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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Recht und Moral. Mediale Konstellationen gesellschaftlicher Selbstverständigung über ‚Verbrechen‘ vom 17. bis zum 21. Jahrhundert"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelRecht und Moral. Mediale Konstellationen gesellschaftlicher Selbstverständigung über ‚Verbrechen‘ vom 17. bis zum 21. Jahrhundert
BeschreibungDie interdisziplinär ausgerichtete Tagung will mediale Konstellationen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart exemplarisch beleuchten, in denen die konkurrierenden Deutungs‐ und Geltungsansprüche von ‚Recht‘ und ‚Moral‘ gegenüber ‚Verbrechen‘ langfristig verhandelt werden. Dabei wird zu diskutieren und zu klären sein, unter welchen historischen – gesellschaftlichen, politischen und medialen – Bedingungen auf welche Weise jeweils harmonische, kompensatorische oder hierarchische und konfliktreiche Beziehungen von ‚Recht‘ und ‚Moral‘ diskursiviert und gesellschaftlich kommuniziert werden. Zu fragen wird insbesondere sein, in welchen Phasen und in welchen Medien ‚Recht‘ moralisiert oder ‚Moral‘ verrechtlicht und wie das Verhältnis von ‚Recht‘ und ‚Gerechtigkeit‘, ‚Übertretung/Strafe‘ und ‚Schuld/Sühne‘ sowie von Fremdkontrolle (Justiz) und Selbstkontrolle (Gewissen) definiert wird. Dabei soll insbesondere auch der Frage nachgegangen werden, welcher Status den je medienspezifischen Konstruktionen von ‚Verbrechen‘ selbst als Erfolgsmedium gesellschaftlicher Kommunikation über ‚Recht‘ und ‚Moral‘ zukommt.

Wie ein Blick auf den sozial‐ und diskursgeschichtlichen und insbesondere auch auf den heterogenen literaturwissenschaftlichen Forschungsstand zeigt, betritt die Tagung damit ein Terrain, das bislang weder systematisch noch in historischer Langzeitperspektive erschlossen worden ist. Es sind insofern Erträge zu erwarten, die weit über literatur‐ und medienwissenschaftliche Desiderate (etwa der Kriminalliteraturforschung) hinausgehen.

The interdisciplinary conference attempts to shed light on exemplary media constellations from the early modern period to the present. It will concentrate on competing interpretations and assessments of ‘legality’ and ‘morality’ in regard to ‘crime’ and ‘justice’. It will be necessary to discuss and clarify the historical – social, political, and media – conditions under which harmonious, compensatory, or conflicting hierarchical relationships of law, justice and morality are negotiated and/or established. Special regard will be paid to historical phases in which media (literature, film, etc.) moralize the law or in which morality is shown to be transposed into the law. The discursively established definitions of and relationships between crime and justice, law and equity shall be reconstructed as well as forms of external control (by the law and its institutions) and self‐control (conscience). Discussions will also refer to the conditions under which crime itself assumes the status of a medium for the social construction and communication of legality and morality.

As a look at past research on social, discursive and especially literary history of the topic reveals, the conference aims to enter an underdeveloped area of research with a long‐term perspective. It is expected that it will yield results that have implications well beyond the narrower field of crime fiction.

PROGRAMM

Mittwoch, 19. Oktober

14.00-14.45: Hans-Edwin Friedrich / Joachim Linder / Claus-Michael Ort:

Begrüßung und Einführung:

Medialisierung von Recht und Moral: Systematische und historische Fragestellungen der Tagung


14.45-15.30: Johanna Bergann (Recht und Medien): Recht, Moral, Medien


Kaffeepause


Sektion 1: Ausdifferenzierung von Recht und Moral – Konstellationen der Frühen Neuzeit und des Übergangs zur Moderne

Moderation/Kommentar: Hans-Edwin Friedrich


16.00-16.45: Hania Siebenpfeiffer (Literaturgeschichte): Der Fall Brinvilliers, ca. 1650 ff.


16.45-17.30: Thomas Weitin (Literaturgeschichte): Nickel List, ca. 1660 ff.


17.30-18.15: Holger Dainat (Literaturgeschichte): Relationes Curiosae oder Merkwürdige Seltsamkeiten. Frühe Kriminal­geschichten aus Hamburg, um 1700


18.15-18.30: Zusammenfassung der Diskussion, weiterführende Perspektiven


Abendessen

Donnerstag, 20. Oktober


Sektion 2: Ausdifferenzierung der Systeme, konkurrierende Deutungen – Recht, Moral, Politik am Beginn des 19. Jahrhunderts

Moderation/Kommentar: Jörg Schönert


09.00-09.45: Michael Niehaus (Literatur- und Diskursgeschichte): Zum Verhältnis von Recht und Moral bei der Zuschreibung von Zurechnungsfähigkeit


09.45-10.30: John McCarthy (Literaturgeschichte): “Man kann hier nicht halbieren.” Die Überein­stimmung von Politik und Moral im 18. Jahrhundert und heute


Kaffeepause


10.45-11.30:Karl Härter (Rechtsgeschichte): Recht und Moral am Beispiel der medialen Repräsentation des politischen Verbrechers in populären Medien des 18. und 19. Jahrhunderts


11.30-12.15:Marianne Willems (Literaturgeschichte): Zum Verhältnis von Kriminalität und Moral in der Erzählprosa um 1800


