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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Welten erzählen. Narrative Evokation des (Un-)Möglichen"
RessourcentypCall for Papers
TitelWelten erzählen. Narrative Evokation des (Un-)Möglichen
Beschreibung3. Wuppertaler Graduiertenforum Narratologie
Welten erzählen. Narrative Evokation des (Un-)Möglichen
14.-16. Juni 2012, Bergische Universität Wuppertal

Interdisziplinäre Graduiertentagung am Zentrum für Erzählforschung (ZEF) und Zentrum für Graduiertenstudien (ZGS) der Bergischen Universität Wuppertal

Erzählungen erzählen nicht nur Geschichten, sondern erzählen Welten. Diese fiktionalen Welten können der tatsächlichen, textexternen Welt nahezu entsprechen, jedoch auch völlig andersgeartet, den gewohnten Gesetzmäßigkeiten enthoben sein. Sie besitzen sowohl statische als auch dynamische Elemente, zu denen im Wesentlichen Raumzeitkontinua sowie Ereignisse und Figuren zählen.
Während ältere formalistisch-strukturalistische Ansätze eher die erzählerische Vermittlung (Stanzel) und Plotmodelle (Propp) aus formaler, textimmanenter Sicht zum Gegenstand machten, akzentuieren in Anleh-nung an Prämissen der analytischen Philosophie (Kripke, Lewis) die neueren erzähltheoretischen Possible Worlds-Ansätze die semantische Dimension von Erzählungen und die ontologische Beschaffenheit erzähl-ter Welten (Doležel, Pavel, Ronen, Ryan). In Folge der linguistic und cognitive turns richtete sich das narratologische Interesse verstärkt auf den Rezeptionsakt, durch den der Leser die inhärente Welt eines Textes mental evoziert und dadurch den Text überhaupt erst versteht (Gavins, Herman, Johnson-Laird, Semino, Werth). Kognitiv-phänomenologische Ansätze betonen das Eintauchen (immersion) in fiktionale Welten, so dass der Leser die Welt regelrecht ›erleben‹ kann. Neben expliziten Informationen des Textes sind logisch-analytische Schlussfolgerungen, pragmatische Implikationen des Diskurses und literarische Konventionen in Rechnung zu stellen: Bereits eine paratextuelle Gattungsbezeichnung (z.B. Märchen, Fabel, Science-Fiction) kann Basiselemente wie Figuren, Räume etc. assoziativ aufrufen, die für die Weltkonstruktion des jeweiligen Genretextes benötigt werden; entsprechend müssen bei einer umfassenden Analyse erzählter Welten auch pragmatische, kontextuelle, gattungsspezifische und historische Aspekte Berücksichtigung finden. All diesen Konzepten liegt gewissermaßen die Vorstellung zugrunde, dass es bestimmte identifizierbare Textbausteine gibt, die für die mentale Konstruktion narrativer Welten verantwortlich sind.
In den vergangenen Jahren ist die in den 1980er und 1990er Jahren lebhaft geführte Auseinandersetzung mit ›fiktionalen‹ und ›möglichen‹ Welten innerhalb der englischsprachigen Narratologie zurückgegangen – in der germanistischen Erzählforschung war sie stets ein Desiderat. Ziel der Tagung ist es, eine kritische Bestandsaufnahme der bestehenden Welt-Konzepte zu leisten und das Potential dieser Paradigmen im Hinblick auf ihre Anschlussfähigkeit an neuere narratologische Orientierungen (kognitive, kontextuelle, transmediale oder kulturwissenschaftliche Ansätze) zu erproben und zu diskutieren. Denn gerade die gegenwärtig zu konstatierende Pluralität und Heterogenität erzählter Welten in der postmodernen Literatur, Kunst, im Film und in neuen Medien (z.B. Computerspiele) erfordern fruchtbare analytische Methoden und Beschreibungskategorien. Diese können auch dazu anleiten, die historischen und kulturspezifischen Bedingungen unterschiedlicher Weltentwürfe in den Blick zu nehmen und bestehende Befunde zu überdenken.

