VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wissenspopularisierung im medialen Wandel seit 1850"
RessourcentypCall for Papers
TitelWissenspopularisierung im medialen Wandel seit 1850
BeschreibungCall for papers:

Wissenspopularisierung im medialen Wandel seit 1850

Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin 23.11.2007-24.11.2007, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin, Schützenstr. 18, 10117 Berlin
Deadline: 15.07.2007

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Popularisierungsprozessen hat in den letzten Jahren eine spürbare Intensivierung und Ausdifferenzierung erfahren. Frühere Beschreibungsmodelle, die Wissenspopularisierung als mehr oder weniger hierarchisch organisierten und einseitig ausgerichteten Transfer zwischen Experten und Laien definierten, treten zunehmend hinter Konzepte zurück, die Rückkopplungsprozesse zwischen Wissensproduzenten, Kommunikatoren und Öffentlichkeit betonen. Sie legen einen neuen Begriff von Popularisierung zugrunde, der nicht mehr ausschließlich die allgemeinverständliche und publikumswirksame Verbreitung (natur)wissenschaftlichen Wissens in den Blick nimmt, sondern kultur- und alltagsgeschichtliche, religiöse und andere identitätsstiftende Voraussetzungen als Bedingungen der Rezeption und zugleich Produktion dieses Wissens einbezieht. Auf diese Weise erscheint Popularisierung nicht mehr als ein Prozess, der komplexes wissenschaftliches Wissen in manipulationsstrategischer Absicht simplifiziert, sondern als ein Vorgang, in dem sich die Transformationen und Neuordnungen des Wissens als eine Interferenz zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit beschreiben lassen. So bilden neben den diskursiven und institutionellen Bedingungen der Wissensverbreitung neuerdings vor allem die Präsentationsformen populären Wissens und deren wissensgenerierende Bedeutung bevorzugte Untersuchungsschwerpunkte. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit verstärkt auf die medientechnischen Voraussetzungen und die mediale Verfasstheit populärer Wissensinhalte. Das Spektrum reicht von mittelalterlichen Wandmalereien und Handbüchern zur biblischen Geschichte über die Print-, Bild- und Ausstellungsmedien des 19. Jahrhunderts bis hin zu populären Darstellungen in Funk, Film, Fernsehen und Internet des 20. Jahrhunderts.

Ziel der Tagung ist es, Popularisierungsprozesse in unterschiedlichen historischen Konstellationen auf Ursachen und Konsequenzen medialen Wandels zu beziehen. Folgende Fragen stehen dabei im Zentrum: Unter welchen Bedingungen werden Medien für die Verbreitung bestimmter Wissensbestände interessant? Wie lenken Distributions- und Präsentationsmedien die Auswahl, Verknüpfung und Perspektivierung von Wissensbeständen? Wie wirkt sich Medienkonkurrenz auf Popularisierungsstrategien aus? Auf welche Weise realisieren unterschiedliche Medien Hybridbildungen und welchen Einfluss nehmen diese auf die Spezifik des „Wissens“? Wie steuern Massenkommunikationsmedien die Rezeptionsformen einer breiten Öffentlichkeit und wie wirkt die Ausdifferenzierung der Öffentlichkeit auf den Produktions- und Vermittlungsprozess wissenschaftlichen Wissens zurück?

Zeitlicher Ausgangspunkt sind die durch die „Leserevolution“ nach 1800 vorbereiteten und spätestens seit 1850 einsetzenden medientechnischen Umgestaltungen populärer Wissensverbreitung: Beginnend mit der Herausbildung der illustrierten Zeitschriftenkultur haben die nachfolgende Verwendung von Fotografie, Film und Internet als Popularisierungsmedien nicht nur neue Formen und Strategien der Wissenspräsentation hervorgebracht, sondern auch die Produktionspraktiken und die Rezeption populären Wissens maßgeblich verändert. Anliegen der Tagung ist es einerseits, bisher unternommene Erkundungen zum Thema zusammenzuführen. Andererseits sollen die Erkenntnisse mit den Einsichten avancierter Medienforschung verknüpft werden.

Kosten für Reise und Unterkunft können übernommen werden. Interessenten werden um die Zusendung eines Abstracts von maximal einer Seite bis zum 15. Juli 2007 gebeten.

x-post h-soz-kult

------------------------------------------------------------------------
Dr. Dorit Müller
Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Schützenstr. 18, 10117 Berlin

Tel. +49 (30) 20192187
Fax +49 (30) 20192154
dmueller@zfl.gwz-berlin.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss15.07.2007
Beginn23.11.2007
Ende24.11.2007
PersonName: Dr. Dorit Müller 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: dmueller@zfl.gwz-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Zentrum für Literatur- und Kulturforschung 
Strasse/Postfach: Schützenstr. 18 
Postleitzahl: 10117 
Stadt: Berlin 
Telefon: +49 (30) 20192187 
Fax: +49 (30) 20192154 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie
Klassifikation16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/2096

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 13.06.2007 | Impressum | Intern