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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Die altfranzösische Chanson de geste im europäischen Kontext"
RessourcentypCall for Papers
TitelDie altfranzösische Chanson de geste im europäischen Kontext
BeschreibungDie altfranzösische Chanson de geste im europäischen Kontext

Interdisziplinäre Tagung
Göttingen, 14.-16. August 2008


Die Chanson de geste, das mittelalterliche französische Heldenepos, ist eine der Textgattungen Frankreichs, die über weite Teile Europas ausgestrahlt haben. Diese Epen, von denen etwa hundert aus drei Jahrhunderten erhalten sind, haben historische Ereignisse der matière de France zum Inhalt. Der Anspruch, historische Wahrheit zu vermitteln, stellt dabei eines der wichtigsten gattungskonstitutiven Merkmale dar. Durch die Schaffung historischen Bewußtseins trägt diese Gattung in Frankreich entscheidend zur Ausbildung einer kollektiven Identität bei. Doch die Geschichten um die karolingischen (und vereinzelt auch merowingischen und kapetingischen) Herrscher haben auch viele andere Regionen Europas fasziniert und die literarische Produktion von Skandinavien bis zur iberischen Halbinsel angeregt, ungeachtet der sehr unterschiedlichen Beziehung dieser Regionen zu den behandelten Herrscherpersönlichkeiten. Nicht nur Heinrich der Löwe, sondern auch Hákon IV. in Norwegen sowie englische und walisische Fürsten haben Übertragungen französischer Epen in Auftrag gegeben; in Norditalien entstanden Nachdichtungen, Fortsetzungen und Imitationen ebenso wie in den Niederlanden oder im provenzalischen Sprachraum; selbst in Spanien dichtete man über die Geschehnisse um Karl den Großen.

Diese erstaunliche Verbreitung der ursprünglich regionalspezifischen matière de France wirft verschiedene Fragen auf: Inwieweit erfolgt die Adaptation nach übergreifenden Gesetzen? Wie verbreitet sind etwa Vereindeutigungen im christlichen Sinn? Kommt es zur Konstituierung einer umfassenden (europäischen?) Identität, zum Beispiel im Zusammenhang mit den Kreuzzügen?

Oder lassen sich im Gegenteil regional- oder sprachspezifische Adaptationsphänomene beobachten? Wo wird der historische Bezug aufgegeben, wo erfolgen Vermengungen mit anderen Gattungen und Inhalten oder Umsetzungen in andere Textsorten? Führt schließlich die Aufgabe des konstitutiven Gattungsspezifikums zu einer Rekategorisierung der Textsorte?

Alle diese Fragen können nur durch vergleichenden Zugriff auf die Texte, und damit in Zusammenarbeit der verschiedenen mediävistischen Disziplinen, beantwortet werden. Unsere Tagung setzt sich daher zum Ziel, die einzelphilologischen Ansätze zusammenzuführen und eine interdisziplinäre Perspektive zu entwickeln, die die künftige Forschung beleben kann.

Vorschläge für 30minütige Vorträge (Name, Institution, Vortragstitel und Abstract, nicht mehr als eine Seite) in deutscher oder französischer Sprache werden von Interessenten aller Disziplinen bis zum 15. Oktober 2007 an eine der untenstehenden Adressen erbeten.

Wir können zu diesem Zeitpunkt noch keine Erstattung von Kosten zusagen, bemühen uns aber zuversichtlich um finanzielle Unterstützung.

Prof. Dr. Dorothea Kullmann
University of Toronto
St. Michael's College
81 St. Mary Street, Mailbox 566
Toronto, Ontario
M5S 1J4
Kanada
Tel.: 001 416 926 1300 ext.3349
E-mail: dorothea.kullmann@utoronto.ca

Dr. Susanne Friede
Seminar für Romanische Philologie
Georg-August-Universität Göttingen
Humboldtallee 19
37073 Göttingen
Tel.: 0551 395331
E-mail: sfriede@gwdg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGöttingen
Bewerbungsschluss15.10.2007
Beginn14.08.2008
Ende16.08.2008
PersonName: Friede, Susanne [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: sfriede@gwdg.de 
KontaktdatenName/Institution: Seminar für Romanische Philologie, Georg-August-Universität Göttingen 
Strasse/Postfach: Humboldtallee 19 
Postleitzahl: 37073 
Stadt: Göttingen 
Telefon: +49 (0)551 395331 
E-Mail: sfriede@gwdg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1150 - 1300; Literatur 1300 - 1500; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 08.00.00 Hochmittelalter; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert)
Ediert von  H-Germanistik
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