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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "GSA-Panel: Das utopische Herz des Materialismus"
RessourcentypCall for Papers
TitelGSA-Panel: Das utopische Herz des Materialismus
BeschreibungDas utopische Herz des Materialismus (Feb/1/12, GSA, Milwaukee, 2012, Oct 4-7)

Das utopische Herz des Materialismus

Den Kern dieses Panels macht die Frage nach einem möglichen materialistischen Denken aus, in dem die Potenz des Utopischen nicht erlischt, sondern vielmehr treibend bleibt. Zum einen widersetzt sich die auf dem Panel aufgerissene Problemstellung damit der liberalistischen Diagnose von der historischen Bankrotterklärung materialistischer Weltentwürfe, zum anderen soll mit dem Thema aber gerade etwas in den Blick kommen, was in den dogmatischen, etwa marxistisch-szientistischen Materialismen der Moderne repressiv unterschlagen wurde: Eine Matrix des Unvorhersehbaren, Unrealisierten, Phantastischen, die inmitten „materialistischer“ Orientierungen ihre Kraft entfaltet.

Insbesondere ermöglicht dieses Ausgangsinteresse den Vergleich zweier Theoretiker, deren Zusammenschau ebenso gewagt wie aussichtsreich erscheint: Walter Benjamin und Louis Althusser. Benjamin reklamiert einen sogenannten „anthropologischen Materialismus“: Im 19. Jahrhundert entstehen in Frankreich merkwürdig zwiespältige kollektive Utopien (Fourier, Saint-Simon, Balzac), die einerseits als strikt materialistische Systeme auftreten, denen aber andererseits ein Spiel von Kräften der Leidenschaft, des Begehrens und der Attraktion innewohnt. Mit Blick auf die deutsche Theoriesituation analysiert Benjamin eine ähnliche Verquickung von Materialität und Utopie in den Initiativen eines Bildungsbegriffs, der vor allem auf die Formung des Individuums als auf den Organismus der Republik zielt (Gottfried Keller, Büchner, Jean Paul)

Louis Althusser hingegen stößt gegen Ende seines Denkwegs, in den 1980er Jahren, zu einem von ihm so titulierten „aleatorischen Materialismus“. Was ihn bewegt, ist die Frage nach jenem radikal offenen Spielraum, in dem sich materielle Determinierungen finden und stabilisieren können. Während Benjamin sein Eintreten für die Kräfte des Utopischen gegen die utopiefeindlichen Verwerfungen des frühen 20. Jahrhunderts profilierte, handelt es sich bei Althussers Wende zur Aleatorik der Begegnungen um ein Freischwimmen seines eigenen, szientistischen Programms der 1960er und 1970er Jahre.

Das Panel setzt sich zum Ziel, diese beiden hochgradig unkonventionellen, anregungsreichen Spielarten materialistischen Denkens erstmals füreinander zu öffnen und sie miteinander zu vergleichen sind. Dies soll möglichtst auch in Gegenübersetzung zu anderen, deutungsmächtigeren Materialismen geschehen, insbesonders solchen, die sich mit den Aporien der Globalisierung auseinandersetzen (Badiou, Zizek, Negri). Interessant wird es auch sein, die Explikationskraft zu untersuchen, die Benjamins und Althussers Konzeptionen für die Bestimmung des Utopischen auf dem Feld der Literatur entwickeln können.

Please send an abstract not exceeding 250 words to
manuel.clemens@yale.edu and thomas.ebke@gmx.net
The deadline for submissions is Feb 1, 2012.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMilwaukee
Bewerbungsschluss01.02.2012
Anmeldeschluss01.02.2012
Beginn04.10.2012
Ende07.10.2012
PersonName: Manuel Clemens, Thomas Ebke 
Funktion: Doktorand, Post-Doc 
E-Mail: manuel.clemens@yale.edu, thomas.ebke@gmx.net 
KontaktdatenName/Institution: Yale University 
Strasse/Postfach: 100 Wall Street 
Postleitzahl: 06511 
Stadt: New Haven, CT 
Telefon: 0016462395651 
E-Mail: manuel.clemens@yale.edu 
Internetadresse: yale.edu/german 
LandVereinigte Staaten von Amerika
BenutzerführungEnglisch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Zusätzliches Suchwortaleatorisch, anthropologisch
Ediert von  H-Germanistik
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