbeit der Nacht einmal abgesehen, nur sporadisches Interesse. Der geplante Sammelband möchte, indem er Glavinics Romane zum ersten Mal umfassend vorstellt, diesem Desiderat in zweifacher Weise begegnen:

Literaturwissenschaftliche Perspektive: Erwünscht sind literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge, die sich entweder in grundsätzlicher Weise einzelnen Romanen widmen oder auch thematische Zusammenhänge unter Einbezug theoretischer (z.B. medientheoretischer) Fragestellungen in vergleichender Sichtweise untersuchen.

Literaturdidaktische Perspektive: Viele Romane Glavinics atmen den ‚Geist‘ der jüngsten Medienkultur in vollen Zügen. Nicht nur dieses deutlichen Lebensweltbezugs wegen eignen sich viele seiner Texte in Auszügen oder als Ganzschrift für den Literaturunterricht, hauptsächlich der Sek. II. Glavinic bringt zahlreiche bedeutsame Konflikte und Konstellationen zur Sprache, die zur literaturdidaktischen Reflexion herausfordern. Willkommen sind deshalb literatur- und mediendidaktische Beiträge, die sich in theoretischer Sicht oder mit Blick auf konkrete Unterrichtsvorschläge mit den Romanen auseinandersetzen. Berücksichtigung finden sollten dabei vor allem der Zusammenhang der Texte mit ihren unterschiedlichen Adaptionen (Hörbuch, Hörspiel, Buchtrailer, Verfilmung).
Der Band möchte in seinen zwei Sektionen möglichst sämtliche Texte abdecken: Carl Haffners Liebe zum Unentschieden, Berlin 1998; Herr Susi. Roman, Berlin 2000; Der Kameramörder, Berlin 2001; Wie man leben soll, München 2004; Die Arbeit der Nacht, München 2006; Das bin doch ich, München 2007; Das Leben der Wünsche, München 2009; Lisa. Roman, München 2011; Unterwegs im Namen des Herren, München 2011.

Kurze Vorschläge für Beiträge im Umfang bis max. 18 Druckseiten mit einer knappen biographischen Information werden per Mail bis zum 2. April erbeten an:
jstandke@uni-osnabrueck.de

Der Abgabetermin für die fertigen Beiträge ist Ende Januar 2013. Die Publikation des Bandes ist im Verlag Königshausen & Neumann (Würzburg) geplant.

Kontakt:
Dr. des. Jan Standke
Universität Osnabrück
Institut für Germanistik
Neuere deutsche Literatur und Literaturdidaktik

Neuer Graben 19/21
49074 Osnabrück
Email:jstandke@uni-osnabrueck.de
Tel.: 0541/969-6034
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss02.04.2012
PersonName: Standke, Jan, Dr. 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: jstandke@uni-osnabrueck.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiterarische Wertung/Literaturkritik; Literatur nach 1945; Literaturdidaktik
Zusätzliches SuchwortGegenwartsliteratur
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.17.00 Deutschunterricht. Literaturdidaktik; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
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