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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Nachwuchswissenschaftliche Arbeitstagung: Permanentes Provisorium: Hans Blumenbergs Umwege"
RessourcentypCall for Papers
TitelNachwuchswissenschaftliche Arbeitstagung: Permanentes Provisorium: Hans Blumenbergs Umwege
BeschreibungPermanentes Provisorium: Hans Blumenbergs Umwege

Nachwuchswissenschaftliche Arbeitstagung vom 14. bis 16. März 2012 an der Universität Paderborn

Veranstaltet von der interdisziplinären Projektgruppe theorie denken.

Das Provisorische ist ein wiederkehrendes Motiv in den philosophischen Untersuchungen Blumenbergs. Spätestens in den Paradigmen zu einer Metaphorologie erhebt sich, in kritischer Auseinandersetzung mit Descartes, die ‚Feststellung unter Vorbehalt‘ als maßgebliches Programm. Ausgehend von der Rehabilitierung der Metapher wird das Vorläufige nicht nur Mittel des Erkenntnisgewinns, sondern weitet sich zur grundlegenden anthropologischen Kategorie aus. Geschichtsschreibung und Rhetorik, Wirklichkeitsbewusstsein und Mythos, theoretische Einstellung und praktische Weltbewältigung – mit der Etablierung und Annahme des Modus des Provisorischen geht zugleich eine positive Bewertung der ‚Umwege‘ einher. Sowohl bezüglich wirklichkeitskonstituierender Selbst- und Welterklärungen im Rahmen anthropologischer und/oder geschichtlicher Großerzählungen als auch in der wissenschaftlichen wie alltäglichen Auseinandersetzung mit der gegebenen Welt gewinnen das Provisorische und die Umwege an ethischer Relevanz. So z. B. enthierarchisiert die Absage an eine Teleologie der Geschichte ihre zeitliche Abfolge und plädiert für eine Würdigkeit auch des Abseitigen (vgl. "Ernst Cassirer gedenkend"). Und wie die „moderne Rhetorik für die Verzögerung des Handelns oder zumindest um Verständnis für diese [wirbt]“ ("Anthropologische Annäherung an die Aktualität der Rhetorik"), hat moderne Theorie in ihrem Erkenntnisstreben auch immer das Bewusstsein möglicher Alternativen präsent zu halten und ihren Wert gerade in der kritischen und verzögernden Distanz zum Praxisgebrauch zu finden.

Die Arbeitstagung, die unter diesen Prämissen sich kritisch mit dem Provisorischen und den Umwegen in Blumenbergs Philosophie auseinandersetzt, organisiert sich dabei in drei Sektionen mit den – heuristisch zu verstehenden – Schlagwörtern Erzählung, Verschiebung und Sichtbarmachung.
Die Sektion zur Erzählung fokussiert grundsätzlich die Bedeutung und Bestimmung des Modus des Erzählens in der Philosophie Blumenbergs, sowohl bezogen auf Inhalt als auch Form. Aspekte der Verschiebung lassen sich gleichsam in Blumenbergs Geschichtsverständnis, in seinen Auseinandersetzungen mit der Technik und als grundlegende Kategorie im Rahmen seiner anthropologischen Annahmen entdecken. Sichtbarmachungen sind grundlegende Umbruchstellen im Kontext von Anthropologie, Historiographie, Medien-, Technik- und Wissenschaftsgeschichte, die ein prekäres Verhältnis von Sichtbar- und Verfügbarkeit bezeugen.
Im Hintergrund dieser Themenfelder steht dabei das Problem: Wie kann man das Provisorische verstehen, wenn das Endgültige, worauf es sich qua logischer Bestimmung beziehen muss, zum ausgeträumten Traum wird? Kann man gegen ‚Endzustände’, Absolutheitsansprüche und metaphysische Unhinterfragbarkeiten das Provisorische ‚auf Dauer setzen’?

Mögliche Anknüpfungspunkte für Vorträge könnten sein:
- das Provisorische und Formen der Weltbewältigung (Erzählung, Theorie, Mythos, absolute Metapher, Wirklichkeitsbegriff)
- Bedeutung erzählender Formate bei Blumenberg (Anekdote, Glosse etc.)
- Verschiebung und Umbesetzung im Werk Blumenbergs
- Verhältnis von historischem Wandel und Konstanz, Ereignis und Zustand
- Vorläufigkeit und Verschiebung als historiographisches Problem
- Medientheorie und -geschichte und die Dialektik von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit
- Verfahren und Instrumente der Sichtbarmachung (Metaphorologie, Medien- und Geistesgeschichte etc.)

Die Ausrichtung der Arbeitstagung ist interdisziplinär. Sie richtet sich sowohl an NachwuchswissenschaftlerInnen als auch an etablierte ForscherInnen deutscher und ausländischer Universitäten. Neben den Vorträgen sollen in einer Workshop-Einheit Grundlagentexte besprochen werden, um weitere Impulse zu gewinnen und gemeinsam an den Analysekategorien zu arbeiten. Gerahmt wird die Tagung durch Keynote-Lectures.

Die Tagungssprache ist Deutsch. Zurzeit erarbeitet die Projektgruppe einen Finanzierungsantrag, der die Anreise- und Aufenthaltskosten mit abdecken soll. Allerdings kann zu diesem Zeitpunkt diesbezüglich noch keine feste Zusage erteilt werden. Eine Publikation der Tagungsbeiträge ist geplant.

Bitte senden Sie Ihr Abstract (max. 1 Seite) für einen Vortrag (20 bis 30 Minuten) bis zum 07.08.2011 an kontakt@theorie-denken.de und geben Sie an, in welcher Sektion Sie sich mit Ihrem Vortrag verorten.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Internet-Präsenz: www.theorie-denken.de. Kontaktieren Sie uns bei Fragen jeder Art gerne unter: kontakt@theorie-denken.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortPaderborn
Bewerbungsschluss07.08.2011
Beginn14.03.2012
Ende16.03.2012
PersonName: Michael Heidgen 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: kontakt@theorie-denken.de 
KontaktdatenName/Institution: Michael Heidgen, Universität Paderborn, Institut Germanistik und Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Warburger Straße 100 
Postleitzahl: 33098 
Stadt: Paderborn 
Telefon: 05251/604142 
E-Mail: kontakt@theorie-denken.de 
Internetadresse: www.theorie-denken.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
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