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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literaturwissenschaftliches Kolloquium der Universität Duisburg-Essen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelLiteraturwissenschaftliches Kolloquium der Universität Duisburg-Essen
BeschreibungDas Literaturwissenschaftliche Kolloquium ist eine langjährige etablierte Vortragsreihe, in der eine Vielzahl von renommierten Mitgliedern der scientific community und jüngere Nachwuchswissenschaftlerinnen ihre Forschungen zur Diskussion stellen. Es findet semesterbegleitend jeden zweiten Mittwoch zwischen 18-20 Uhr am Campus Essen (R12 S03 H20) statt.

Termine für das Wintersemester 2011/2012


19.10. Prof. Dr. Patricia Plummer (Duisburg-Essen)
"Speaking of Diversity": Perspektiven der Postcolonial Studies

2.11. Dr. Claude Haas (Berlin)
Die Politik der drei Einheiten. Torquato Tasso als 'klassisches' Drama

16.11. Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal (Bielefeld)
Schmarotzer und Nichtsnutze. Rassismus und ‚Zigeuner‘ um 1900

30.11. Dr. Hans-Ulrich Wagner (Hamburg)
Symbiose. Der Rundfunk und der literarische Markt

14.12. Fabian Wolbring (Duisburg-Essen)
Aspekte einer Poetik des Rap

11.1. Prof. Dr. Matiás Martinez (Wuppertal)
Über literarische Gewissheit. Zur Logik inspirierter Autorschaft zwischen faktualer und fiktionaler Rede

1.2. Drehli Robnik (Wien)
Streit, Zeit, Bild: Zur Dissens-Ästhetik in Jacques Rancières Schriften zu Film und Politik

Abstracts:

19.10. Prof. Dr. Patricia Plummer (Duisburg-Essen)
"Speaking of Diversity": Perspektiven der Postcolonial Studies

"Diversity" – kulturelle, ethnische, religiöse und soziale Vielfalt in ihren unterschiedlichen Facetten – ist eine zentrale Herausforderung unserer Zeit. Der Vortrag nimmt das Sprechen und Schreiben über kulturelle Diversität und Alterität in den Blick und zeigt Verbindungslinien zu zwei ausgewählten Forschungsgebieten der Postcolonial Studies auf. Zum einen wird der Bereich der Orientalismusforschung vorgestellt, der in Zeiten des 'arabischen Frühlings' eine ganz eigene Aktualität erhalten hat. Zum anderen geht es um Australienforschung, die sich u.a. mit der indigenen Literatur und Kultur der Aborigines beschäftigt sowie mit Australiens multikultureller Gesellschaft, die neue (trans-) kulturelle Identitäten jenseits der alten kolonialen Machtdiskurse entwirft.

2.11. Dr. Claude Haas (Berlin)
Die Politik der drei Einheiten. Torquato Tasso als 'klassisches' Drama

Ausgehend von einer Vermutung Carl Schmitts untersucht der Vortrag ‚legistische‘ und souveränitätspolitische Implikationen der Einheiten von Ort, Zeit und Handlung in der klassischen Dramenpoetik. Dabei wird die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob und inwiefern die tendenzielle Abhängigkeit einer normativen Dramenform vom absolutistischen Staatsmodell, wie sie sich im Frankreich des 17. Jahrhunderts beobachten lässt, über ihre historische Genese hinaus Gültigkeit beanspruchen kann. Im Mittelpunkt wird Goethes im Revolutionsjahr 1789 fertig gestelltes Stück Torquato Tasso stehen.


16.11. Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal (Bielefeld)
Schmarotzer und Nichtsnutze. Rassismus und ‚Zigeuner‘ um 1900

Auf dem Höhepunkt der Ethnologisierung der ‚Zigeuner‘ in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts schlägt die Ethnisierung dieser Bevölkerungsgruppe in eine Rasseanthropologie um, die ihr Wissen weniger aus der Ethnographie als aus der Kriminalwissenschaft und –biologie bezieht. Dass die Sinti in den Sog des nach 1900 sich ausbreitenden rassistischen Diskurses geraten und zunehmend Opfer biopolitischer Maßnahmen werden, ist in den letzten Jahren von Historikern gut erforscht worden. Kaum beachtet wurden die Besonderheiten und die Rolle der Literatur, in der lange vor dem Nationalsozialismus eliminatorische Phantasien ausgestaltet wurden.

