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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Hans Werner Richter Literaturtage 2011 - "Bestandsaufnahme: Deutsch-Deutsche Literatur zwischen Mauerbau und Prager Frühling (1961-1968)""
RessourcentypCall for Papers
TitelHans Werner Richter Literaturtage 2011 - "Bestandsaufnahme: Deutsch-Deutsche Literatur zwischen Mauerbau und Prager Frühling (1961-1968)"
BeschreibungHans Werner Richter Literaturtage 2011 - "Bestandsaufnahme: Deutsch-Deutsche Literatur zwischen Mauerbau und Prager Frühling (1961-1968)"

10. bis 12. November 2011 in Bansin/ Insel Usedom

Call For Papers:

Die Zeit nach der „Bestandsaufnahme“ lässt sich zugleich als Hochphase und Zerfallsprozess der „Gruppe 47“ beschreiben. Einerseits festigt sich das kulturelle Renommee der „Gruppe 47“ mit den beiden Tagungen im schwedischen Sigunta (1964) und in Princeton (1966) auch außerhalb des deutschen Sprachraums. Andererseits markiert gerade die Tagung in Princeton die zunehmende Kluft zwischen den arrivierten Autoren und vor allem der letzten Generation der „Gruppe 47“. Während etwa Hans Werner Richter oder Günter Eich aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus an einer programmatischen Trennung von Literatur und Politik festhielten, traten Hans Magnus Enzensberger und andere jüngere Autoren, die in der Adenauerzeit aufgewachsen waren und im Umfeld der entstehenden Studentenbewegung sozialisiert wurden, für eine Politisierung der Literatur ein. In diesem Zusammenhang entstand mit Enzensbergers Kursbuch ein über zwei Jahrzehnte richtungsweisende kulturpolitisches Publikationsorgan, in dem neue literarische Ausdrucksformen erprobt und mit literarischen Mitteln in tagespolitische Problemfelder eingegriffen wurde.

Die deutsche Literatur in Ost und West wandte sich in zunehmendem Maße nicht nur den politischen Auseinandersetzungen der Zeit zu, sie entdeckte auch neue Sujets. In der DDR zeitigte der „Bitterfelder Weg“ trotz Vorbehalten von Autoren gegen diese kulturpolitische Orientierung erste ‚Ergebnisse’. Mit Brigitte Reimanns „Ankunft im Alltag“ (1961) war der vereinfachende Begriff für eine neue Art der Auseinandersetzung mit und in der DDR-Realität nach dem Mauerbau vom 13. August 1961 gefunden. Christa Wolfs „Der geteilte Himmel“ (1963), Erwin Strittmatters „Ole Bienkopp“ (1963), aber auch Erik Neutschs „Die Spur der Steine“ (1964) und Hermann Kants „Die Aula“ (1965) machten neue soziale Erfahrungen in der DDR zum Gegenstand von literarischer Darstellung und lösten eine heftige Debatte aus. Zeitgleich suchten die sogenannten „Wandlungsepen“ erneut den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges auf die Spur zu kommen. In der Bundesrepublik begann die „Gruppe 61“ um Max von der Grün ebenfalls die Arbeitswelt im westdeutschen Industrie- und Bergbaurevier als Gegenstand literarischer Verarbeitung zu entdecken. Eng damit zusammen hängt die Erprobung dokumentarliterarischer Formen, wie sie etwa Günter Wallraff mit seinen Industriereportagen vorlegte. Das eigentliche Feld der Dokumentarliteratur der 1960er Jahre stellte allerdings die jüngste deutsche Vergangenheit dar. Die Montagearbeiten Alexander Kluges im epischen Bereich, vor allem aber das Dokumentartheater von Rolf Hochhuth, Heinar Kipphardt und Peter Weiss lieferten eine breitenwirksame Plattform, auf der nun auch von künstlerischer Seite die beginnende öffentliche Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust vorangetrieben wurde.
Ausgehend von der skizzierten Situation soll es auf dem Kolloquium um Entwicklungen in der deutschen Literatur nach 1961 gehen. Neben den genannten Problemfeldern kann es dabei u.a. um folgende Fragen gehen:

➢ Positionen von Autoren zum Mauerbau 1961 und Folgen für das ästhetische Selbstverständnis.
➢ Der „Bitterfelder Weg“ – eine Sackgasse oder eine Neuorientierung auf das „Forschungsfeld Realismus“?
➢ Poetische Absetzbewegungen der letzten Generation der Gruppe 47 (Peter Handke, Nicolas Born, Hans Christoph Buch, Hermann Peter Piwitt).
➢ Rezeption der amerikanischen Beat-Literatur in der Bundesrepublik und ihre Folgen.
➢ Das 11.Plenum des ZK der SED 1965 und seine Folgen.
➢ Ansprüche und Texte einer jungen Autorengeneration in der DDR.
➢ Für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz – Prag 1968 und die DDR-Autoren.

Grundsätzlich ist die Tagung als Ausgangspunkt für eine gründliche Diskussion der Entwicklungen der deutschen Literatur der 1960er Jahre auch in den folgenden Jahren angelegt.

Weitere Konkretisierungen und Präzisierungen durch die Referenten/innen sind innerhalb des vorgegebenen Themenrahmens ausdrücklich erwünscht.


Die 4. Hans Werner Richter Tage 2011 werden ausgerichtet vom
Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen/Arbeitsbereich Literatur (Prof. Dr. Carsten Gansel) und dem
Eigenbetrieb Kaiserbäder Insel Usedom
in Verbindung mit der
Mecklenburgischen Literaturgesellschaft und dem
Zentrum für deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien (ZGM) der Universität Zielona Góra (Polen)


Bei Interesse bitten wir um Rückmeldung mit einem konkreten Themenangebot bis zum 31. September 2011 an folgende Adresse:

Norman Ächtler
Justus-Liebig-Universität Gießen
FB 05 Sprache, Literatur, Kultur
Institut für Germanistik
Otto-Behaghel-Str. 10b
35394 Gießen
Norman.Aechtler@germanistik.uni-giessen.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/glm/for...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBansin/ Insel Usedom
Bewerbungsschluss01.10.2011
Beginn10.11.2011
Ende12.11.2011
PersonName: Prof. Dr. Carsten Gansel 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: carsten.gansel@germanistik.uni-giessen.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Carsten/ Justus-Liebig-Universität Gießen 
Strasse/Postfach: Otto-Behaghel-Str. 10B 
Postleitzahl: 35394 
Stadt: Gießen 
Telefon: 0641-9929121 
Fax: 0641-9929129 
E-Mail: carsten.gansel@germanistik.uni-giessen.de 
Internetadresse: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/glm 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz
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