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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Ikonisierung – Kritik – Wiederentdeckung. Gisela Elsner und das literarische Feld der Bundesrepublik"
RessourcentypCall for Papers
TitelIkonisierung – Kritik – Wiederentdeckung. Gisela Elsner und das literarische Feld der Bundesrepublik
BeschreibungIkonisierung – Kritik – Wiederentdeckung. Gisela Elsner und das literarische Feld der Bundesrepublik

Ein Symposium zum 75. Geburtstag der Autorin

Ort: Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V., Rosenberger Str. 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Termin: 10. bis 12. Mai 2012

Organisation und Leitung: PD Dr. Christine Künzel, Universität Hamburg, in Kooperation mit dem Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und der Universität Regensburg

Die in Nürnberg geborene und aufgewachsene Gisela Elsner (1937-1992), die von 1977 bis zu ihrem Tod 1992 in München lebte, kann als eine der prominentesten und zugleich umstrittensten Autorinnen der neueren deutschsprachigen Literatur gelten. Mit ihrem Erstling Die Riesenzwerge erlangte die Jungautorin 1964 internationale Aufmerksamkeit. Doch bereits in den 1980er Jahren wurde es immer stiller um sie, 1986 folgte die – im Hinblick auf die Existenz der Autorin katastrophale – Trennung vom Rowohlt Verlag. Existenzielle Ängste, die konsequente Ablehnung ihrer Werke durch das bundesdeutsche Feuilleton, der Zusammenbruch der sozialistischen Systeme Ende der 80er Jahre sowie gravierende gesundheitliche Probleme mögen zum Selbstmord am 13. Mai 1992 geführt haben. Nach ihrem Tod blieben die Autorin und ihr Werk lange unbeachtet. Erst mit Oskar Roehlers Film „Die Unberührbare“ (2000) erlangte Gisela Elsner wieder Aufmerksamkeit. Seit 2006 erscheinen ihre Werke in Neuauflagen kontinuierlich im Berliner Verbrecher Verlag. Doch befindet sich die literaturwissenschaftliche Forschung zu ihrem Werk noch in den Anfängen, wenngleich sich am Beispiel ihrer Texte sämtliche aktuellen literatur- und kulturwissenschaftlichen Forschungsfelder in einer einzigartigen Verflechtung analysieren lassen: Gattungs- und Genderfragen, Autorschaft und Inszenierung, Kanonisierung und literarische Wertung, literarische Ästhetik und Politik, Identität und Grenzüberschreitung – all dies kommt in den Texten Elsners zusammen. In diesem Sinne möchte das geplante Symposium einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung einer Elsner-Forschung leisten, indem es bereits arrivierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus verschiedenen literatur- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen zu einer Diskussion zusammenbringt.

Zentrales Anliegen des geplanten Symposiums ist nicht eine Kanonisierung der Autorin Gisela Elsner, sondern vielmehr die literatur- und kulturwissenschaftliche Erforschung der Rezeptionsgeschichte ihrer Werke sowie deren spezifischer Ästhetik. Denn bei aller Anerkennung bedeutet Kanonisierung immer auch ein Moment der Stillstellung, der Ent-Radikalisierung eines Autors und seines Werkes. Warum sollte man eine Autorin, die bis heute extrem polarisierend wirkt, gewissermaßen stillstellen, indem man sie langsam aber sicher einem literaturwissenschaftlichen Kanon eingemeindet, bevor ihr Werk tatsächlich eine Wiederentdeckung und damit verbunden eine qualifizierte Neubewertung erfahren hat? Die Sperrigkeit der Sprache, das Festhalten an der Form der Satire, die politischen Provokationen sowie die zuweilen unzeitgemäß erscheinenden Zumutungen von Elsners Texten müssen zunächst einmal einer eingehenden literaturwissenschaftlichen Analyse zugeführt werden. Wenn ein Werk – wie das der Autorin Gisela Elsner – „zum Stein des Anstoßes“ geworden ist, so ist das immerhin ein Zeichen dafür, dass ihre Texte nach wie vor relevant sind, am Fortgang der politischen Kultur teilhaben und das Interesse einer zeitgemäßen Literaturforschung verdienen.

Ziel des geplanten Symposiums ist eine ‚Re-Vision‘ der Autorin und ihres Werkes vor dem Hintergrund aktueller literatur- und kulturwissenschaftlicher Debatten, eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte des Elsner’schen Oeuvres, um dieses aus heutiger Perspektive literarisch neu zu bewerten. Im Zentrum steht dabei das Interesse, die Bedeutung der Autorin Gisela Elsner und ihres Werkes rückblickend im Hinblick auf die Literaturgeschichte und die Literaturwissenschaft der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund des gesamten Œuvres und verschiedener Fragestellungen herauszuarbeiten. Insofern berührt das Tagungsthema auch fachgeschichtliche Aspekte.

Wir möchten insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit diesem CFP erreichen und um Vorschläge für mögliche Vorträge im Rahmen der Elsner-Tagung bitten. Die Abstracts sollten nicht mehr als eine Seite umfassen und einen Arbeitstitel für den Vortrag enthalten. Bitte fügen Sie auch einen Kurzlebenslauf mit Ihren wichtigsten bisherigen Publikationen bei (soweit bereits vorhanden).

Wir haben bereits Fördermittel für die Tagung einwerben können, so dass Reise- und Übernachtungskosten im üblichen Rahmen übernommen werden können.

Bitte schicken Sie Ihre Abstracts mit Kurzlebenslauf bis zum 15. Januar 2012 per E-Mail an PD Dr. Christine Künzel: christine.kuenzel@uni-hamburg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortSulzbach-Rosenberg
Bewerbungsschluss15.01.2012
Beginn10.05.2010
Ende12.05.2012
PersonName: PD Dr. Christine Künzel 
Funktion: Organisatorin, Leiterin 
E-Mail: christine.kuenzel@uni-hamburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Hamburg, Institut für Germanistik II 
Strasse/Postfach: Von-Melle-Park 6 
Postleitzahl: 20144 
Stadt: Hamburg 
Telefon: 040/42838-5402 
Fax: 040/42838-3553 
E-Mail: christine.kuenzel@uni-hamburg.de 
Internetadresse: www.slm.uni-hamburg.de/ifg2/personal/Christine_Kuenzel.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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