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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wortkunst ohne Zweifel? Aspekte der Sprache bei Thomas Mann"
RessourcentypCall for Papers
TitelWortkunst ohne Zweifel? Aspekte der Sprache bei Thomas Mann
BeschreibungWortkunst ohne Zweifel? Aspekte der Sprache bei Thomas Mann

Workshop des Kreises junger Thomas Mann-Forscher in der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft Lübeck e. V.

Würzburg, 11. und 12. Mai 2012

Dass Thomas Mann als Meister der Formulierfähigkeit und Sprachbeherrschung gilt, wird selten in Frage gestellt. Nicht nur innerhalb der Thomas-Mann-Forschung wird er als Autor einer "bekannten gepflegten Sprache" (Heine/Schommer) geschätzt. Auch linguistischen Untersuchungen dienten und dienen sowohl einzelne Textpassagen als auch sein Gesamtwerk immer wieder als Grundlage. Darüber hinaus fällt auf, dass selbst naturwissenschaftliche Arbeiten ihn zuweilen gern zitieren und damit nicht nur ihren bildungsbürgerlichen Anspruch unterstreichen, sondern offenbar auch bestätigen, dass bei Thomas Mann die Kunst des "höheren Abschreibens" (vgl. BrAd, 19) im Sinne einer Transformation wissenschaftlicher Aussagen in Literatur äußerst gelungen ist.

Diese konstatierte "Sprachmeisterschaft" (Hardt, vgl. X, 852) scheint allerdings insbesondere mit Blick auf den historischen Kontext verwunderlich. Schließlich ist es nicht allein Hugo von Hofmannsthal, der in seinem Chandos-Brief 1902 das Defizitäre der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten beklagte und damit exemplarisch für die Sprachkrise um 1900 steht; auch die verschiedenen literarischen Strömungen jener Zeit sind geprägt von einer grundsätzlichen Sprachskepsis. Die daraus resultierende Suche nach alternativen Ausdrucksmöglichkeiten und neuen literarischen Formen ist charakteristisch für die literarische Moderne und zieht sich bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.

Wie ist das Werk Thomas Manns vor diesem Hintergrund zu betrachten? Ist Manns Orientierung "an klassischen Mustern" tatsächlich derart ungebrochen, dass seine Texte als "Fortsetzung und Vollendung des poetischen Realismus" anzusehen sind (Karthaus) und er selbst damit als "letzter und bedeutender Anwalt" des 19. Jahrhunderts gelten kann (W. Jens)? Oder zeichnet er sich nicht gerade durch die Art und Weise der Sprachverwendung als Autor der literarischen Moderne aus? Finden sich Bezüge zur Sprachkrise der Zeit um 1900, und inwiefern sind die von ihm gewählten sprachlichen Formen als Ausdruck bestimmter Semantisierungen im Sinne neuartiger Bedeutungszuschreibungen anzusehen?

Diesen Fragen will der Workshop der jungen Thomas-Mann-Forscher nachgehen. Ziel ist es dabei zu untersuchen, auf welche Weise sich Thomas Mann mit seinem Werk im Kontext der Sprachkrise um 1900 und der daraus resultierenden Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten positioniert. Dabei sind sowohl Vorträge zur historischen Kontextualisierung als auch zur konkreten Arbeit am Text erwünscht. Erzähltheoretische Fragestellungen können ebenso einbezogen werden wie Untersuchungen zur Funktion von Humor und Ironie. Des weiteren kann auch die Interaktion zu anderen Zeichensystemen – wie zum Beispiel zur Musik – in den Blick genommen werden.

Der Kreis junger Thomas-Mann-Forscher hat sich in den 1990er Jahren innerhalb der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft (Sitz Lübeck e. V.) gegründet. Er setzt sich aus Forscherinnen und Forschern aller Phasen der wissenschaftlichen Qualifikation (vom Hauptstudium bis zur Habilitation) zusammen. Mit dem Kreis verbindet sich die Idee eines universitätsübergreifenden Austausches über laufende Forschungsprojekte des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seit 2004 richtet der Kreis regelmäßig Tagungen zu spezifischen Fragestellungen der Thomas-Mann-Forschung aus. In Fortführung dieser Tradition wird die Frühjahrstagung 2012 an der Universität Würzburg ausgerichtet.

Geplant sind 10 Vorträge à 30 Minuten. Interessenten werden gebeten, ihr Exposé (max. eine DIN A4-Seite) bis zum 15.03.2012 an katrin.max@uni-wuerzburg.de (Dr. Katrin Max, Institut für deutsche Philologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Am Hubland, 97074 Würzburg) zu schicken.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWürzburg
Bewerbungsschluss15.03.2012
Beginn11.05.2012
Ende12.05.2012
PersonName: Max, Katrin 
Funktion: Wissenschaftliche Assistentin 
E-Mail: katrin.max@uni-wuerzburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Institut für deutsche Philologie 
Strasse/Postfach: Am Hubland 
Postleitzahl: 97074 
Stadt: Würzburg 
E-Mail: katrin.max@uni-wuerzburg.de 
Ediert von  H-Germanistik
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