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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Soziale/Kulturelle (Stadt-)Räume und Transkulturalität in Prag"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSoziale/Kulturelle (Stadt-)Räume und Transkulturalität in Prag
Beschreibung"Soziale/Kulturelle (Stadt-)Räume und Transkulturalität in Prag"

Workshop im Rahmen des Forschungsverbundes
"Prag als Knotenpunkt europäischer Modernen"

Universität Konstanz, Raum F 420
15.- 17. Juli 2011

Organisation:
Prof. Dr. Manfred Weinberg, Dr. Št?pán Zbytovský (Prag),
Prof. Dr. Irina Wutsdorff (Tübingen), Kathrin Janka, M.A. (Berlin),
Georg Escher, M.A. (Zürich)


Das Prag des frühen 20. Jahrhunderts, in dem „Tschechen, Deutsche,
Juden“ (Max Brod) zusammenlebten, ist wie wohl nur wenige
Konstellationen geeignet, neuere Theorien von Transkulturalität sowie
der sozialen und kulturellen Konstruktion von Räumen zur Anwendung zu
bringen. Anders als in diesen in den Kulturwissen-schaften bzw.
cultural studies der letzten Jahre entwickelten Modellen, die eher die
Durchlässigkeit von Grenzen betonen, überwiegt jedoch in den
theoretischen und nationalphilologischen Zugriffen auf das
multiethnische Prag die Tendenz zu starken Grenzziehungen. Ein
differenzierteres Bild bieten hingegen schon die Aussagen der
Zeitgenossen bzw. -zeugen: Hier steht Pavel Eisners oben schon
zitiertem Diktum vom „dreifachen Ghetto“ Vilém Flussers Rückblick auf
seine Prager Jahre gegenüber, in dem er eine solch scharfe Abtrennung
der Sphären hinterfragt: „Selbstredend, man war Prager, das stand
nicht in Frage. […] Aber war man als Prager Tscheche, Deutscher oder
Jude? […] Musste man sich zwischen diesen Alternativen entscheiden,
oder waren sie irgendwie gegeben?“
Die Tagung wird die diskursive Dynamik in den Vordergrund rücken, von
der kollektive wie individuelle Identitätsbildungsprozesse, die
Strukturierung kultureller Räume und die Herausbildung literarischer
Kommunikationsgemeinschaften in der komplexen historischen Situation
im Prag des frühen 20. Jahrhunderts geprägt waren. Ihr Schwerpunkt
soll dabei auf der Reflexion möglicher theoretischer Modelle liegen,
mit denen die spezifische Konstellation eines (städtischen)
Ineinanders der Kulturen (nicht nur) in Prag zu fassen ist.

Programm:

Freitag, 15. Juli 2011

14.00 – 14.30 Uhr
Eröffnung und Einleitung: Irina Wutsdorff, Manfred Weinberg

14.30 – 15.15 Uhr
Jan Randák (Prag): Die Formierung des Prager Raums. Narrative des
Nationalen in Prag-Reiseführern (Mitte des 19. Jh. bis Mitte des 20.
Jh.).

15.15 – 16.00 Uhr
Št?pán Zbytovský (Prag): Das Bild der Stadt in den Prag-Büchern der 1930er
Jahre (Oskar Schürer und die anderen).

16.30 – 17.15 Uhr
Isabelle de Keghel (Moskau): Die kulturelle Konstruktion des Prager
Stadtraums im Feuilleton des „Prager Tagblatts“.

17.15 – 18.00 Uhr
Marek Nekula (Regensburg):
Konstruktion des slawischen Prag


Samstag, 16. Juli 2011

10.00 – 10.45 Uhr
Manfred Weinberg (Prag/Konstanz): Stadt – Burg – Fluss.
Transkulturelle Stadträume als Herausforderung für die
Kulturwissenschaft am Beispiel Prags.

10.45 – 11.30 Uhr
Irina Wutsdorff (Tübingen): Zentrum und Peripherie: Zur Anwendbarkeit
von Lotmans Semiosphären-Modell auf die Situation Prags.

12.00 – 12.45 Uhr
Václav Petrbok (Tübingen/ Prag): Interaktionen zwischen der deutsch-
und tschechisch-sprachigen kulturellen Öffentlichkeit. Zur Anwendung
des Modells von Transfer und Verflechtung.

14.30 – 15.15 Uhr
Georg Escher (Zürich/Basel): Wessen Text(e)? Die „Stadt-Text“-Metapher
als Prager Problem.

15.15 – 16.00 Uhr
Andreas Froese (Konstanz/Prag): Post-imperiale Zwischenräume jenseits
des Nationalen. Multiethnische Koexistenz in der Prager Diskursarena
der 1920er und 1930er Jahre.

16.30 – 17.15 Uhr
Kathrin Janka (Konstanz/Berlin): „Nationale“ Verortung –
„transkulturelle“ Wirklichkeit? Das „Eigene“ und das „Fremde“ im
publizistischen Prag-Diskurs der 20er und 30er Jahre.

17.15 – 18.00 Uhr
Zuzana Stolz-Hladká (Konstanz): Tschechisch-deutscher oder
tschechisch-europäischer Kontext? Die Kontextualisierung und
Selbstwahrnehmung der tschechischen Literatur im 20. Jahrhundert.

Sonntag, 17. Juli 2011

9.30 – 10.15 Uhr
Kurt Ifkovits/Ivan Risti? (Wien): Die insulare Position der in Prag
wirkenden deutsch-sprachigen Künstler und ihre Zuwendung zum
Phantastisch-Grotesken – am Beispiel Richard Teschners.

10.15 – 11.00 Uhr
Veronika Ji?ínská (Johns Hopkins University, Baltimore, USA):
Tschechische Literatur in deutschen Übersetzungen im letzten Drittel
des 19. Jahrhundert und ihre Reflexion in den Werken der Prager
Deutschen Literatur.

11.30 – 12.15 Uhr
Veronika Tuckerová (Columbia University New York, USA): Der
deutsch-tschechische Übersetzungsdiskurs und Prags Transkulturalität
im frühen 20. Jahrhundert

Kontakt: irina.wutsdorff@uni-tuebingen.de, manfred.weinberg@uni-konstanz.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKonstanz
Beginn15.07.2011
Ende17.07.2011
Ediert von  H-Germanistik
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