VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kritik - zwischen Literaturwissenschaft und Literary Criticism"
RessourcentypCall for Papers
TitelKritik - zwischen Literaturwissenschaft und Literary Criticism
BeschreibungKritik - zwischen Literaturwissenschaft und Literary Criticism

Dritte Jahrestagung des »Deutsch-amerikanischen Promovenden-Forums Germanistik e. V.«

Berlin (Bezirksbibliothek am Luisenbad), 26./27.10.2007

Call for Papers

Zur Kritik verhält sich die Literaturwissenschaft in ihrem Selbstverständnis ambivalent: Einerseits verbietet es der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit zuweilen, ästhetische, moralische oder politische Urteile in die eigene Arbeit einfließen zu lassen; andererseits aber ist die Fähigkeit zur Kritik grundlegender Bestandteil des Faches - man denke nur an Begriffe wie Textkritik. Diese Doppeldeutigkeit scheint im Begriff der Kritik bereits angelegt zu sein, der von seiner Etymologie her ja gerade das 'genaue Hinsehen' bezeichnet. Kritik als Wertung oder Urteil steht somit immer schon einer wissenschaftlichen Kritik gegenüber, die, wie die Kantische Begriffsverwendung oder eben der Begriff der Textkritik zeigen, die wertungsfreie und präzise Untersuchung wissenschaftlicher Gegenstände betreiben möchte. Trotzdem ließe sich die Frage stellen, inwiefern nicht auch Kritik als Wertung oder Urteil jeder literaturwissenschaftlichen Arbeit notwendigerweise inhärent ist. So ist für die Literaturwissenschaften einerseits mit guten Gründen die Ansicht vertreten worden, daß sich Momente ästhetischer Kritik - und damit auch Mechanismen der Kanonbildung - aus der literaturwissenschaftlichen Arbeit gar nicht ausschließen lassen; andererseits gibt es Stimmen, die einen möglichst radikalen Verzicht auf Wertung zur Grundlage philologischen Arbeitens erheben wollen.

Die Tagung widmet sich dem Stellenwert von Kritik in der Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens sowie in der Literaturtheorie und möchte insbesondere mögliche transatlantische Differenzen im Verständnis von Kritik ausloten, wie sie vielleicht schon der Unterschied in der Bezeichnung der Disziplin anzeigt: Impliziert der Begriff des »Literary Criticism« gegenüber demjenigen der »Literaturwissenschaft«, daß in der amerikanischen Diskussion Kritik als fester und nicht auszuschließender Bestandteil der literaturwissenschaftlichen Arbeit betrachtet wird - während im europäischen Kontext Literaturkritik und Literaturwissenschaft stärker voneinander getrennt sind? Auf welchen kulturellen oder theoretischen Vorentscheidungen beruht gegebenenfalls eine solche Differenz? Wie wird »Kritik« im Sinne literarischer Wertung jeweils wissenschaftlich rückgebunden? Welche Funktion spielt Kritik für das neuerdings diesseits wie jenseits des Atlantiks betriebene Projekt einer Rephilologisierung der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Philologien? Und wie werden ästhetische Wertung und Ideologiekritik hier wie dort in die (schu¬lische wie universitäre) Lehre einbezogen - oder auch nicht?

Die Tagung möchte NachwuchswissenschaftlerInnen Gelegenheit bieten, in der Diskussion mit namhaften Wissenschaftlern zu diesen Fragen Position zu beziehen und damit eine zentrale Dimension der literaturwissenschaftlichen Praxis zu ergründen. Bereits im Vorfeld konnten Reiner Rohr (Deutsch-amerikanische Fulbright-Kommission, Berlin) für ein Grußwort und Prof. Jost Hermand (Madison) sowie Prof. Stephan Porombka (Hildesheim) für Vorträge gewonnen werden.

Wir bitten nun um Angebote für Vorträge, die unserer Fragestellung in historischer und/oder systematischer Hinsicht nachgehen. Die Vorträge sollten höchstens 20 Minuten dauern. Wir freuen uns auf Abstracts von 300-500 Wörtern als Attachment (RTF-Format) per E-Mail bis spätestens 30.8.2007 an: tagung@dapf-germanistik.de.

Organisation: Jenny A. Wolff, Markus Rassiler, Till Dembeck.

*********************************************

Das deutsch-amerikanische Promovenden-Forum Germanistik (http://www.dapf-germanistik.de) hat sich im Juni 2005 als gemeinnütziger Verein konstituiert. Ziel des Vereins ist es, den transatlantischen wissenschaftlichen Austausch zwischen Doktoranden und Doktorandinnen der Germanistik zu befördern. Die Ausschreibungen des Forums richten sich an NachwuchswissenschaftlerInnen im Bereich der (älteren und neueren) deutschen Literatur, aber auch aus den benachbarten Fachbereichen.

*********************************************

Till Dembeck
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
FB 05: Deutsches Institut
D-55099 Mainz
+49-6131-39-24749
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss30.08.2007
Beginn26.10.2007
Ende27.10.2007
PersonName: Dembeck, Till  
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: tilldembeck@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, FB 05: Deutsches Institut 
Postleitzahl: 55099 
Stadt: Mainz 
Telefon: +49-(0) 6131-39-24749 
E-Mail: tilldembeck@gmail.com 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeVerständlichkeitsforschung (Popularisierung und Wissenstransfer, Schreibforschung, Textoptimierung); Literarische Wertung/Literaturkritik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/2266

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 04.07.2007 | Impressum | Intern