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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wissensräume: Bibliotheken in der Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelWissensräume: Bibliotheken in der Literatur
BeschreibungCALL FOR PAPERS:

Wissensräume: Bibliotheken in der Literatur (Sammelband)

Einsendeschluss für die Beitragsvorschläge: 15. Oktober 2011

Bibliotheken gelten als Zentren der Wissensverbreitung oder
Wissensvereitlung, sind Symbole unserer Kultur und zugleich Orte mit
geheimnisvoller Ausstrahlung: Diese Kathedralen des Geistes und Speicher
kollektiven Wissens umweht ein Hauch sakraler Feierlichkeit oder auch
Unheimlichkeit. Allerdings sind die vielfältigen Aufgaben einer Bibliothek
mit der Ordnung, Systematisierung und Aufbewahrung von Wissen nur kurz
skizziert. In der Literatur bietet die Gelehrsamkeit der fiktionalen
Bibliothek vor allem den Weltfremden, Außenseitern und Heimatlosen eine
Zuflucht, die sich hier der eigenen Phantasie und Einsamkeit hingeben oder
ihrer Identität versichern. Zugleich begegnet uns die Bibliothek als
Spiegel konkreter Machtgefüge zwischen Bibliothekaren, Lesern und
Besuchern. So lassen sich gerade literarische Bibliotheken nicht allein
als architektonische Kunstwerke zur Bewahrung von Wissen, sondern
vorwiegend als Wissenskatalysator, Imaginationsraum und Sozialbiotop
lesen.

Der besondere Ort der Bibliothek zieht in der Weltliteratur nicht nur
Leser wie Nichtleser, Charmeure und Müßiggänger bis hin zu einsamen
Gelehrten oder armen Intellektuellen an, er verkörpert mit seinen
divergierenden Systematisierungs- und Ordnungsprinzipien ganz verschiedene
Bildungsideale, Machtstrategien und Weltentwürfe. Die literarischen
Bibliotheken in den Texten von Jonathan Swift, Jorge Luis Borges, Umberto
Eco, Antal Szerb, Robert Musil, Benoît Peeters, W.G. Sebald, Elias
Canetti, Richard Brautigan, Paul Auster und anderen Autoren vermitteln zum
einen konkrete Wissenskonzepte in ihren speziellen Topographien und
zeichnen zum anderen ein gesellschaftskritisches Bild durch ihre besondere
Inszenierung der Bibliotheken als Fluchtorte und ambivalente Gegenentwürfe
zur Außenwelt.
Aktuell wird durch die fortschreitende Digitalisierung der Medien die
Zukunft traditioneller Bibliotheken fraglich, das Buch selbst gerät in den
Strudel struktureller Veränderungen und wird zunehmend durch elektronische
Textformate ersetzt. Wie reflektiert die zeitgenössische Literatur diesen
digitalen Wandel, und wie verändern sich in seiner Folge die literarische
Darstellung der Bibliothek und das durch sie repräsentierte Wissen?

Für den Sammelband können Exposés zu folgenden Schwerpunkten eingereicht
werden, wobei weitere relevante Themenvorschläge natürlich willkommen
sind:
1. Die Bibliothek als Machtfaktor
2. Topographien des Wissens
3. Funktionen und Ordnung - Bibliothek als ambivalente Wissensordnung
4. Bibliothek als Utopie, Heterotopie oder Gegenwelt
5. Die Bibliothek als Imaginationsraum literarischer Figuren
6. Sonderformen und Wandlungen literarischer Bibliotheken
Auf diese Schwerpunkte aber auch darüber hinausgehende Fragen möchte der
Sammelband Antworten geben.

Vorschläge für Beiträge werden bis zum 15. Oktober 2011 per E-Mail erbeten
(Abstract ca. 500 Wörter), kurze bio-bibliographische Angaben bitte
extra).

Abgabetermin für die vollständigen Beiträge (6.000 bis 8.000 Wörter) ist
der 29. Februar 2012. Der Sammelband wird im Wissenschaftsverlag Ripperger
& Kremers im Sommer 2012 erscheinen.

Vorschläge und Beiträge werden erbeten an:

Dr. Mirko Gemmel
mirko.gemmel@hu-berlin.de

Dr. Margrit Vogt
margrit.vogt@hu-berlin.de



Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss15.10.2011
PersonName: Mirko Gemmel 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: mirko.gemmel@hu-berlin.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/21146

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