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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Ringvorlesung: Exil – Literatur – Judentum"
RessourcentypVortragsreihen
TitelRingvorlesung: Exil – Literatur – Judentum
BeschreibungRingvorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Wintersemester 2011/12

Exil – Literatur – Judentum

17.10.2011-30.01.2012
montags 18-20 Uhr
Erwin-Panofsky-Hörsaal (C)
Hauptgebäude
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg

Mit der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung stellte sich für viele jüdische Literaten und Intellektuelle die Frage danach, ob eine deutsch-jüdische Symbiose jemals mehr als eine Wunschphantasie gewesen war. Für viele wurden mit der Assimilation an die deutsche Kultur dabei zugleich auch die für die jüdische Moderne prägenden Konzepte von Assimilation und Akkulturation als solche fragwürdig. Wo nicht eine Hinwendung zum Zionismus die Konsequenz war, lässt sich jenseits religiöser Orientierung häufig eine verstärkte Auseinandersetzung mit jüdischen Traditionen von Diaspora und Galut (Exil) beobachten. Gegen die Idee einer nationalstaatlichen Verwurzelung und Identifizierung behauptet diese Tradition Exil nicht als Gegenbegriff zu Heimat, sondern als eine besondere Kondition, in welcher das Ankommen, das Sich-Verorten zugunsten einer Prozessualität und Medialität von Identitätsentwürfen auf Distanz gehalten erscheint (z.B. im emphatischen Bezug auf Buch und Text, Schrift und Schriftauslegung). Bereits 1943 hat Hannah Arendt in einem Essay mit dem Titel Wir Flüchtlinge (We Refugees) darauf hingewiesen, dass der Flüchtlingsstatus und die ungeschützte Situation als Staatenlose im Zeitalter des Totalitarismus und der Massenvertreibungen kein spezifisch jüdisches Problem mehr sei: „Zum ersten Mal gibt es keine separate jüdische Geschichte mehr; sie ist verknüpft mit der Geschichte aller anderen Nationen.“ Am Beginn des 21. Jahrhunderts, in dem die Erfahrung der Vertreibung, Exilierung und der Migrationen von immer mehr Menschen geteilt wird und sich die Frage nach dem Verhältnis von Heimat und Exil auf vielfältige Weise neu stellt, spielt die Auseinandersetzung mit dieser Einsicht ebenso wie mit jüdischer Erfahrung und Tradition des Exils eine wichtige Rolle. Indem die Ringvorlesung „Exil – Literatur – Judentum“ eine Konstellation in den Blick rückt, deren drei Aspekte unterschiedlich akzentuiert und verknüpft werden können, will sie zu einer Auseinandersetzung mit diesen ebenso geschichtsträchtigen wie aktuellen Fragen einladen.

Programm:

17.10.2011
Prof. Dr. Guy Stern, Wayne State University, Detroit
Exil und Wahlheimat

24.10.2011
Prof. Dr. Vivian Liska, Universität Antwerpen
Exil und Exemplarität. Jüdische Wurzellosigkeit als Denkfigur

31.10.2011
PD Dr. Thomas Meyer, LMU München
Exil und Galut. Reflexionen jüdischer Historiker, Philosophen und Theologen (Fritz Yitzhak Baer, Leo Strauss, Alexander Altmann)

07.11.2011
Prof. Dr. Sigrid Weigel, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Per-sonare. Der Sound von Hannah Arendts Denken und Schreiben

14.11.2011
PD Dr. Daniel Weidner, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
„ausschließlich diasporesk“ – Politik und Poetik des Exils bei Hermann Broch

21.11.2011
Prof. Dr. Tom Lewy, Universität Tel Aviv
Die „Jeckes” und das hebräische Theater oder: Gab es ein Exil-Theater in Eretz Israel?

28.11.2011
Prof. Dr. Sidra DeKoven Ezrahi, Hebräische Universität, Jerusalem
The Jewish Aesthetics (and Ethics) of Exile

05.12.2011
Prof. Dr. Marianne Schuller, Universität Hamburg
Dichtung unterwegs ins Exil: Zu Else Lasker-Schüler

12.12.2011
Prof. Dr. Micha Brumlik, Goethe-Universität Frankfurt/Main
„Jüdisch, römisch, deutsch zugleich…“ Karl Wolfskehl, seine Identität und sein Exil

19.12.2011
PD Dr. Kirsten Heinsohn, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg
Die Notwendigkeit der Diaspora. Reflexionen einer deutschen Jüdin im Exil – Eva Reichmann (1897-1998)

09.01.2012
Dr. Christina Pareigis, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin
Doppeltes Exil. Jiddisch schreibende Autorinnen in Amerika am Beispiel der Dichterin Kadya Molodowsky (1894-1975)

16.01.2012
Prof. Dr. Gianluca Solla, Universität Verona
Ernst Kantorowicz in Amerika – Rückblicke auf eine Trümmerlandschaft

23.01.2012
Prof. Dr. Andreas Kilcher, ETH Zürich
Das Volk des Buches. Zur Medientheorie der Diaspora

30.01.2012
Prof. Dr. Yfaat Weiss, Hebräische Universität / Rosenzweig Zentrum, Jerusalem
„Mut zum Profanen“. Lea Goldberg und die exilierte semitische Philologie


Koordination: Prof. Dr. Doerte Bischoff
Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur
Institut für Germanistik II, Universität Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung von der Universität Hamburg und der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung


Kontakt:
Walter A. Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur
Andreas Löhrer (Sekretariat)
Von-Melle-Park 3
Staatsbibliothek Carl von Ossietzky, Altbau, 3. Stock
20146 Hamburg
Telefon: (040) 040/42838-2049
buero.exil@uni-hamburg.de
http://www1.uni-hamburg.de/exillit/neueversion/vorlesungen/ringvorles.pdf


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortUniversität Hamburg
Beginn17.10.2011
Ende31.01.2012
PersonName: Claudia Röser 
Funktion: wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: Claudia.roeser@uni-hamburg,de 
KontaktdatenName/Institution: Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur 
Strasse/Postfach: Von-Melle-Park 3 
Postleitzahl: 20146 
Stadt:  Hamburg 
Telefon: (040) 040/42838-2049 
E-Mail: buero.exil@uni-hamburg.de 
Internetadresse: http://www1.uni-hamburg.de/exillit/neueversion 
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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