VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literarische Texte als Medium sprachlichen Lernens in der Migrationsgesellschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelLiterarische Texte als Medium sprachlichen Lernens in der Migrationsgesellschaft
BeschreibungLiterarische Texte als Medium sprachlichen Lernens in der Migrationsgesellschaft

Interdisziplinärer Workshop, 1./2. Juni 2012

Sprachwissenschaftliches Institut der Ruhr-Universität Bochum

Organisatorinnen: Eva Belke, Gerlind Belke, Hendrike Frieg, Maria Hosfeld


In einer multilingualen Gesellschaft können literarische Texte auf vielfältige Weise zur Entfaltung und Förderung sprachlicher Fähigkeiten beitragen und Brücken zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen schlagen. Nach einem Auftaktworkshop zum Thema „Mehrsprachigkeit und Kinderliteratur“ im Juni 2011 an der Universität Mannheim findet im Juni 2012 an der Ruhr-Universität Bochum der erste Nachfolgeworkshop statt. Ziel dieses und weiterer Nachfolgeworkshops ist es, das komplexe Thema „Mehrsprachigkeit und Kinderliteratur“ jeweils im Hinblick auf spezifische Aspekte des Themas zu bearbeiten. Der Workshop 2012 ist auch für Teilnehmer/innen geöffnet, die nicht am Workshop 2011 teilgenommen haben.

Im Zentrum des Workshops 2012 in Bochum stehen literarische Texte als Medium der Sprachvermittlung bzw. des sprachlichen Lernens im Vorschul- und Primarbereich. Eine in diesem Sinne integrative Vermittlung wird im Vorschulbereich oft mehr oder weniger intuitiv praktiziert, indem gemeinsam Lieder gesungen, Verse gesprochen werden usw.. Auch für den Primarbereich ist die Idee eines integrativen Deutschunterrichts keineswegs neu. Allerdings werden literarische Texte in Unterrichtsmaterialien häufig unreflektiert und allein unter inhaltlichen Gesichtspunkten ausgewählt. Eine derart vereinfachte Sicht auf die Gestaltung integrativer Lehrwerke kann u.U. gravierende Folgen haben – z.B. erreichte vor einigen Jahren ein Schulbuch traurige Bekanntheit, in dem an einer Passage aus einem Jugendbuch über die Solinger Brandanschläge die Silbentrennung im Deutschen geübt werden sollte. Weil die Passage aus dem Zusammenhang gerissen war, enthielt sie Äußerungen, die ohne den Gesamtkontext des Buches als ausländerfeindlich aufgefasst werden konnten (Süddeutsche Zeitung, 22./23./24.3.2008, S. 6). Umgekehrt wird das sprachdidaktische Potential literarischer Texte in der Literaturdidaktik häufig nicht wahrgenommen oder nur wenig systematisch genutzt – vgl.etwa didaktische Handreichungen zu der beliebten Schullektüre "Der Sprachabschneider" von Hans Joachim Schädlich (z.B. Bekes & Reichling, 2002; Edelmann & Kromer, 2010). Die dort bereit gestellten Arbeitsmaterialien greifen viele einzelne inhaltliche Themen aus der Geschichte auf und verknüpfen sie mit sprachlichen und literarischen Übungen; die für die Geschichte zentralen sprachlichen Besonderheiten werden aber kaum thematisiert.

Vor diesem Hintergrund sollen in dem geplanten Workshop zwei zentrale Schnittstellen im Hinblick auf sprachliches Lernen thematisiert werden:
– die Schnittstelle zwischen Literatur- und Sprachdidaktik, auch im interkulturellen Kontext
– die Schnittstelle zwischen Theorie/Forschung und Praxis.

Die Fokussierung auf diese Schnittstellen erfordert von allen Beteiligten, dass sie über die fachdisziplinären Grenzen hinaus denken und dass Forscher und Praktiker verschiedener Einzeldisziplinen (Literaturdidaktik, Sprachdidaktik, DaM – DaZ – DaF, Literatur- und Sprachwissenschaften, Kognitionssychologie/Psycholinguistik) die jeweils fachüberschreitenden Aspekte ihres Arbeitens im Blick haben. Um ein in dieser Weise interdisziplinäres Arbeiten zu ermöglichen, laden wir Impulsvorträge ein, die die Grundlagen für eine inhaltliche Diskussion der Schnittstellen bilden. Die Impulsvorträge sollten den folgenden Ausrichtungen und inhaltlichen Schwerpunkten zuzuordnen sein:

– Primär literaturwissenschaftliche bzw. primär linguistische Impulsvorträge, in denen ausdrücklich Fragen an die jeweils andere Disziplin erarbeitet und zur Diskussion gestellt werden: Damit sollen die Fachgrenzen literaturwissenschaftlicher und linguistischer/ psycholinguistischer Forschung überwunden werden.

