VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige ""Sincere Hand and Faithful Eye". Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel"Sincere Hand and Faithful Eye". Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts
Beschreibung„Sincere Hand and Faithful Eye“. Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts

Workshop vom 1.-2. März im Ernst-Haeckel-Haus Jena (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Lesen als Kulturtechnik ist nicht einfach eine Form des Auflesens von Dingen, die dann in Form von Buchstaben zufällig vor unser Auge geführt werden. Lesen ist etwas Komplexes, eine Art des Umgangs mit der Wirklichkeit, in der wir auch über die Buchstaben hinweg Aussagen voraussehen, Druckfehler als solche erkennen, über Verstellungen im Lesebild stolpern. Ebenso lassen wir mit unserer Schrift auch solche zu bedenkenden Figuren überhaupt entstehen. Lesen und Schreiben stehen am Ende der menschlichen Sprachentwicklung und fundieren unsere persönliche Einbindung in unsere intellektuelle Kultur. Als Kulturtechniken formieren sie eine Form der kulturellen Selbstvergewisserung, die in Fortführung der verbalen Kommunikationen eine Vermittlung sprachlich fixierter Äußerungen auch über räumlich und zeitlich große Distanzen erlaubt. Kultur als ein über Generationen tradierter und immer weiter ausgebauter Ideenkomplex ist ohne Lesen und Schreiben nicht denkbar.

Aber was geht eigentlich in unserem Kopf vor, wenn wir einen Text lesen oder schreiben? Wie verarbeiten wir Illustrationen zu diskursivem Wissen, speziell in wissenschaftlichen Texten, und welche Darstellungsmittel entwickeln sich? Interessant werden diese Fragen einerseits mit Blick auf die kognitive Schreib- und Leseforschung, andererseits wissenschaftshistorisch in der Rückblende auf das 17. und 18. Jahrhundert: Das Papier hat in Europa endgültig das teure Pergament verdrängt, Druckwerke werden langsam erschwinglich, und Lesen und Schreiben werden zu zusehends verbreiteten Praktiken. Immer mehr Lesestoff häuft sich an, und ein Autor wie Jean Paul kann um 1800 einen Leser beschreiben, der sich mangels finanzieller Liquidität seine Bücher selbst schreibt, um in dieser neu entstehenden Lesekultur mithalten zu können.

Hier setzt die Tagung „Sincere hand and faithful eye”: Kognitive Praktiken in naturwissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texten des 17. und 18. Jahrhunderts an, die am 1. und 2. März im Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena, Berggasse 7 stattfindet. Wissenschaftshistoriker, Psychologen und Literaturwissenschaftler untersuchen gemeinsam das Verhältnis von „aufrichtiger Hand“ und „treuem Auge“ in wissenschaftlicher Literatur, Lehrbüchern und literarischen Texten aus Barock und Aufklärung.

Die von Jens Loescher (Freie Universität Berlin), Jutta Heinz und Olaf Breidbach (Friedrich-Schiller-Universität Jena) organisierte Tagung wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Gastzuhörer sind herzlich willkommen!


Programm


1. März 2012

Begrüßung
9:15-9:30 Olaf Breidbach, Jutta Heinz, Jens Loescher

Panel 1: Kognitive Praktiken Schreiben

Moderation: Jens Loescher

9.30-10.30 Staffan Müller-Wille: Linnaeus and the Four Corners of the World

10.30-11.00 Kaffeepause

11.00 12.00 David Galbraith: How does a writer (eventually) know what to write?

12.00-13.00 Caroline Welsh: Sehen lernen - die Einübung von Schreib- und Argumentationsmustern in medizinischen Ratgeber-Texten des 18. Jahrhunderts

13.00-14.30 Mittagspause


Panel 2: Kognitive Praktiken in den frühen Wissenschaften

Moderation: Staffan Müller-Wille

14.30-15.30 Jens Loescher: Not Theory-laden, not Realistic: Experimental Cognition in Microscopical Observation in the Seventeenth Century

15.30-16.30 Margarete Vöhringer: Cognitive practices in early reflex research (1750-1800)

16.30-17.30 Kaffeepause

17.30-18.30 Dagmar Schäfer: Design and Copy in Qing porcelain and silk manufacture

18.30-19.30 Maximilian Bergengruen: Unsicheres Wissen: Harsdörffers Gesprächsspiele und Erquickstunden

19.30-20.15 Führung Haeckel-Haus

Ab 20.30 Uhr gemeinsames Abendessen



2. März 2012

Panel 4: Kognitive Praktiken Lesen

Moderation: Olaf Breidbach

9.00-10.00 Andreas Christoph: Karten lesen – Erde und Himmel in textueller Beschreibung und kartographischer Visualisierung

10.00-11.00 Jutta Heinz: Lesen lernen. ABC-Bücher im 17. und 18. Jahrhundert

11.00-11.30 Kaffeepause

11.30-12.30 Tanja van Hoorn: Bloß nicht dozieren! Strategien der Leseraktivierung bei Pluche und Brockes

12.30-13.30 Kerrin Klinger: Verweisstrukturen als didaktisches Prinzip. Entwicklungslinien mathematischer Lehrbücher um 1800

13.30-15.00 Mittagspause

Panel 5: Kognitive Praktiken im 18. Jahrhundert

Moderation: Jutta Heinz

15.00-16.00 Astrid Köhler: Gesundheit und Geselligkeit: medizinischer und kultureller Diskurs um Badeorte im späten 18. Jahrhundert

16.00-16.30 Kaffeepause

16.30-17.30 Alois Pichler: ’Show it all’. Digital editions: how do we know what writing traces are relevant to understand an author's thinking?

17.30-18.00 Olaf Breidbach, Jutta Heinz, Jens Loescher: Abschlussdiskussion

Veranstaltungsort:

Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik
Ernst-Haeckel-Haus
Berggasse 7
07745 Jena

Veranstalter:
Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach
E-mail: Karola.A.Schrader@uni-jena.de
Web: http://www.ehh.uni-jena.de/ehh_multimedia/Veranstaltungen/2012_03_SencereHandAndFaithfulEye.pdf

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.ehh.uni-jena.de/ehh_multimedia/Veranstaltungen/2012_03_Senc...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortJena
Beginn01.03.2012
Ende02.03.2012
PersonName: Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: Karola.A.Schrader@uni-jena.de 
KontaktdatenName/Institution: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik (Ernst-Haeckel-Haus) 
Strasse/Postfach: Berggasse 7 
Postleitzahl: 07745  
Stadt: Jena 
Telefon: 03641/949500 
Fax: 03641/949502 
E-Mail: Karola.A.Schrader@uni-jena.de 
Internetadresse: http://www.ehh.uni-jena.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeVerständlichkeitsforschung (Popularisierung und Wissenstransfer, Schreibforschung, Textoptimierung); Literaturwissenschaft; Leserforschung; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Klassifikation11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/24781

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 15.02.2012 | Impressum | Intern