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Ergebnisanzeige "Im Osten geht die Sonne auf? Tendenzen neuerer ostdeutscher Literatur – Internationale Tagung"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelIm Osten geht die Sonne auf? Tendenzen neuerer ostdeutscher Literatur – Internationale Tagung
BeschreibungIm Osten geht die Sonne auf?
Tendenzen neuerer ostdeutscher Literatur
Internationale Tagung
23. – 26.11.2011
Ferrara (Italien)


Via delle Scienze 41/b – 44100 Ferrara (Italien)

Wer heute über gegenwärtige deutsche Literatur spricht, operiert mit einem Begriff, der in vielerlei Hinsicht problematisch zu sein scheint. Er entspricht zwar den aktuellen politischen Verhältnissen des vereinten Deutschlands und bedient somit die gängige Assoziation, laut derer mit einem Staat eine nationale Literatur korrespondiert. Darunter verschwinden jedoch jegliche Differenzierungen der literarischen Produktion (Regionalliteratur, Literatur mit Migrationshintergrund, Literatur im Netz) und im besonderen Fall der deutschen Literatur lassen sich die Spuren literarhistorischer Traditionen nicht mehr erkennen. Die vermeintliche Distanzierung in Themen, Modellen und Tendenzen und die angebliche Entfremdung von ost- und westdeutscher Literatur, die durch 40 Jahre Teilung bedingt waren – oder sind? –, werden im Namen einer gesamtdeutschen Literatur beiseite gelassen zugunsten selbstverständlich wirkender Diskurse über die deutsche Literatur. Es überrascht daher, dass die deutschen Feuilletonisten gerne Herkunftsort, bzw. Sozialisationsgeschichte ostdeutscher Autoren zu unterstreichen pflegen. Generell herrscht ein allgemeines Einverständnis darüber, dass sich ihre Werke durchaus (noch) von denen der in Westdeutschland sozialisierten Autoren unterscheiden. Doch worin bestehen diese Unterschiede? Bloss darin – wie manche Feuilletonisten (Radisch und Cammann) weismachen –, dass die jüngeren ostdeutschen Autoren aus ihren Schlüsselerfahrungen (DDR, Mauerfall und neues Leben in der Bundesrepublik) Stoff nehmen und somit der postmodernistischen Haltung mancher westdeutschen Zeitgenossen gegenüberstehen? Oder darin, dass sie die bürgerliche literarische Tradition wieder zum Leben erwecken und somit die Erwartungen der neuen Konservativen bedienen, wie einige Germanisten (Jäger und Tommek) suggerieren? Oder sind die jüngeren ostdeutschen Autoren eher das Erbe der progressivsten DDR-Literatur formal wie ideologisch eingetreten? Lassen sich jenseits einer Entweder-Oder Rhetorik alle hier erwähnten Tendenzen in den Werken der ostdeutschen Autoren feststellen? Und können sie unter der wohl vereinfachenden Etikette Post-DDR-Literatur subsumiert werden? Lässt sich der Diskurs eines Nachlebens der DDR nur auf die Prosa beschränken oder auch auf die anderen literarischen Gattungen erweitern? Und sind auch die anderen Künste sowie die Massenmedien involviert, bzw. diskursiv betroffen?
Die geplante Tagung strebt an, einen Diskussionsraum zu eröffnen, in dem Tendenzen, Modelle und Traditionen der neuen ostdeutschen Kultur untersucht werden.

Programm

Mi, 23.11

15:00
Matteo Galli, Einführung

A. Grundsätzliche Überlegungen
Moderation: Matteo Galli

15:30
Wolfgang Emmerich (Bremen), Kein Holocaust, nirgends. Zur Fortexistenz einer Leerstelle in der ostdeutschen Literatur nach 1990

16:15
Holger Helbig (Rostock), Weiterlesen und Fortschreiben. Eine Pionierleiterin in Rom und andere Beweise lebendiger Vergangenheit

17:00 – 17:30
Kaffeepause

17:30
Peter Paul Schwarz (Berlin), Das ‚Ostdeutsche‘ als Kategorie der Rezeption

18:15
Heinz-Peter Preußer (Bremen), Die (Re-)Konstruktion der DDR über den Westblick. Zu Filmen von Schlöndorff, Roehler und Buck – im Kontrast zu Volker Brauns Schreibprojekt ‚Lebenswerk DDR‘

19:00
Lesung Jenny Erpenbeck
Moderation: Thomas Geiger

20:30 Abendessen

Do, 24.11

B. Gattungen
Moderation: Wolfgang Emmerich

9:00
Andrea Jäger (Halle), „Schöne neue Welt“? Reportagen über das Leben in Deutschland

9:45
Dirk Rose (Bonn), Im Niemandsland der Sprache. Naturlyrik ostdeutscher Autoren nach 1989

10:30 – 11:00
Kaffeepause

11:00
Janine Ludwig (Bremen), „Mein Drama findet nicht mehr statt“ – Ostdeutsche Dramatik heute

11:45
Eva Banchelli (Bergamo), Der Triumph des Alltäglichen

12:30 – 15:30
Mittagspause

C. Autoren und Motive
Moderation: Anna Chiarloni

15:30
Gerhard Friedrich (Torino), Ingo Schulze: Geformte Betroffenheit, ironische Distanz und neues Engagement.

