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Ergebnisanzeige ""Heitere Spiele über den Ausgang der Geschichte". Peter Hacks und die Komödie im Kalten Krieg. Vierte wissenschaftliche Tagung zu Werk und Leben von Peter Hacks"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel"Heitere Spiele über den Ausgang der Geschichte". Peter Hacks und die Komödie im Kalten Krieg. Vierte wissenschaftliche Tagung zu Werk und Leben von Peter Hacks
Beschreibung»Heitere Spiele über den Ausgang der Geschichte«
Peter Hacks und die Komödie im Kalten Krieg

Vierte wissenschaftliche Tagung zu Werk und Leben von Peter Hacks ausgerichtet von der Peter-Hacks-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Andrea Jäger (Martin-Luther-Universität Halle)


Mit seinen Komödien zählt Peter Hacks bis in die Mitte der siebziger Jahre zu den in Ost und West gleichermaßen meistgespielten Dramatikern. Dabei provozierte er schon 1956 mit einem – wie er es in ironischer Umkehrung nannte – »Gemeinplatz« über die Komödie, die das bis dahin gültige Verständnis vom komischen Genre auf den Kopf stellte. Traditionell verleiht die Komödie im heiteren Spiel dem Subjekt gegen die widrigen Verhältnisse eine Geltungsmacht, die ihm in der gesellschaftlichen Wirklichkeit gerade nicht zukommt. Hacks hingegen proklamierte, für das Gelingen einer Komödie sei es notwendig, dass die utopisch behauptete Geltungsmacht des Subjekts in der Wirklichkeit bereits eingelöst sein müsse: »Im lächerlichen Genre wird der unlustige Fall als überwindbar dargestellt, und das Lachen ist um so weniger bloß blöd, je inhaltlich begründeter das Überlegenheitsgefühl des Lachens ist, je tatsächlicher abstellbar das belachte Übel oder die belachte Person. Mithin, da ist ein direkter Weg vom lächerlichen Vergnügen zu der Kunst einer Klasse, welche damit beschäftigt ist, die Mißstände der Welt mittels technischer und gesellschaftlicher Unternehmungen objektiv zu überwinden.«

Mit dieser politischen Fundierung seiner Komödien legte sich Hacks nicht nur mit der kritischen Komödientradition und dem »bürgerlichen« Theater im Westen an, er formulierte damit auch eine für ihn selbst, wie auch für die Theaterlandschaft der DDR insgesamt heikle Bedingung für die Komödienkunst. Die Tagung besichtigt unterschiedliche Etappen der Hacksschen Komödie und ihre Auseinandersetzung mit dem vermeintlich guten Ausgang der Geschichte nach 1945. Sie fragt nach der Positionierung und den spezifischen ästhetischen Mitteln dieser eigenwilligen Komödienauffassung in der Theaterlandschaft in Deutschland Ost und West vor dem Hintergrund eines bis zur Auflösung des Systemgegensatzes währenden Kalten Kriegs. Mit dem Ende der deutschen Nachkriegsordnung entfielen endgültig die von Hacks ursprünglich reklamierten Voraussetzungen der Komödie. Welche Konsequenzen zog Hacks für das heitere Spiel aus dem Scheitern des Realen Sozialismus? Schließlich diskutiert die Tagung am Beispiel der aktuellen Inszenierung von Hacks‘ »Die Sorgen und die Macht« darüber, wie heutzutage ein solcher Klassiker des DDR-Produktionsstücks im Theater noch realisiert werden kann.

Tagungsprogramm:
Freitag, 4. November
15 Uhr wird unter Leitung von Prof. Dr. Kai Köhler das dritte Arbeitstreffen für Studierende und Nachwuchswissenschaftler stattfinden. Hier ist Gelegenheit, sich über Themen auszutauschen, die Hacks und sein Umfeld betreffen: für Hacks-Forscher im engeren Sinne wie für Wissenschaftler, die zur Geschichte der Literatur in der DDR und zur deutschen Theatergeschichte seit 1945 arbeiten. Besprochen werden sollen insbesondere konkrete Arbeitsvorhaben (Dissertationen, Magisterarbeiten, BA-Arbeiten, Aufsätze); die Veranstaltung steht allen Interessierten offen.
Das Treffen wird in den Räumen des Eulenspiegel Verlags, Neue Grünstr. 18, 10179 Berlin, abgehalten werden.

