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Ergebnisanzeige "Das Ideal des schönen Lebens und die Wirklichkeit der Weimarer Republik. Vorstellungen von Staat und Gemeinschaft im George-Kreis"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelDas Ideal des schönen Lebens und die Wirklichkeit der Weimarer Republik. Vorstellungen von Staat und Gemeinschaft im George-Kreis
BeschreibungDas Ideal des schönen Lebens und die Wirklichkeit der Weimarer Republik. Vorstellungen von Staat und Gemeinschaft im George-Kreis

Die Weimarer Republik zeigte in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen massive Desintegrationstendenzen. Weltkrieg und Revolution mitsamt ihren Folgewirkungen stellten umfassende Kontingenzerfahrungen dar. Bei genauerer Betrachtung der »Krise« der Weimarer Republik fällt indes auf, dass diese nicht allein durch die Zeitumstände bedingt war. Vielmehr radikalisierte der Krisendiskurs der Weimarer Republik die seit den 1880er Jahren virulente Kulturkritik, indem die Gegenwartsprobleme zum Höhepunkt einer Krise der Moderne insgesamt erklärt wurden. Aus dieser Perspektive heraus erschien es sinnlos, die Verhältnisse zu reformieren: vielmehr war ein radikaler Neuentwurf nötig, um die Strukturdefekte der Moderne zu überwinden.

Diese Lage bildet den historischen Hintergrund, vor dem sich die Konferenz mit den Vorstellungen von Staat und Gemeinschaft im George-Kreis beschäftigen soll. Den Georgeanern ging es darum, der als desintegriert empfundenen Gegenwart das Ideal des »schönen Lebens« gegenüberzustellen. Als Heilmittel gegen Ordnungsverlust, gesellschaftliche Konflikte und innere Zerrissenheit zielten die im George-Kreis entwickelten Gemeinschaftsvorstellungen darauf, ausgewählten Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, ihr ganzheitliches Menschsein zu entwickeln und ihre ästhetischen und intellektuellen Potentiale unter der Führung eines Meisters, Stefan Georges, zu entfalten. Die Frage, ob darüber hinaus durch das Modell einer solchen Gemeinschaft die Gesellschaft als Ganze verändert und ein »Neues Reich« geschaffen werden könnte, ent stand bei einzelnen Mitgliedern des Kreises schon vor dem Ersten Weltkrieg, blieb aber umstritten.

Die Konferenz möchte diskutieren, wie die georgeanischen Konzeptionen von Staat und Gemeinschaft vor dem Hintergrund der geistes-geschichtlichen Situation der Weimarer Republik zu verorten sind. Zugleich soll auch der Frage nachgegangen werden, auf welche
Weise sich diese Vorstellungen im Denken, in der literarischen und wissenschaftlichen Produktion sowie den Lebensentwürfen der Kreismitglieder manifestierten. Der Fokus der Aufmerksamkeit soll also nicht so sehr auf die Dichtung und die Person Stefan Georges, sondern stärker auf die Rezeption und die Weiterentwicklung seiner Gedanken zu diesem Themenkomplex durch einzelne Kreismitglieder gerichtet werden. Von ihrer Zielsetzung her soll die Konferenz somit zugleich einen Forschungsbeitrag zum George-Kreis als einem geistesgeschichtlichen Phänomen des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts leisten, wie auch einen analytischen Beitrag zur Geistesgeschichte der Weimarer Republik erbringen.

Dafür eignet sich, so die Überlegung, der George-Kreis als Gegenstand ganz besonders, weil hier das Idealbild einer guten Ordnung nicht nur im Bereich des Utopischen belassen, sondern in der Lebens- und Forschungspraxis der Kreismitglieder zu verwirklichen versucht wurde. Neben der Kernfrage nach den staatlichen Vorstellungen im Kreis und bei den Zeitgenossen soll in der Diskussion auch thematisiert werden, inwiefern die in diesem Kontext entwickelten gestalt-theoretischen Vorstellungen von Wissenschaft trotz ihrer irrationalen Bestandteile Anregungen für die aktuelle wissenschaftliche Arbeit bieten können.