– Impulsvorträge zu konkreten Problemen bei der Umsetzung theoretischer Konzepte in die Praxis: Wie kann es gelingen, dass theoretische Einsichten und empirische Forschungserkenntnisse zum Zusammenhang von Sprache und Literatur so für Praktiker vermittelt werden, dass sie in der Lage sind, diese Erkenntnisse gewinnbringend und sinnvoll praktisch im Unterricht umzusetzen? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die Lehreraus- und -fortbildung, und welche Mindestanforderungen müssen angehende Lehrerinnen und Lehrer erfüllen, um einen integrativen Deutschunterricht zu gestalten?

– Impulsvorträge zu konkreten Unterrichtssituationen und Fallbeispielen aus der Praxis: In welcher Weise kann die Arbeit mit literarischen Texten im Unterricht helfen, sprachliches Lernen in heterogenen Lerngruppen zu ermöglichen? Welche konkreten Probleme bei der Sprachvermittlung stellen sich im Unterricht bzw. im Umgang mit einzelnen Schüler/inne/n? Gibt es Unterrichtsformate, die in der Praxis besonders erfolgreich sind; wenn ja, was sind die Gründe für diesen Erfolg? Wir möchten mit diesem Vortragsformat eine größere Nähe zwischen Theorie/Forschung und Praxis schaffen und wenden uns damit ausdrücklich an praxisnah arbeitende Kolleginnen und Kollegen wie Erzieher/innen, Lehrer/innen, Fachleiter/innen. (In Einzelfällen können wir für Kolleg/inn/en an nichtuniversitären Einrichtungen, denen Reisekosten für Vortragsreisen nicht erstattet werden, die Reisekosten übernehmen.)

Pro Beitrag werden voraussichtlich 50 Minuten Zeit zur Verfügung stehen. Um genügend Zeit zur Diskussion zu haben, sollten die Impulsvorträge 20 Minuten nicht überschreiten. Abstracts sollten maximal 500 Wörter und höchstens drei Literaturangaben umfassen. Bitte senden Sie Ihr Abstract bis zum 15. Januar 2012 an:
workshop-ltmsl-2012@linguistics.rub.de


Literaturverweise
- Bekes, P. & Frederking, V. (2002). Arbeitsheft im Texte.Medien Programm zu „Der Sprachabschneider“.
Braunschweig: Schroedel Verlag.
Edelmann, M. & Kromer, M. (2010). Unterrichtsideen und Kopiervorlagen für die Sekundarstufe I zu
- Hans-Joachim Schädlich: Der Sprachabschneider (rororo rotfuchs Lesereiche). Donauwörth: Auer
Verlag.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBochum
Bewerbungsschluss15.01.2012
Anmeldeschluss30.04.2012
Beginn01.06.2012
Ende02.06.2012
PersonName: Belke, Eva 
Funktion: Ansprechpartnernerin 
E-Mail: workshop-ltmsl-2012@linguistics.rub.de 
Name: Frieg, Hendrike 
Funktion: Ansprechpartnernerin 
E-Mail: workshop-ltmsl-2012@linguistics.rub.de 
Name: Hosfeld, Maria 
Funktion: Ansprechpartnernerin 
E-Mail: workshop-ltmsl-2012@linguistics.rub.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Eva Belke, Sprachwissenschaftliches Institut, Ruhr-Universität Bochum 
Postleitzahl: 44780 
Stadt: Bochum 
Telefon: +49 (0)234-32-25116 
Fax: +49 (0)234 32-14137 
E-Mail: workshop-ltmsl-2012@linguistics.rub.de 
SchlüsselbegriffeDeutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache; Sprachdidaktik (Schuldidaktik, Erwachsenenbildung, Konzepte sprachlicher Bildung); Spracherwerb / Psycholinguistik (sprachliches Wissen); Literaturdidaktik
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/22770

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 15.11.2011 | Impressum | Intern