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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Schreiben nach Kleist. Literarische, mediale und theoretische Transkriptionen"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSchreiben nach Kleist. Literarische, mediale und theoretische Transkriptionen
BeschreibungSchreiben nach Kleist. Literarische, mediale und theoretische Transkriptionen
Internationale Tagung an der Universität Bonn
20.-22. Oktober 2011

Die Tagung fragt aus Anlass der 200. Wiederkehr von Kleists Todestag nach seiner Lebendigkeit, nach Kleist als „Untotem“, der in Literatur und Kunst, aber auch der Theorie auf verschiedene Weise fortlebt und bis heute für Unruhe sorgt. Diese Unruhe gilt es näher zu bestimmen und produktiv zu machen. Was reizt an Kleists Schreiben, worin liegt seine Herausforderung, wie leben die Texte in der Literatur selbst weiter?
Wenn Kleist in der Literatur der (Post-)Moderne als ein Untoter fortwirkt, wenn er ihre Texte eher wie etwas Unbewältigtes oder Unerledigtes heimsucht, anstatt als fraglos akzeptiertes Vorbild zu fungieren, dann lässt sich sein ‚Nachleben’ nicht allein durch konventionelle Rezeptionsstudien erfassen. Die Tagung fragt daher nicht (nur) nach philologisch belegbaren Rezeptionsakten, sondern auch nach verdeckten und unbewussten Bezugnahmen auf das Kleistsche Œuvre, nach strukturellen und stilistischen Affinitäten. Sie begreift „Schreiben nach Kleist“ in einem umfassenden Sinne als explizite oder implizite Auseinandersetzung mit der écriture des preußischen Dichters, durchaus auch als einen agonalen Prozess: Da die Gewalt, die Kleist immer wieder in seinen Texten thematisiert, sich zugleich auch in seiner Schreibweise geltend macht, wird sein literarisches Erbe häufig als Zumutung, ja als ein Affront wahrgenommen, der heftige, wenngleich nicht immer direkt als solche erkennbare Gegenreaktionen provoziert. Das moderne Schreiben nach Kleist realisiert sich in den seltensten Fällen als unzweideutige Adaptation von Schreibmustern, es stellt vielmehr eine widersprüchliche Verbindung von mimetischer Angleichung und Abwehr dar.

PROGRAMM

DONNERSTAG, 20. OKTOBER

14.15 h Eröffnung der Tagung durch den Rektor der Universität Bonn,
Herrn Prof. Dr. Jürgen Fohrmann

14.45 h Birgit Nübel (Universität Hannover): Robert Musil und Heinrich von Kleist oder die Grazie unendlicher Reflexion

15.30 h Friederike Reents (Universität Heidelberg): Hinter Glas: Musils „Kant-Krise“ im Törleß

– Pause –

16.45 h Markus Lorenz (Universität Bonn): Der einsame Gott und sein Ebenbild. Kleists Amphitryon und Thomas Manns schreibende „Gotteslust“

17.30 h Adam Soboczynski (Die Zeit, Berlin): Brecht/Kleist/Gracián

20.15 h Abendvortrag: Bernhard Greiner (Universität Tübingen): „Ein Staunen faßt mich über das andere.” Kleists und Kafkas Musikerzählungen

Ab 21.00 h Empfang



FREITAG, 21. OKTOBER

9.15 h Anna-Lena Scholz (FU Berlin): Kleist/Kafka/Deleuze

10.00 h Lars Meier (Universität Bonn): „Von der gebrechlichen Einrichtung der Welt” – Herta Müllers Rede zur Verleihung des Kleist-Preises als Grundlage ihrer Poetik

– Pause –

11.15 h Daniela Frickel (Universität Bochum): „Heldenseelen“: Penthesilea, Medea und Niemands Frau – Geschlechterdiskurse in mythologischen Räumen

12.00 h Simon Aeberhard (Universität Basel): Theater am Nullpunkt. Penthesileas performativer Selbstmord bei Kleist und Jelinek

– Mittagspause –

14.30 h Dorothea von Mücke (Columbia University): Pullman/Marionettentheater/Adoleszenz

15.15 h Silke Schuck (Universität Frankfurt): Stellas Kleist. Literatur als Skulptur?

– Pause –

16.30 h Dirk Oschmann (Universität Leipzig): Gewalt und Gattung. Poesien der Syntax bei Kleist und Thomas Bernhard

17.15 h Rolf-Peter Janz (FU Berlin): Kleists Experimente mit Ausnahmezuständen

20.15 h Heiner-Müller-Abend: Kurzvorträge und Diskussion mit Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung), Alexander Weigel (Berlin), Norbert Eke (Universität Paderborn), Peter Philipp Riedl (Universität Freiburg)



SAMSTAG, 22. OKTOBER

9.15 h Mary Hellen Duprée (Georgetown University): Kleist in Irland: Zur Kleist-Rezeption im Werk John Banvilles

10.00 h Bernd Fischer (Ohio State University): Was bewegt Kohlhaas? H. v. Kleist und E. L. Doctorow

10.45 h Michael Wetzel (Universität Bonn): Kleist goes to Tokyo. Das Motiv der Marionette in Manga und Anime (mit besonderem Schwerpunkt auf „Ghost in the Shell“)

– Kurze Mittagspause –

12.15 h Britta Herrmann (Universität München): Bilder machen. Kleists Schreibstrategien und das Problem ihrer filmischen Adaption

13.00 h Joachim Harst (Universität Bonn): David Objekte des Begehrens. Gegenständliches Erzählen (Kleist/Lynch)


Ca. 14.00 h Ende der Tagung

Tagungsleitung:
Prof. Dr. Anne Fleig
Prof. Dr. Christian Moser
Prof. Dr. Helmut J. Schneider

Kontakt:
Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn
Abt. für Vergleichende Literaturwissenschaft
Tagung: Schreiben nach Kleist
Am Hof 1d
53111 Bonn
Tel.: +49-(0)228-737767
Fax: +49-(0)228-733988
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBonn
Beginn20.10.2011
Ende22.10.2011
PersonName: Fleig, Anne Prof. Dr. 
Funktion: Tagungsleitung 
E-Mail: annefleig@zedat.fu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für deutsche und niederländische Philologie, FU Berlin 
Strasse/Postfach: Habelschwerdter Allee 45 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030 838 54438 
Fax: 030 838 56749 
E-Mail: mehls@zedat.fu-berlin.de (Renate Mehls, Sekretariat) 
Ediert von  H-Germanistik
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