16:15
Cesare Giacobazzi (Modena), Neue Leben von Ingo Schulze als Schelmenroman: Formelle Aspekte und wirkungsästhetische Funktion der pikaresken Tradition

17:00
Stephan Krause (Szczeciń), Picaro im Arbeitergewand und arbeitslose Utopie – zu Volker Brauns Gegenwartsliteratur

17:45 – 18:15 Kaffeepause

18:15
Lesung Julia Schoch
Moderation: Thomas Geiger

20:30 Abendessen

Fr, 25.11

Moderation: Holger Helbig

9:00
Anna Chiarloni (Torino), Lutz Seilers Lyrik

9:45
Michael Opitz (Berlin), Mit dem Geigerzähler im Abraum der Geschichte – hörbar gemachte Vergangenheit in den Texten Lutz Seilers

10:30
Michael Ostheimer (Chemnitz), Wismut-Literatur oder Von der Aufgabe der Heimat für den Weltfrieden

11.30 – 12.00
Kaffeepause

12:00
Heribert Tommek (Regensburg), Von Dämmerung zu Dämmerung. Zum Verhältnis von Moderne, Post-Moderne und Ost-Moderne im Werk von Reinhard Jirgl.

12:45
Torsten Erdbruegger (Leipzig), Textwerk. Archäologie der Arbeitswelt im Werk Reinhard Jirgls

13:30 – 15:00
Mittagspause

D. Tendenzen
Moderation: Viviana Chilese

15:00
Andrea Schütte (Bonn), Die Pralinen des Ostens (und des Westens)

15:45
Sonja E. Klocke (Knox College, Illinois), Variationen (post-)faschistischer Körper in ostdeutscher Literatur am Beispiel von Thomas Brussig, Julia Franck, Kerstin Hensel, Kathrin Schmidt und Ingo Schulze

16:30 – 17:00
Kaffeepause

17:00
Francesco Aversa (Ferrara), Die Auslöschung noch in der Schwebe. Das Motiv der archäologischen Auslotung in der Post-DDR-Literatur

17:45
Sibylle Goepper (Strasbourg), „Aus Ihnen nichts geworden?“ Zur Position einiger Autoren aus der „Prenzlauer Berg-Generation“ im gesamtdeutschen literarischen Feld.


18:30
Lesung Volker Braun
Moderation: Thomas Geiger

21:00
Abendessen

Sa, 26.11

Moderation: Andrea Jäger

9:00
Susanne Bach (Heidelberg), Wende-Generationen/Generationen-Wende - Zur neuen ostdeutschen Erzählliteratur

9:45
Tomas Sommadossi (Ranzo), Unpolitische Betrachtungen? Das DDR-Bild in Debütromanen jüngerer ostdeutscher Autoren

10:30
Timo Lüth (Hamburg), Warum gerade Hemingway? Sprachkrise und Präferenz für den Stil der ‚lost generation’ in der jüngeren ostdeutschen Autorengeneration


11:15 – 11:45
Kaffeepause

11:45
Abschlussdiskussion

13:00
Ende der Veranstaltung


Eine Veranstaltung von:
CULT – Forum di cultura tedesca contemporanea an der Universität Ferrara (IT)
Gefördert vom Deutschen Literaturfonds e.V.

Tagungsorganisation und -verantwortung:
Prof. Matteo Galli
Dr. Viviana Chilese
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://bit.ly/im-osten
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortFerrara
Beginn23.11.2011
Ende26.11.2011
PersonName: Matteo Galli 
Funktion: Professor für Neue Deutsche Literatur 
E-Mail: matteo.galli@unife.it 
Name: Viviana Chilese 
Funktion: Post-Doc 
E-Mail: viviana.chilese@unife.it 
KontaktdatenName/Institution: Università degli Studi di Ferrara – Facoltà di Lettere e Filosofia 
Strasse/Postfach: Via Savonarola 27 
Postleitzahl: 44100 
Stadt: Ferrara 
Telefon: 0039/0532/293406 
LandItalien
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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