Das dreitägige Graduiertenforum wendet sich an Promovierende unterschiedlicher Disziplinen (u.a. der Literatur-, Kultur-, Geschichts-, Medien- und Kognitionswissenschaften sowie Philosophie, Theologie und Soziologie), deren Dissertationen und Forschungsinteressen erzähltheoretische Aspekte in den Blick nehmen. Beiträge könnten sich mit folgenden Themenbereichen und Fragestellungen auseinandersetzen:

- Narrative Verfahren zur Evokation von Welten in der Literatur und anderen Medien; diskursive, gattungsspezifische und mediale Bedingungen für die Erzeugung erzählter Welten

- Fragen nach der ontologischen Referenz fiktionaler Welten zur aktualen Welt und nach den Voraussetzungen für die kategoriale Bestimmung von ›möglichen‹ vs. ›unmöglichen‹ Welten

- ›Unnatürliche‹/›unmögliche‹ Welten und ihre erzählerische Vermittlung (Paradoxa, Kausalitätsbrü-che, metaleptische Erzählmodi etc.)

- Historizität/Kulturspezifität von narrativen Weltentwürfen

- Systematische Aspekte: Theorien und Methoden zur Analyse fiktionaler Welten; interdisziplinäre Zugriffe und deren heuristischer Nutzen für die moderne Erzählforschung

- Rezeptionsorientierte Ansätze: alternative Welten als mentale Modelle; Inferenzen von leserseitigem Weltwissen und erzählerisch vermittelten Informationen; Kohärenzstiftung und Naturalisierungsstrategien des Rezipienten

Diese und ähnliche Aspekte können anhand exemplarischer Analysen als auch durch Thesen allgemeiner Natur thematisiert werden.

Als Keynote Speaker konnte Dr. Jan Alber (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) gewonnen werden. Vorgesehen sind 30-minütige Vorträge, die jeweils von 15-minütigen Diskussionen begleitet werden. Die anfallenden Reise- und Unterbringungskosten können bis zu einer Höhe von 160 Euro übernommen werden, wenn nachgewiesen werden kann, dass keine anderen Förderungsmöglichkeiten bestehen.
Interessenten senden bitte ihren Vortragsvorschlag in Form von Abstracts (max. 500 Wörter) sowie einen kurzen Lebenslauf bis zum 05. März 2012 per E-Mail an:

Christoph Bartsch (christoph.bartsch@uni-wuppertal.de) oder
Christiane Scheeren (christiane.scheeren@uni-bayreuth.de)

Veranstalter:
Christoph Bartsch, M.A.
Bergische Universität Wuppertal
Zentrum für Erzählforschung (ZEF)
Germanistik: Neuere deutsche Literaturgeschichte
Gaußstraße 20
D-42119 Wuppertal
Tel.: 0202-439 3159
Email: christoph.bartsch@uni-wuppertal.de

Christiane Scheeren, M.A.
Universität Bayreuth
Sprach- u. Literaturwissenschaftliche Fakultät
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Universitätsstraße 30
D-95447 Bayreuth
Email: christiane.scheeren@uni-bayreuth.de

http://www.zef.uni-wuppertal.de/aktuelles/ansicht/detail/14/januar/2012/artikel/call-for-papers-deadline-05032012.html
http://www.zgs.uni-wuppertal.de/projektfoerderung/welten-erzaehlen.html
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWuppertal
Bewerbungsschluss05.03.2012
Beginn14.06.2012
Ende16.06.2012
PersonName: Bartsch, Christoph [M.A.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: christoph.bartsch@uni-wuppertal.de 
Name: Scheeren, Christiane [M.A.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: christiane.scheeren@uni-bayreuth.de 
KontaktdatenName/Institution: Zentrum für Erzählforschung (ZEF) der Bergischen Universität Wuppertal 
Strasse/Postfach: Gaußstraße 20 
Postleitzahl: 42119 
Stadt: Wuppertal 
Telefon: 0202 4393159 
Fax: 0202 4393169 
E-Mail: sek.martinez@uni-wuppertal.de 
Internetadresse: http://www.zef.uni-wuppertal.de/ 
Name/Institution: Zentrum für Graduiertenstudien (ZGS) der Bergischen Universität Wuppertal 
Strasse/Postfach: Gaußstraße 20 
Postleitzahl: 42119 
Stadt: Wuppertal 
Telefon: 0202 439 2702 
Fax: 0202 439 3683 
E-Mail: zgs@uni-wuppertal.de 
Internetadresse: http://www.zgs.uni-wuppertal.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeErzähltheorie
Ediert von  H-Germanistik
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