12.15-12.30:Zusammenfassung der Diskussion, weiterführende Perspektiven


Mittagessen


Sektion 3: Konkurrenz der Deutungen und der Wissensproduktionen: Literatur und Kriminologie im 19. Jahrhundert

Moderation/Kommentar: Claus-Michael Ort


14.30-15.15: Sebastian Bernhardt (Literaturgeschichte): ‚Tötung auf Verlangen‘ in der Literatur nach 1850


15.15-16.00: Peter Becker (Kriminologiegeschichte): Recht und Moral im Lichte neurowissenschaftlicher Diskussionen (19. Jh. und Gegenwart)


Kaffeepause


16.15-17.00: Ulrike Zeuch (Literaturgeschichte): Zur Aktualität des Falls Moosbrugger


17.00-17.45: Christian Bachhiesl (Kriminologiegeschichte): Über die Verwandlung von Werten in Wissen. Ethik und Episteme in der Kriminalwissenschaft um 1900


17.45-18.30: Herbert Reinke (Soziologie, Kriminologie): Wohlstandskriminalität. Moral Panics in den 1950er Jahren


18.30-18.45: Zusammenfassung der Diskussion, weiterführende Perspektiven


Abendessen

Freitag, 21. Oktober


Sektion 4: Konkurrenzen im Literatursystem: Ausdifferenzierung der Genreliteratur, Medienwandel – 1850-1950

Moderation/Kommentar: Daniel Siemens


09.00-09.45: Fotis Jannidis (Literaturgeschichte): Otto Ludwig: Zwischen Himmel und Erde


09.45-10.30: Simone Winko (Literaturgeschichte): Verbrechen, Wertung, Texte – 1850-1880



Kaffeepause


10.45-11.30: Carsten Würmann (Literaturgeschichte, Genregeschichte): Kriminalroman im ‚Dritten Reich‘


11.30-12.15: Nele Hoffmann (Literaturgeschichte, Genregeschichte): Kriminalroman der Gegenwart


13.00-13.15: Zusammenfassung der Diskussion, weiterführende Perspektiven


Mittagessen


Sektion 5: Internationalisierung der Genreliteratur, Re-Visualisierung und die Ausdehnung der ‚Sinnprovinz Kriminalität‘: Verbrechen als Erfolgsmedium

Moderation/Kommentar: Friedrich Vollhardt


14.30-15.15: Todd Herzog (Geschichte, Mediengeschichte): German Noir: Deutsche Detektive und deutsche Verbrecher im englischsprachigen Kriminalroman


15.15-16.00: Alexander Košenina (Literaturgeschichte): Einzelvoten: Eine Kriminalanekdote Kleists und eine Erzählung v. Schirachs


Kaffeepause


16.15-17.00: Nicolas Pethes (Literatur- und Mediengeschichte): Zur TV-Serie Dexter


17.00-17.45: Greta Olson (Anglistik, Law and Literature): The Effect of American Law Shows on German Notions of Law and Morality


17.45-18.30: Christian Wickert (Kriminologie): Moralvorstellungen im Fernsehkrimi: der CSI-Effekt



18.30-18.45: Zusammenfassung der Diskussion, weiterführende Perspektiven



Abendessen

Samstag, 22. Oktober


Sektion 6: Medialität und Serialität

Moderation/Kommentar: Stefan Andriopoulos



09.00-09.45: Thomas Kailer: (Geschichte): "Ein gesundes Untier ...". Die rechtliche und mediale Konstruktion von Schuldfähigkeit in Serienmord-Prozessen im 20. Jahrhundert



09.45-10.30: Stefan Höltgen (Filmwissenschaft): Computer als (Serien-)Mordwaffe im Film der Gegenwart



Kaffeepause



Sektion 7: Zusammenfassende Perspektiven und Schlussdiskussion


10.45-11.30: Reinhard Merkel (Rechtswissenschaft): Strafrechtliche und rechtsphilosophische Aspekte



11.30-12.15: Lutz Danneberg (Literaturwissenschaft): Thema wird noch bekannt gegeben



Kaffeepause/Imbiss



13.00-14.00: Abschlussdiskussion:

Schlusswort(e) der Organisatoren und der Respondenten: Zusammenfassung und erste Auswertung



Weitere Informationen (Tagungsprogramm, Teilnehmerliste, vorbereitenden Papiere) finden sich auf der Website der Tagung: www.rechtundmoral.de.

Veranstalter/Organisation: Prof. Dr. Hans-Edwin Friedrich (Universität Kiel), Dr. Joachim Linder (München), Prof. Dr. Claus-Michael Ort (Universität Kiel)
Die Tagung wird von der Volkswagen-Stiftung gefördert.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.rechtundmoral.de
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortInstitut für Neuere Deutsche Literatur und Medien, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Beginn19.10.2011
Ende22.10.2011
PersonName: Prof.. Dr. Claus--Michael Ort 
E-Mail: cort@litwiss-ndl.uni-kiel.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 
Strasse/Postfach: Leibnizstraße 8 
Postleitzahl: 24118  
Stadt: Kiel 
E-Mail: cort@litwiss-ndl.uni-kiel.de 
Internetadresse: www.rechtundmoral.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortDiskursgeschichichte, Mediengeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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