19 Uhr »Die Sorgen und die Macht«
Ein Stück über die Zukunft von gestern nach Peter Hacks
Deutsches Theater, Kammerspiele
Regie: Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Eintritt: 26 Euro / ermäßigt 20 Euro
(Kartenreservierung telefonisch unter 030-23 80 91 29 oder
per E-mail: j.becker@peter-hacks-gesellschaft.de
oder kontakt@peter-hacks-gesellschaft.de


Samstag, 5. November
9.30 Uhr Tagungsbeginn (c.t.) im Magnus-Haus

Zur Tagung sind sechs wissenschaftliche Vorträge mit anschließender Diskussion geplant
(Änderungen vorbehalten)

10 Uhr Prof. Dr. Bernhard Spies, Mainz: Komisches Welttheater von der Vorstellbarkeit einer guten Macht

11 Uhr Dr. Carsten Jakobi, Mainz: Das Surrogat des Happy ending. Peter Hacks und die Transformation des modernen Komödienschlusses

11.45 Uhr 
Dr. Janine Ludwig, Bremen: »Die Vergötzung des Konflikts« – Peter Hacks, Heiner Müller und die Komödie

12.30 –14 Uhr Pause

14 Uhr Prof. Dr. Volker Riedel, Jena: Facetten des Komischen in den Antikestücken von Peter Hacks

14.45 Uhr Dr. Christine Waldschmidt, Mainz: Komik und Affirmation.
Die (Selbst-)Aufhebung des Zeitstücks in Hacks' Komödie »Numa«

15.30 Uhr Prof. Dr. Andrea Jäger, Halle: Wieviel Komik enthält der Untergang des Realen Sozialismus? Theaterstücke nach der Wende

16.15 –17 Uhr Pause

17 Uhr Kann man ein DDR-Produktionsstück heute noch spielen? Und wenn ja, wie? Podiumsdiskussion mit Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, den Regisseuren der Neuinszenierung von »Die Sorgen und die Macht« am Deutschen Theater, und den ReferentInnen der Tagung


Termin: Samstag, 5. November, 9.30 Uhr bis 19 Uhr

Ort: Magnus-Haus, Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin-Mitte

Tagungsgebühr: 30,- €/erm. 20,- €

Der Tagungsband 2010 »Salpeter im Haus. Peter Hacks und die Romantik« (Aurora Verlag, Ladenpreis 14,95 €) ist in der Tagungsgebühr ebenso enthalten wie Imbiß nebst Getränken.



Da die Platzkapazität begrenzt ist, bitten wir um Ihre Anmeldung bis zum 31.10.2011.
Sie ist schriftlich, telefonisch oder per E-mail zu richten an:

Peter-Hacks-Gesellschaft e.V.
Frau Jutta Becker
Neue Grünstraße 18
10179 Berlin
Tel. 030-23 80 91 29
E-mail: j.becker@peter-hacks-gesellschaft.de



Die Referate der Tagung werden im Februar 2012 im Aurora Verlag veröffentlicht.

Weitere Informationen zur Anmeldung, das Tagungsprogramm und die ersten Exposés zu den Vorträgen können unter http://www.peter-hacks-gesellschaft.de/tagung.html eingesehen werden.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.peter-hacks-gesellschaft.de/tagung.html
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Anmeldeschluss31.10.2011
Beginn04.11.2011
Ende05.11.2011
PersonName: Jutta Becker 
E-Mail: j.becker@peter-hacks-gesellschaft.de 
KontaktdatenName/Institution: Peter-Hacks-Gesellschaft e.V. 
Strasse/Postfach: Neue Grünstraße 18 
Postleitzahl: 10179 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030-23 80 91 29 
E-Mail: j.becker@peter-hacks-gesellschaft.de 
Internetadresse: http://www.peter-hacks-gesellschaft.de/tagung.html 
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/22472

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