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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Auf unsicherem Terrain. Briefeschreiben im Exil"
RessourcentypCall for Papers
TitelAuf unsicherem Terrain. Briefeschreiben im Exil
BeschreibungCall for Papers
Die Arbeitsgemeinschaft „Frauen im Exil“ in der Gesellschaft für Exilforschung e.V. plant, ihre 22. interdisziplinäre, internationale Tagung in Kooperation mit der Georg-von-Vollmar-Akademie e.V. Schloss Aspenstein in Kochel am See vom 26.-28. Oktober 2012 zu veranstalten zum Thema:

Auf unsicherem Terrain. Briefeschreiben im Exil

Die Grenze zur Rettung, in die Freiheit ist überschritten. Man ist angekommen in der Fremde, auf unsicherem Terrain. Wie wird es weitergehen? Wovon leben, wo wohnen, wie arbeiten, wie sich verständigen, wie fertig werden mit der Trennung und mit der Angst um die Zurückgelassenen, mit der Einsamkeit, wie sich wehren gegen das Unrecht zuhause, wie die Verbrechen in Deutschland aufhalten?
Das Verhältnis zur ‚Heimat’, zur politischen Position und zum Jüdischsein, zur Muttersprache, zum Schreiben, zum Leben, zur Partnerschaft gerät ins Wanken. Das Selbstverständnis der Emigrierten ist in Frage gestellt und muss neu definiert oder mindestens reflektiert werden.
Wie Frauen und Männer die Emigration und sich in der Emigration erfahren, darüber geben Briefe am unmittelbarsten Auskunft.
Briefeschreiben ist (fast) die einzige Kommunikationsmöglichkeit mit der Familie, mit Eltern, Geschwistern, Kindern, mit Geliebten und Vertrauten, mit Gesinnungsgenossen, Arbeitskollegen in der zurückgelassenen Heimat.
Der Brief ist in der Regel nicht zur Veröffentlichung bestimmt, er ist ein Unikat, und er ist (fast) die einzige materiale Verbindung. Der/ die Schreibende weiß, auch der/die Empfangende wird ihn berühren, in Händen halten. Insofern ist der Privatbrief von großer Intimität. Und er ist im Gegensatz zu allen anderen literarischen Genres an eine bestimmte Person gerichtet, sie bestimmt wesentlich Ton, Stil und Inhalt mit.
Gegenstand der Tagung werden Lektüren, Überlegungen und Analysen zu Briefen und Briefwechseln im und aus dem Exil sein, stets unter geschlechtsspezifischen Aspekten, wobei nicht so sehr prominente Korrespondenzen als vielmehr bislang unbeachtete Briefe im Mittelpunkt stehen sollen.
Die Vorträge können sich beschäftigen
- mit der Frage nach der Briefgattung als einem möglicherweise spezifisch weiblichen Genre
- mit dem Problem der Zensur und dem Brief als Kassiber
- mit Spontaneität versus Kalkül
- mit Wahrheit versus Schonung des/der Adressaten/in
- mit geschlechtsspezifischen Aspekten der Erzählungen von Alltagserfahrungen
- mit dem genderspezifischen Umgang mit Gefühlen (Angst, Trennungsschmerz, Einsamkeit, Nutzlosigkeit, Gescheitertsein)
- mit dem Glück des Davongekommenseins versus der Ohnmacht und dem Schuldgefühl gegenüber den Zurückgelassenen
- mit der Überprüfung politischer Haltungen
- mit Reflexen auf das verbrecherische Geschehen in Deutschland
- mit Akkulturationserfahrungen und -schwierigkeiten
- mit der Selbstvergewisserung durch Schreiben
- mit dem Exil als Bewährungs- oder Zerreißprobe für die Partnerschaften
- mit geschlechtsspezifischen Aspekten der Praxis von Veröffentlichung und Archivierung von Exilkorrespondenzen
- mit geschlechtsspezifischen Aspekten der Nutzung von Korrespondenzen als Quelle für die Exilforschung

Vortragsangebote mit einem kurzen Exposé bitte bis zum 1. November 2011 an:
Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg
Birkenweg 15
D-27356 Rotenburg
e-mail: hansen.schaberg@t-online.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKochel am See
Bewerbungsschluss01.11.2011
Beginn26.10.2012
Ende28.10.2012
PersonName: Dr. Hiltrud Häntzschel 
Funktion: Mitverantalterin 
E-Mail: hiltrudhaentzschel@web.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr Inge Hansen-Schaberg 
Strasse/Postfach: Birkenweg 15 
Postleitzahl: 27356  
Stadt: Rotenburg 
Telefon: 0426197/1574 
E-Mail: hansen.schaberg@t-online.de 
SchlüsselbegriffeGenderforschung; Literatur 1880 - 1945; Literaturtheorie: Themen
Ediert von  H-Germanistik
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