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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Das ist Fernsehen!"
RessourcentypCall for Papers
TitelDas ist Fernsehen!
BeschreibungDas ist Fernsehen!

Internationale Tagung der AG Fernsehwissenschaft der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), Universität Regensburg, 2.-3. Mai 2013

Keynote: Lynn Spigel

Das allgemeine Interesse am Gegenstand Fernsehen erlebt momentan eine Renaissance. Dazu tragen zum einen dessen deutlich sichtbare Transformationen (HD-Fernsehen, Ablösung vom Broadcasting-Modell, Mobilfernsehen, Autorenzentrierung) bei, die nicht zuletzt aus der Konkurrenz mit anderen Medien (DVD, Internet, Mobiltelefon) resultieren. Zum anderen hat auch die gegenwärtig zu beobachtende Nobilitierung des Fernsehens eine verstärkte publizistische und akademische Beschäftigung zur Folge (und ist zugleich ihr Resultat). Die Hinwendung zum Gegenstand ist jedoch hauptsächlich auf das sogenannte „Quality Television“ fokussiert. Das wiedererwachte Interesse am Fernsehen produziert auf diese Weise auch neuerliche blinde Flecken der Forschung. Es übersieht etliche Aspekte und Phänomene, die maßgeblich zur Realität des Mediums dazugehören. Tatsächlich ist Fernsehen ein heterogener und vielfältiger Gegenstand: Es ist Erzählmedium, Informationskanal, Klassenproduzent („Unterschichtenfernsehen“), Orientierungshilfe, Aufklärer, Babysitter, Kollektiv-organisator, Medium einer spezifischen Repräsentation von Alltäglichkeit in Sitcoms, Soaps und Reality-Formaten, Werbeplattform, Meinungsbildner, Wirtschaftszweig und noch vieles mehr.
Ziel der Tagung Das ist Fernsehen! ist es, die verengte Diskussion des Fernsehens wieder zu öffnen und die Aufmerksamkeit auf Aspekte des Gegenstands zu lenken, die als spezifische Formen oder grundlegende Eigenschaften des Mediums gelten.

Drei Ansätze scheinen uns hierfür produktiv zu sein:
1. In einer historisch-theoretischen Annäherung gilt es, die Validität bestehender Konzeptionen des Fernsehens zu überprüfen. Zu diesen Konzeptionen, wie sie eine kulturwissenschaftlich orientierte Fernsehwissenschaft in ihrer Beschäftigung mit den Institutionen, der Geschichte, den Programm-formen, dem Publikum und der Medientechnologie zur Verfügung stellt, zählen etwa „Flow“, „Fenster zur Welt“, „kulturelles Forum“, „Bildungsauftrag“, „Strukturierung des Alltags“, „para-soziale Interaktion“ oder auch Vorstellungen eines „Zielpublikums“.

2. Zugleich wird nach der Aktualität ‚klassischer’ Formen und Formate des Fernsehens sowie nach deren gegenwärtigen Transformationen zu fragen sein. Dies umschließt die Problematisierung von Vorstellungen wie „Serialität“, „Liveness“, „direkte Adressierung“, der Möglichkeiten der Partizipation und viele weitere mehr. Von Interesse ist dabei nicht nur eine Bestandsaufnahme dessen, was Fernsehen ‚war’ oder ‚ist’, sondern auch eine Perspektivierung des Zusammenhangs von gegen-wärtigen medienkulturellen Veränderungen und fernsehtheoretischen Problematisierungsweisen bzw. der Geschichte des Fernsehens.

3. Schließlich soll aber auch nach den Verfahren des Fernsehens gefragt werden. Hierunter fallen all jene Modelle, mit denen das Fernsehen operiert, um seine Zuschauer, das Programm und die ‚Welt’ handhabbar zu machen. In diesem Sinne wäre die Frage zu stellen, wie solche Verfahren auf den unterschiedlichen Ebenen des gegenwärtigen Fernsehens anzutreffen sind – von der Rezeption (d.h. der Konstruktion von Zuschauern) über Repräsentation (der Konstruktion von Welt) bis zur Techno-logie (etwa im Hinblick auf Distribution und Reichweite) – und wie sich die so identifizierten Verfahren und Strategien im Kontext der Transformationen des Fernsehens verändert haben.

Die Tagung Das ist Fernsehen! strebt keine essentialistische Festlegung dessen an, was Fernsehen auszeichnet und worin es bestimmbar scheint, sondern versucht, gerade die Heterogenität, Komplex-ität und Unabschließbarkeit des Gegenstandes und seiner wissenschaftlichen Problematisierung offenzulegen.

Vorträge zu folgenden (und anderen) Themenschwerpunkten sind denkbar:
• Fernsehgeschichte/Aktualität der Ästhetik klassischer Formate des Fernsehens
• Adressierungsformen des Fernsehens
• Öffentlichkeit/Publika des Fernsehens im Wandel: Rekonstitution des Fernsehens als kulturelles Forum
• Konstruktion von Zuschauern (Zielpublikum, Bürger vs. Konsument, etc.)
• Rezeption
• Aktualität und Veränderungen von fernsehtheoretischen Konzepten (Liveness, Flow, Broadcasting, Partizipation etc.)
• Sendeformen, Technologie und Kultur
• Repräsentation von Alltag/Wirklichkeit im Fernsehen und im Internet
• Serien/Serialisierung/Segmentierung
• Politiken und Ökonomien der alten und neuen Medien
• Strategien und Politiken des Fernsehens

Wir bitten um Einreichungen von Abstracts (200-300 Worte) bis zum 31. März 2012 an TVwissenschaft@gmail.com. Eine Rückmeldung erfolgt bis Ende Mai. Die Veranstaltung steht unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Verbindliche Einladungen können daher erst Anfang November 2012 erfolgen.

Ansprechpartner:
Herbert Schwaab (Herbert.Schwaab@sprachlit.uni-regensburg.de)
Judith Keilbach (j.keilbach@uu.nl)
Thomas Waitz (post@thomaswaitz.de)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortRegensburg
Bewerbungsschluss31.03.2012
Beginn02.05.2013
Ende03.05.2013
PersonName: Schwaab, Herbert [Dr.} 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: Herbert.Schwaab@sprachlit.uni-regensburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Judith Keilbach, Sprecherin der AG Fernsehgeschichte/Television Studies der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) 
Strasse/Postfach: Munstraat 2A 
Postleitzahl: 3512 EV 
Stadt: Utrecht, Niederlande 
Telefon: +31 (0) 30 253 7999 
E-Mail: J.Keilbach@uu.nl 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortFernsehtheorie, Fernsehgeschichte
Klassifikation19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/24746

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