Tagungsprogramm:

Donnerstag, 27.9.2007

11.00-12.30
Vorstellung der Projekte:

Korinna Schönhärl: Die Nationalökonomen im George-Kreis und ihre Vorstellungen von Wirtschaft und Staat

Roman Köster: Universalismuskonzepte in der Nationalökonomie der Weimarer Republik

12.30-13.30
Mittagessen

13.30-16.30
Vorstellungen von Staat und Gemeinschaft in der Weimarer Republik:

Gangolf Hübinger: Individuum und Gemeinschaft in der intellektuellen
Streitkultur der 1920er Jahre

Klaus Lichtblau: Staat und Gesellschaft in der Soziologie der 1920er Jahre

Harald Hagemann: Volkswirtschaftslehre in den 1920er Jahren

16.30-18.30
Konzepte des schönen Lebens im Georgekreis I: Die philosophische Sicht:

Gerhard Plumpe: Individualität und Typus im Georgekreis

Gesine Schiewer: Das Problem des Politischen in der Philosophie Edith Landmanns


Freitag, 28.9.2007

9.00-11.00
Konzepte des schönen Lebens im George-Kreis II: Die ästhetische Sicht:

Wolfgang Chr. Schneider: Friedrich Wolters und Robert Boehringer in ihren Vorstellungen von Gesellschaft

Robert Norton: Gemeinschaftsvorstellung und lyrische Ideale

11.00-13.00
Konzepte des schönen Lebens im Georgekreis III: Die biographische Sicht:

Carola Groppe: Individuum und Gemeinschaft. Funktionen und Ideale der Bildung in Theorie und Praxis des George-Kreises

Bruno Pieger: Menschliche Gemeinschaft oder ‚Das Leben von Gedichten'

13.00-14.00
Mittagessen

14.00-16.30
Die Vorstellungen des Kreises vor der Herausforderungen der Realität:

Tetsushi Harada: Der andere Nachfolger der historischen Schule der deutschen Nationalökonomie: Edgar Salin im George-Kreis

Graf Vitzthum: Weimarer Republik und Völkerbund aus der Sicht von Berthold von Stauffenberg


Ort:
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend,
Grüneburgplatz 1, 60343 Frankfurt a. M.
Casino, Raum: 1.802

Anmeldung erbeten bis zum 17.9.2007

Veranstalter:
Prof. Dr. Dres. h.c. Bertram Schefold
Prof. Dr. Werner Plumpe

Kontakt:
Korinna Schönhärl (Schoenhaerl@em.uni-frankfurt.de)
069/798-32084
Roman Köster (r.koester@em.uni-frankfurt.de)
069/798-32617


Anfahrt:
Campus Westend: Vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn (Linien 1/2/3/4/5/6/8/9) bis »Hauptwache«, dann mit der U-Bahn, Linien 1/2/3 bis »Holzhausenstraße«. Anschließend ca. 5 Min. Fußweg.
Ebenfalls möglich ist, mit der S-Bahn (Linien 1/2/3/4/5/6/8 bis »Konstabler Wache«) zu fahren und dann den Bus Linie 36 (Richtung Westbahnhof) bis »Uni Campus Westend« direkt vor dem Gelände zu
nehmen.
Bei der Fahrt mit dem Taxi ist das Ziel »Campus Westend, Grüneburgplatz 1« zu nennen.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.stefan-george-gesellschaft.de/Programm.pdf
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFrankfurt am Main
Anmeldeschluss17.09.2007
Beginn27.09.2007
Ende28.09.2007
PersonName: Schönhärl, Korinna 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: Schoenhaerl@em.uni-frankfurt.de 
KontaktdatenName/Institution: Stefan-George-Gesellschaft e.V. Bingen, Gisela Eidemüller, Geschäftsführerin 
Strasse/Postfach: In den Rödern 46 
Postleitzahl: 64297 
Stadt: Darmstadt 
Internetadresse: http://www.stefan-george-gesellschaft.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.15.00 Zu einzelnen Autoren; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren
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