VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "4. Internationaler Kongress der APEG"
RessourcentypCall for Papers
Titel4. Internationaler Kongress der APEG
Beschreibung*4. Internationaler Kongress der APEG*

*Coimbra, Faculdade de Letras, 28. – 30. Juni 2012*

* *



*Call for papers*



*Thema: Philologie nach der Philologie. Die Germanistik im 21. Jahrhundert*



Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat der epistemologische Rahmen der
Geisteswissenschaften tiefgreifende Änderungen erfahren. Die umfassende
Dynamik dieser Rekonzeptualisierung hatte eine Öffnung zur Folge, die in
entscheidender Weise zur Erweiterung des Wissensgebietes und der
Pluralisierung in Theorie und Methodik sowie zum Entstehen oft unvermuteter
inter- und transdisziplinärer Forschungsmöglichkeiten beigetragen hat. Die
als “Kulturwissenschaft” neugedachte Germanistik war Bestandteil dieser
Dynamik und hat in ihren produktivsten Ausprägungen von den dezentrierenden
Prozessen profitiert, die eine auf Sprach- und Literaturstudien beschränkte
“deutsche Wissenschaft” in ein zunehmend pluralistisches Fach verwandelt
hat, offen für neue Methoden und Gegenstände sowie für einen neuen
komparativen
Untersuchungsrahmen im transnationalen Maßstab. Der Begriff der Philologie
ist somit scheinbar obsolet geworden und steht für ein im Konservativen
verwurzeltes Paradigma, mit veralteten methodologischen Voraussetzungen, das
durch die Enge eines nationalen, wenn nicht nationalistischen Horizonts
begrenzt ist.



Der 4. Internationale Kongress der APEG will einen breiten Rahmen für die
Diskussion über das Potenzial eines durch die beschriebene Dynamik
begrifflich neugestalteten philologischen Paradigmas bieten, offen für eine
Vielzahl von neuen Fragestellungen im Zuge der “Krise” der
Geisteswissenschaften, die jedoch nicht als lähmender Faktor, sondern als
Aufforderung zur autoreflexiven Erneuerung verstanden wird. Edward Saids
Definition der philologischen Haltung – “a detailed, patient scrutiny of and
a lifelong attentiveness to the words and rhetorics by which language is
used by human beings who exist in history” – wäre in diesem Zusammenhang als
Ausgangspunkt für eine Reihe von Fragestellungen denkbar, die die sprach-,
literatur- und kulturwissenchaftliche Forschung um Fragen wie folgende
zusammenbringen könnte: welchen spezifischen Stellenwert haben die
Literaturwissenschaften innerhalb der gegenwärtigen Paradigmata der Geistes-
und Sozialwissenschaften?; ist eine Unterscheidung von Kunst/Literatur und
Kultur sinnvoll?; welchen Stellenwert haben Texte und Textualitäten im
Bereich einer zunehmend performativen kulturellen Dynamik,?; welchen Beitrag
leistet die Germanistik zu einer Definition des Gegenwärtigen?



Die Reflexion ist dahin ausgerichtet, einen Begriff der Philologie der
Zukunft als festen Bestandteil einer globalen Wissensstrategie zu erwägen.
Eine solche Reflexion geht von der Voraussetzung aus, dass das Gedächtnis
der Texte einen grundlegenden Aspekt der Herstellung von Gegenwart als
Kennzeichen der Geisteswissenschaften bildet. Aus dieser Perspektive handelt
es sich um die Analyse oft langwieriger Prozesse, die von der Komplexität
einer dichten Gegenwart und der spezifischen räumlichen und zeitlichen
Gestaltung ausgehen, die diese Komplexität bedingen. Im globalen
Reflexionskontext der Geisteswissenschaften artikuliert sich die Germanistik
somit als Kritik an der Fixierung in einem leeren Heute als grundlegendem
Merkmal der derzeit dominierenden kulturellen Logik und rückt den
Textbegriff in den Mittelpunkt – nicht, um eine mythische Zentralität
wiederzuerlangen, sondern um diesen Begriff als wesentlichen Knotenpunkt
eines Netzes sozialer Bedeutungen zu begreifen, das in einzigartiger Weise
auf alle wesentlichen Fragen zur Beziehung zwischen Subjekt, Sprache und
Welt verweist.



Wir laden alle Interessent/innen, Mitglieder der APEG und verwandter
Verbände sowie Forscher im Bereich der germanistischen Studien zur Teilnahme
am internationalen Kongress ein, mit Beiträgen, die sich in weitem Sinn in
das allgemeine Kongressthema eingliedern. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit
erheben zu wollen, halten wir folgende Themen für denkbar:



- Philologie und kritischer Humanismus

- Neue Blicke auf die Geschichte des Fachs

- Literatur und Wissen

- Das Gedächtnis der Texte

- Digitale Philologien

- Philologie, Transkulturalität und Komparatismus

- Philologie und Übersetzung

- Gender und Philologie

- Kritische Wieder-Lektüren

- Linguistik und Erneuerung der Philologie

- Materialitäten der Literatur

- Textualität und Vermittlung

- Philologie und Cyberliteratur

- Postkoloniale Philologien

- Philologie und Kinder- und Jugendliteratur





Arbeitssprachen sind Portugiesisch und Deutsch. Aufgrund des internationalen
Charakters des Kongresses möchten wir zu Beiträgen in deutscher Sprache
anregen.

Die Vorschläge sollten bis *30. Dezember 2011* als Word-Dokument mit max.
750 Zeichen samt einer kurzen biographischen Angabe an folgende Adresse
gesendet werden: *apeg.tagung.2012@fl.uc.pt*.eingehen. Die maximale
Vortragsdauer beträgt 20 Minuten.

Die eingegangenen Vorschläge werden nach ihrer thematischen Relevanz und
wissenschaftlichen Qualität beurteilt und die Entscheidung den Betreffenden
bis *31. Januar 2012* mitgeteilt.

Es ist keine Veröffentlichung der Kongressakten vorgesehen. Das
Organisations­kommittee kann jedoch die Veröffentlichung eines oder mehrerer
Bände mit ausgewählten Texten in Betracht ziehen.



Fristen und Anmeldungsgebühr:



Mitglieder der APEG: 25 Euro (bis 31. März 2012)

40 Euro (nach dem 31. März 2012)

Nichtmitglieder: 50 Euro (bis 31. März 2012)

70 Euro (nach dem 31. März 2012)





Wissenschaftliches Komitee: António Sousa Ribeiro, Catarina Martins,
Fernanda Mota Alves, Isabel Capeloa Gil, Júlia Garraio, Maria Francisca
Athayde, Maria Teresa Cortez, Mário Matos, Rogério Madeira.



Organisationskomitee: António Sousa Ribeiro, Catarina Martins, Júlia
Garraio, Maria Francisca Athayde, Maria Teresa Cortez, Rogério Madeira.



APEG
Associação Portuguesa de Estudos Germanísticos
Portugiesischer Germanistenverband
Instituto de Estudos Alemães
Faculdade de Letras
Universidade de Coimbra
P - 3004-530 Coimbra
Portugal
www.germanistik-portugal.org
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortCoimbra
Bewerbungsschluss30.12.2012
Beginn28.06.2012
Ende30.06.2012
LandPortugal
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/21879

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 30.09.2011 | Impressum | Intern