30.11. Dr. Hans-Ulrich Wagner (Hamburg)
Symbiose. Der Rundfunk und der literarische Markt


Gerade auch die Literatur hatte Anteil am Aufbau der Mediengesellschaft, deren Aufbruch im frühen 20. Jahrhundert einsetzte und deren Durchbruch nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte. Im Vortrag werden die Beziehungen des Massenmediums Rundfunk und des literarischen Marktes beleuchtet – systematisch und exemplarisch. Aktuelle medien- und literaturwissenschaftliche Forschungsansätze bilden den Hintergrund für Fallstudien, die keineswegs nur aus der vermeintlich „Blütezeit des Radios“ und der Marktführerschaft der „Gruppe 47“ stammen, sondern auch die gegenwärtige Situation kritisch beleuchten.

14.12. Fabian Wolbring (Duisburg-Essen)
Aspekte einer Poetik des Rap

Mit dem Rap hat sich nicht nur in Deutschland eine ästhetische Sprachpraxis etabliert, die sich als eigenständige Form des Dichtens nach textsortenspezifischen Regeln oder Prinzipien beschreiben lässt. Der Vortrag möchte einige dieser Prinzipien einführend vorstellen. Neben formalästhetischen Kennzeichen, wie der Reim- und Rhythmusbindung der Texte, sollen auch rap-typische Topoi sowie das gängige Autorschaftsmodell skizziert werden. Das Zusammen- und Entgegenwirken dieser Faktoren bedingt viele der Potentiale wie auch der Grenzen des Raps als lyrischer Form.

11.1. Prof. Dr. Matiás Martinez (Wuppertal)
Über literarische Gewissheit. Zur Logik inspirierter Autorschaft zwischen faktualer und fiktionaler Rede

In der literaturwissenschaftlichen Erzähltextanalyse wird die Unterscheidung zwischen faktualen und fiktionalen Texten als eine umfassende Dichotomie verstanden. Die Unterscheidung kann jedoch den Geltungsanspruch inspirierter Rede und damit eine historisch wichtige Form literarischer Autorschaft nicht erfassen: Inspirierte Texte stehen quer zu beiden Kategorien und kombinieren Strukturmerkmale fiktionaler und faktualer Rede. Im Vortrag werden an einigen Beispielen und mit Bezug auf Ludwig Wittgensteins Begriff der Gewissheit Unterschiede zwischen fiktionalen, faktualen und inspirierten Texten diskutiert.

1.2. Drehli Robnik (Wien)
Streit, Zeit, Bild: Zur Dissens-Ästhetik in Jacques Rancières Schriften zu Film und Politik

Dissens, Demokratie als Unterbrechung und "Wort-Ereignis", Streitakt als Identitätsbruch, In-Schwebe-Halten von Tätigkeit und Untätigkeit, Gleichheit als Erscheinen der "Grundlosigkeit" von Konsens- und Polizei-Ordnungen: So lauten einige Begriffe und Denkfiguren aus Jacques Rancières Version einer "postfundamentalistischen" politischen Theorie. Diese Begriffe sind auch in Rancières jüngeren Arbeiten zur Ästhetik der Bildenden Kunst und insbesondere des Films wirksam.Mit Blick auf ausgewählte Filmausschnitte soll zur Diskussion gestellt werden: inwieweit sich mit Rancière politische Dimensionen von Film als Form der Verbildlichung gemeinschaftlicher Erfahrung auf neue (den gegenwärtigen Gouvernementalitäten angemessene) Weise konzipieren und bewerten lassen; welche Spielräume Rancières von vornherein ästhetisch zugeschnittenes Politik- und Demokratieverständnis dabei eröffnet und wo Problemstellen dieses Ansatzes liegen; und schließlich, wie sich – zumal unter der Chiffre des "Dissensuellen", als "Streit-Bild"-Form einer "Aufteilung des Sinnlichen" – (geschichts)politische Spieleinsätze im gegenwärtigen Mainstream-Kino anvisieren lassen, bis hin etwa zu Tarantinos "Inglourious Basterds".


http://www.uni-due.de/literaturwissenschaft/veranstaltungen_kolloquium.shtml

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-due.de/literaturwissenschaft/veranstaltungen_kolloquium...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortUniversität Duisburg-Essen, Campus Essen
Beginn19.10.2011
Ende01.02.2012
PersonName: Prof. Dr. Ursula Renner-Henke 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: ursula.renner@uni-due.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Fakultät für Geisteswissenschaften, Germanistik / Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Universitätsstraße 12 
Postleitzahl: 45117  
Stadt: Essen 
Telefon:  0201/183-3313 
Fax:  0201/183-3816 
E-Mail: monika.eder@uni-due.de 
Internetadresse: renner-henke.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeDramentheorie; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Lyriktheorie; Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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